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Corinna Abbassi-Götte
Seelen in den Himmel führen

Buch-Rezension von Corinna Abbassi-Götte Okt 2009

Das meint Jugendbuch-Couch.de: "Seelen in den Himmel führen"

Meridian ist eine sogenannte Fenestra, ein Fenster, durch das die Seelen von Verstorbenen in den Himmel gelangen. Bis zu ihrem 16. Lebensjahr verlief Meridians Leben zwar alles andere als normal – immerhin ist es schon ganz schön belastend, wenn man jeden Morgen tote Tiere auf dem Kopfkissen findet, die extra zum Sterben zu Meridian gekommen sind – doch nach ihrem 16. Geburtstag geht es richtig los.
Das bis dahin nur einen Spalt breit geöffnete Fenster öffnet sich ganz.
Wenn eine Fenestra ihre besondere Fähigkeit nicht ausbildet, kann sie sterben, sollte eine durchwandernde Seele sie mit ins Jenseits ziehen.
Selbstverständlich haben die Fenestras mächtige Feinde. Seit Urzeiten trachten die Aternocti danach, die Fenestras auszulöschen.
Für Meridian wird es also doppelt gefährlich.
Sie flieht zu ihrer Großtante Merry, die sie ausbilden soll. Merry ist ebenfalls eine Fenestra und somit die einzige, die ihr wirklich helfen kann. Sie ist übrigens auch die erste, die ihr überhaupt von ihrer "Fähigkeit", den Fenestras und den Aternactis erzählt!
Leider erwartet Meridian in dem Örtchen Revelation nicht nur eine gefährliche Sekte, die ihr und ihrer Großtante schaden will, im Haus ihrer Tante trifft sie den überaus attraktiven, undurchschaubaren Tens.

Meridians Geschichte lässt sich locker und leicht runterlesen, ohne allzu anspruchsvoll zu sein – leichte Lektüre für Zwischendurch eben.
Sämtliche Personen, die Meridians Weg kreuzen, tauchen irgendwann wieder auf und sorgen für nicht unerhebliche Überraschungen. Die Idee mit den Fenestras hat mir gut gefallen, obwohl das Thema Religion bzw. religiöser Wahn vielleicht nicht jedermanns Sache ist. Die Aternocti sind im Grunde nichts anderes als eine übermächtig erscheinende Sekte, die die Fenestras beseitigen wollen. Schade, dass die Fenestras nicht selbst zurückschlagen und sich wehren, sondern "nur" Kriegerengel und Wächter zum Schutz haben. Doch trotzdem ist es spannend, wie man es bei einem Kampf zwischen Gut und Böse bzw. Himmel und Hölle erwartet.
Durch das beständig im Vordergrund stehende Thema Tod gibt es natürlich auch viele wehmütige und schmerzhafte Momente, den passenden Ausgleich bildet da die wunderschön erzählte Liebesgeschichte zwischen Tens und Meridian, die allein wegen der Umgebung aus dem Rahmen fällt: Sie spielt sich auf engsten Raum im Haus von Großtante Merry ab.
Dass es ein Geheimnis um Tens Bestimmung gibt, versteht sich von selbst.
Dank der über 100 Jahre alten Merry und ihrer interessanten und anrührenden Erinnerungen und Erlebnisse wird dem Leser zudem ein bisschen vor Augen geführt, was im Leben eigentlich wichtig ist.

FAZIT

Trotzdem Religion in "Meridian – Dunkle Umarmung" eine nicht allzu geringfügige Rolle spielt und damit eindeutig aus dem Rahmen fällt, reiht sich Meridians Geschichte nahtlos in die Riege der mystisch-zwielichtigen Liebesgeschichten ein. Amber Kizer verzichtet dabei auf Klischees und nervige Verwicklungen und sorgt Dank ihres lockeren Schreibstils für gemütlich-mystisch-romantische Schmökerstunden.

Meridian (1) - Dunkle Umarmung

Meridian (1) - Dunkle Umarmung

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