Wer zuletzt lügt

Erschienen: Dezember 2020

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen unter dem Titel Last Girl Lied To; aus dem Englischen von Stefanie Frida Lemke; Broschur, 432 Seiten

ISBN: 9783551584236

Couch-Wertung:

8
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Rita Dell'Agnese
Drama um eine toxische Freundschaft

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mär 2021

Trixie springt in Fionas Wagen und damit mitten in das Leben der Teenagerin, der eben ein herber Schlag versetzt wurde. Denn ausgerechnet Fionas Freundin Jenny lässt sich mit Beau ein, dem Jungen, in den Fiona schon seit einiger Zeit ernsthaft verliebt ist. Gekränkt zieht sich Fiona zurück und findet in Trixie eine neue Vertraute. Dass Trixie ihre neue Freundin immer mehr von ihrem alten Leben abkapselt, wird Fiona nicht richtig bewusst. Als Trixie nach einer Party plötzlich verschwindet und ein Zeuge gesehen haben will, wie sie ins Wasser ging, bleibt Fiona verloren zurück. Sie glaubt nicht an den Freitod ihrer Freundin und verfolgt die Theorie, dass Trixie ihren Tod nur vorgetäuscht hat, um abzutauchen und ein neues Leben zu beginnen. Auf der Suche nach der Wahrheit wird Fiona von Jasper unterstützt, mit dem Trixie eine Freundschaft plus unterhalten hatte. Jasper und Fiona kommen sich näher, doch Fiona kann sich eines unguten Gefühls dabei nicht erwehren.

Die Suche nach der Wahrheit

Die Autorin L.E. Flynn steigt mit Tempo in ihren Thriller für Jugendliche ein. Schnell hat sie die Ausgangslage geschildert und damit den Grundstein gelegt für die rasch ins toxische umschlagende Freundschaft zwischen Trixie und Fiona. Dabei springt die Autorin zwischen den Zeiten hin und her: Zum einen lässt sie Fiona als trauernde Freundin in der Gegenwart handeln, zum anderen erklärt sie in Rückblenden, was sich bis zum Verschwinden von Trixie zugetragen hat. Thriller-Elemente wechseln sich dabei mit Szenen ab, die zu einer typischen Highschool-Geschichte gehören. Dabei bleibt sie stets im Fluss und nimmt ihre Leser gut mit.

Einige Stolpersteine

Zwar kann der Roman auf weiter Ebene überzeugen, doch gibt es einige Stolpersteine, die den Lesern dann doch etwas Geduld abverlangen. Dazu gehören die teilweise eher langatmigen Schilderungen des Alltags, in dem Fiona und Trixie ihre Freundschaft leben. Auch das ständige Schmachten Fionas nach Beau, der sich vorwiegend von seiner schlechten Seite zeigt, wirkt mit der Zeit etwas abgedroschen. Hingegen ist die Schilderung der Annäherung zwischen Jasper und Fiona und deren schlechte Gefühle dabei, durchaus gut gelungen. So wechseln sich die absolut überzeugenden und teilweise auch wunderbar überraschenden Momente mit einigen weniger gelungen Szenen, die aber nicht so stark abfallen, dass damit der Lesefluss nachhaltig gestört würde.

Fazit

Wer sich von dem eher an der Oberfläche spielenden Thriller-Element loslösen kann und die leicht verborgene Tiefgründigkeit des Romans entdeckt, wird mit  Wer zuletzt lügt nicht nur ein unterhaltsames, sondern ein nachdenklich stimmendes Werk in den Händen halten. Eine gelungene Charakterzusammenstellung und eine spannende Grundgeschichte tragen ebenfalls zu einem positiven Gesamteindruck bei.

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