Love is for Losers - Also echt nicht mein Ding

Erschienen: Juli 2021

Bibliographische Angaben

übersetzt von Michelle Landau; Broschur, 480 Seiten

ISBN: 9783423740715

Couch-Wertung:

9
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Alexandra Fichtler-Laube
Wie verliebt man sich – und wie lässt sich das verhindern?

Buch-Rezension von Alexandra Fichtler-Laube Sep 2021

Das neue Jahr beginnt für Phoebe eher bescheiden. Anstatt mit ihrer besten Freundin Polly das Londoner Neujahrsfeuerwerk zu genießen, sitzt sie in der U-Bahn auf dem Weg nach Hause. Wegen eines Typen hatte Polly diesmal kein Auge für sie. Noch nicht einmal ein Frohes neues Jahr hat sie ihr gewünscht! Das bestätigt Phoebe darin, all den Quatsch über Liebe und Beziehungen noch mehr in Frage zu stellen und den Gefühlswahnsinn als völlig sinnlos und vor allem ablenkend anzusehen.

Dass ihre Mutter die meiste ihres Lebens in Katastrophengebieten unterwegs ist, um anderen Menschen zu helfen, bekräftigt Phoebe darin, dass man mit sich alleine am besten klarkommen sollte.

Liebe macht dumm und krank

Die meiste Zeit ihres Lebens wohnt Phoebe bei Kate, einer alten Freundin ihrer Mutter. Und auch jetzt, kaum, dass sie eigentlich wieder mit ihrer Mutter Zuhause einziehen wollte, bricht ein neuer Konflikt in der Welt aus und ihre Mutter setzt mal wieder ihr Leben aufs Spiel, anstatt sich um ihre eigene Tochter zu kümmern. 

Auch Polly ist für Phoebe immer weniger fassbar und sie hat keinerlei Interesse daran, sich ihr Liebesgeschwafel anzutun. Denn Liebe scheint dumm zu machen. Sie beschließt, bis zu ihrem 16. Geburtstag im Juli den Reizen der jugendlichen Verliebtheit nicht zu verfallen, um sich auch ganz auf ihre kommenden Prüfungen zu konzentrieren – und natürlich auch, um ihre Klugheit nicht zu gefährden.

Dennoch erklärt sich Phoebe in einem nicht hundert Prozent durchdachten Anflug von Freundlichkeit dazu bereit, Kate in ihrem Secondhandladen zu helfen. Eigentlich mag sie weder die Schmuddeligkeit des Ladens noch den Kontakt mit Menschen. Doch dann wachsen ihr die Leute doch ans Herz und ihr Leben wird aufregender als je zuvor.

Ein echtes Wohlfühlbuch

In Love is for Losers erzählt die 15-jährige Phoebe in Tagebuchform aus ihrem Leben als Teenager in London. Selbst eher verschlossen, pessimistisch und superschlau sieht sie ihren Altersgenossen dabei zu, wie die sich von jetzt auf gleich verändern und ihre Prinzipien über Bord werfen. Und das nur, weil sie sich total verknallt haben. Wahrscheinlich hält sie nicht so viel von Liebe, weil sie selbst keine so richtigen stabilen Beziehungen in ihrem eigenen Leben erlebt hat. Ihr Vater starb schon vor ihrer Geburt und ihre Mutter ist monatelang nicht Zuhause. In Kate hat sie zwar eine tolle und verständnisvolle Ersatzmutter gefunden, aber auch sie hatte bisher noch nicht so viel Glück in Sachen Partnersuche.

Die Leute im Secondhandshop sind diverse und interessante Charaktere mit ihren ganz eigenen Geschichten. Diese Vielfalt bildet die Liebe in ihren unterschiedlichen Formen ab: schon verlorene, neu gefundene oder auch queere. Die Geschichte ist durch Phoebes oft verächtlichen Blick sehr lustig und durch die persönlichen Schilderungen eingängig erzählt. Dadurch kann man sich als Leser gut in ihre Gefühlswelt hineinversetzen. Der Ton ist überaus lakonisch und oft witzig, erzählt aber auch von Einsamkeit und Verletzbarkeit.

Fazit

Die erste Liebe ist nicht immer leicht zu verkraften. Love is for Losers schildert voller Gefühl und mit einem augenzwinkernden Blick, dass das Leben oft voller unerwarteter Liebe und Freundschaft ist.

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