Einer muss doch anfangen!

Erschienen: März 2021

Bibliographische Angaben

Broschur, 208 Seiten

ISBN: 9783579071558

Couch-Wertung:

6

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Sabine Bongenberg
Historisch genau und gut recherchiert, aber das Persönliche kommt zu kurz

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Mär 2021

Sophie Scholl, geboren am 09. Mai 1921, starb unter dem Fallbeil der Nazis, da war sie noch keine 22. Bestraft wurde sie wegen Hochverrats und am gleichen Tag wurden ihr Bruder Hans und ihr gemeinsamer Freund Christoph Probst hingerichtet. Sophie Scholl beeindruckte durch ihre Unbeugsamkeit, mit der sie den Schergen der Gestapo entgegentrat und auch durch den Mut, der sie im Angesicht des Todes nicht verließ. Seit Jahren fragen sich viele Autorinnen und Autoren: Wer war Sophie Scholl? Was war die Quelle ihrer Kraft und war sie tatsächlich die Heilige, als die sie oft dargestellt wird – oder abschnittsweise vielleicht doch eine recht normale fröhliche, junge Frau, die gerne tanzte, das Leben liebte und als vielleicht auch unperfekte Heldin Widerstand gegen ein schreckliches Regime leistete?

Die Person Sophie Scholl

Werner Milstein stellt Sophie Scholls Leben in einer gut recherchierten geschichtlichen Darstellung vor. Der Leser erfährt die Fakten über ihr Leben – wer waren ihre Mutter, ihr Vater, ihre Geschwister, ihre Lehrer und ihre Vorbilder? Alle diese Fragen werden beantwortet, Sophies Entwicklung wird chronologisch aufgebaut – aber dennoch bleibt das Mädchen, die junge Frau hinter diesen Eckdaten verborgen. Der Autor hat genau gearbeitet und sicherlich keine Fehler in der Biographie Scholls gemacht, aber es ist ihm auch nicht gelungen, ein lebendiges, ein begeisterndes Bild zu vermitteln, das der mitreißende Titel seines Buches doch eigentlich suggerieren sollte. Mir stellte sich daher die Frage, welches Klientel sich für diesen Roman denn nun eigentlich interessieren sollte und diese Frage kann mir das Buch nicht so recht beantworten.

Ich hatte mir erhofft, dass der Mensch Sophie Scholl einmal ein bisschen näher an ihre Altersgenossen heran geführt wird. Sophie Scholl – schon früh mit ihrem Verlobten Fritz Hartnagel liiert, aber sehr oft von Zweifeln geplagt, ob er denn auch der richtige für sie sei und über sich selbst einräumend, dass sie ihm gegenüber doch manchmal ein kleiner Teufel sei. Eine Jugendliche, die erst einmal begeistert von den Naziaufmärschen war und die Ereignisse der Progromnacht, von denen sie einiges mitbekommen haben muss, in fast zeitgleichen Briefen nicht einmal erwähnte. Sophie Scholl, die offensichtlich auch erste sexuelle Erfahrungen machte und bei denen ich fast schmunzeln musste, weil es – wenn auch immerhin genannt – im Buch fast verschämt angesprochen wird. Sophie Scholl war keine überirdische, über den Dingen schwebende Heilige, sicherlich - eine belesene, gebildete Frau und letztendlich eine Frau mit großem Mut, die sich einem unmenschlichem System widersetzte und sich auch nicht unter dem Toben und Geifern des berüchtigten Richters Roland Freisler zu einem Häuflein Tränen reduzieren ließ. Das alles war – vermutlich – Sophie Scholl, aber von dieser Person und ihrem Werdegang findet sich leider sehr wenig in Milsteins zweifellos gut gemeintem und historisch genauem Buch.

Fazit

Wer ein Geschichtsreferat über Sophie Scholl halten muss, generell einen ersten Überblick über das Leben Sophie Scholls sucht oder sich vielleicht einfach so für ihre Geschichte interessiert, bekommt sicherlich einen guten ersten Eindruck über die Fakten. Wer aber auf der Suche nach dem Teenager Sophie Scholl ist, der vielleicht auch einmal albern und aufgekratzt war und zuletzt mutig und aufrecht in den Tod ging, wird hier leider nicht viel mehr erfahren.

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