It's okay not to be okay

Erschienen: Juli 2021

Bibliographische Angaben

übersetzt von Hanna Christine Fliedner, Jennifer Michalski, Christopher Bischoff und Jana Wahrendorff; Broschur, 320 Seiten

ISBN: 9783551584540

Couch-Wertung:

9
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Judith Bäcker
Du bist okay, so wie du bist!

Buch-Rezension von Judith Bäcker Sep 2021

Wahrscheinlich kennen viele das Gefühl, mal durchzuhängen oder sich unglücklich zu fühlen. Was ist aber, wenn dieses Gefühl so raumgreifend ist, dass man denkt, es wird nie mehr aufhören? Dass niemand einen je verstehen wird und vor allem nichts auf der Welt etwas daran ändern kann?

Keiner ist gefeit. Ob jung, alt, reich oder berühmt – es kann jede*n treffen

Die Aktivistin und Feministin Scarlett Curtis hat in diesem Buch Aufsätze von über dreißig bekannten und unbekannten Personen zusammengestellt, die über ihre Erfahrung mit dem Thema psychische Gesundheit schreiben.

Ein bewegendes Buch, das sehr persönlich ist und bei dem jede Geschichte ganz individuelle Erlebnisse und Erfahrungen schildert. Ich war beeindruckt wie viel Mut die Menschen aufgebracht haben, diese Geschichten von sich so öffentlich preis zu geben. Und genau das macht die Kraft und Stärke dieses Buches aus.

„Egal, was du gerade durchmachst – es ist okay.“

Vor allem ist die starke Botschaft: Du bist nicht allein.

Viele der Geschichten erzählen von der Einsamkeit und der Sorge nicht verstanden zu werden und der/die Einzige mit diesen Gedanken zu sein. Und die Summe dieser Geschichten ist das deutliche Statement, dass es vielen so geht. Ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Alters oder Geschlechts. Über körperliche Erkrankungen wird offen gesprochen und es wird dafür Mitgefühl und Verständnis aufgebracht, aber noch immer ist das Sprechen über psychische Gesundheit für die Betroffenen ein zweischneidiges Schwert, da Unsicherheit oder Unkenntnis oftmals dazu führen, dass die Reaktionen darauf mehr zerstören, als dass sie hilfreich sind.

Im Buch berichten die Autorinnen und Autoren davon, was ihnen geholfen hat und auch, was ihnen auf keinen Fall geholfen, sondern das Gefühl der Minderwertigkeit noch verstärkt hat. Das Buch ist daher für alle interessant: Für Betroffene und nicht Betroffene. Es bietet die Chance, die eigene Sicht auf das Thema „psychische Gesundheit“ zu reflektieren und das Verständnis und den Umgang mit Menschen, die sich in einer Krise befinden, zukünftig zu verändern.

Ich habe beim Lesen immer wieder großen Respekt für die Autorinnen und Autoren gespürt, die ihre Krisen annehmen und Strategien entwickeln konnten, mit diesen umzugehen, ohne aufzugeben. Starke Persönlichkeiten, von denen fast alle auch eines gelernt haben: Es geht wieder vorbei. Wenn der Sturm sich legt, wird es wieder heller und es geht weiter. Eine tröstliche Erkenntnis. Denn wichtig ist auch: Das Leben besteht aus vielen Facetten. Und die psychische Gesundheit ist eine davon. Eine wichtige. Für alle Menschen.

Aber Achtung! Im Buch gibt es richtigerweise immer wieder Triggerwarnungen und das ist auch gut so. Die Geschichten sind schonungslos offen und das ist nicht für jeden gut auszuhalten oder das Richtige.

Fazit

Ein wichtiges Buch für alle - ein Leuchtturm für jene, die denken, sie seien allein mit ihren Ängsten. Denn psychische Gesundheit geht uns alle etwas an.

It's okay not to be okay

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