Elbendunkel: Kein Weg zu dir

Erschienen: Januar 2021

Bibliographische Angaben

Hardcover, 496 Seiten

Band 2 von 2 aus der Elbendunkel-Reihe

ISBN: 9783522506588

Couch-Wertung:

8
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Julian Hübecker
Es wird nicht übersichtlicher

Buch-Rezension von Julian Hübecker Feb 2021

Es ist viel passiert, seit Ash herausgefunden hat, dass sie zum Teil Dunkelelbin ist. Im Rebellenlager ihres Elbenvaters Dusk angekommen, unterzieht sie sich einem anstrengendem Training, um sich an dem Mann zu rächen, der ihre Mutter umgebracht hat. Doch sie spielt ein gefährliches Spiel mit Dusk und verrät ihm nicht all ihre Pläne – sollte der Verrat auffliegen, ist die einzige Konsequenz ihr Tod.

„Wir mögen nicht immer einer Meinung sein, Sohn, und solltest du dich je gegen mich wenden, werde ich dich ohne zu zögern töten (…)“

Gerade erst finden Darel und Ash zueinander, da offenbart Dusk ihnen, dass auch Ash seine Tochter und damit Darels Halbschwester ist. Von nun an sind sie erbitterte Konkurrenten um die Gunst des Vaters; die aufgebauten Gefühle müssen schmerzlich unterdrückt werden. Ihre jeweiligen Pläne im Rebellenlager gleichen einem Spiel – dem Falschen zu vertrauen, kann tödlich enden. Was sie nicht wissen: Beide trauen Dusk keinen Meter weit und sind mit seinen gefährlichen Plänen, die Menschen und Lichtelben in einen Krieg zu stürzen, nicht einverstanden.

Währenddessen gibt es weitere Widerstände: Der Lichtelbenmischling Niall landet im Versteck des totgeglaubten Forschers Yorain, der nach einem Heilmittel für das Elbengift Tyrium sucht. Hier trifft Niall auf seine Sandkastenliebe Rain, die anfangs nichts von einem Bündnis mit Menschen und Dunkelelben hält. Die Positionen scheinen zerrüttet, eine Lösung ist nicht in Sicht. Doch immer mehr Widerstandskämpfer sind nicht mit den Plänen der jeweiligen Elbenanführer und der Unterdrückung durch die Elb Liberation Organization (ELO) einverstanden. Sollte es doch noch Hoffnung auf Frieden geben?

Nicht einfach zu lesen

Es ist eine komplizierte Welt, die Rena Fischer konstruiert hat: Nicht nur gibt es 3 Lager – die Dunkelelben, Lichtelben und Menschen –, sondern innerhalb dessen auch verschiedene Positionen, die einen Überblick erschweren. Während es bei den Menschen die ELO gibt, die für eine vollständige Kontrolle der Dunkelelben steht, sind unter den Elben solche dabei, die eine Unterdrückung der Gegenlager sieht und andere, die das ständige Kämpfen leid sind. Auch die vielen Protagonisten sowie die Elbennamen sind schwer zuzuordnen, weshalb zwischen den beiden Bänden keine längere Pause liegen sollte. Ein Namensverzeichnis am Ende des Buches hilft bei der Zuordnung.

Rena Fischer zieht nun ordentlich die Zügel an – was auch nötig ist, da die verschiedenen Lager zusammengebracht werden müssen, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Daher erzählen viele Protagonisten aus ihrer Sicht und bringen so die Nebengeschichten voran. So sind neue Blickwinkel möglich und die Gesamtgeschichte wird vielschichtiger und faszinierender.

Einen richtigen Showdown, wie es die Dilogie verdient hätte, gibt es leider nicht. Stattdessen konzentriert sich die Autorin auf viele kleine, explosive Schauplätze, wo man als Leser den ein oder anderen tödlichen Ausgang verkraften muss (für meinen Geschmack zu viele). Auch die finalen Konfrontationen mit den jeweiligen Anführern Dust, Hweitasil und Ruiz geraten unspektakulär und enttäuschend. Dennoch ist es insgesamt eine packende, wohldurchdachte Geschichte, die ich gerne gelesen habe.

Fazit

Während Band 1 die Geschichte spannend und rasant aufgebaut hat, gelingt auch die Überleitung. Allerdings verliert Elbendunkel: Kein Weg zu dir deutlich an Ausgewogenheit, und ein spektakuläres Ende bleibt die Autorin dem Leser schuldig.

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