Keiner zwischen uns

Erschienen: Februar 2021

Bibliographische Angaben

Hardcover, 224 Seiten

ISBN: 9783764171209

Couch-Wertung:

6
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Sandra Dickhaus
Eine tiefe Freundschaft, ein Geheimnis und ganz viele Klischees

Buch-Rezension von Sandra Dickhaus Aug 2021

Nelson und Hamza verbindet eine tiefe Freundschaft. Seit sie sich in der fünften Klasse begegnet sind, teilen sie alles miteinander. Die anderen Mitschüler haben großen Respekt vor ihnen. Dann passiert etwas, das die Verbundenheit der beiden Jugendlichen auf eine harte Probe stellt: Marie kommt neu in die Klasse. Als Nelson sie sieht, verliebt er sich in sie. Zum Glück ist Hamza nicht an ihr interessiert. Oder doch? Auf der anstehenden Klassenfahrt will Nelson endlich mit dem Mädchen seiner Träume zusammen kommen, allerdings macht ihm eine Beobachtung einen Strich durch die Rechnung. Ausgerechnet Hamza sieht er in einer innigen Umarmung mit Marie. Nelson kann es nicht fassen und reagiert wütend. Als er Hamza mit den Tatsachen konfrontiert, erfährt er etwas, was er nie gedacht hätte…

Kurze Kapitel aus Sicht Nelsons und Maries

Kurze Kapitel, in denen die beiden Hauptfiguren Nelson und Marie ihre Sicht der Dinge aus der Ich-Perspektive schildern, zeugen von einem kurzweiligen Leseabenteuer. Integriert findet man immer wieder Chatnachrichten, die das Ganze auflockern. Auch die Dialoge fallen flott und spontan aus. Die ernsthafte Themenauswahl, die sich hinter der Handlung verbirgt, trifft den jugendlichen Nerv: Mobbing, Ausgrenzung, Liebe, Eifersucht, Finden des eigenen Ichs und Freundschaft. Nelson lernt man als Jungen kennen, der es auch Zuhause nicht einfach hat, und erst mit seiner Freundschaft zu Hamza, dem Coolsten der Schule, Selbstvertrauen aufbaut.

Übertriebene Nutzung vermeintlich jugendlicher Sprache

Die Sprache, die hier verwendet wird, ist sehr von vermeidlich jugendlichem Slang geprägt. Damit wirkt dies nicht immer authentisch, sondern aufgesetzt. Nach einer gewissen Weile nerven die Pseudo-Jugendwörter beim Lesen und die häufige Nutzung von Schimpfwörtern macht es nicht besser. Die Frage ist, ob sich der Durschnitts-Jugendliche wirklich so unterhält.

Auch die Figurendarstellung entspricht weitestgehend vielen gängigen Klischees und somit lassen sich doch einige Handlungen vorhersehen. Jeder Protagonist kann in eine bestimmte Schublade gesteckt werden, die er mit seinen typischen Gedanken, Gefühlen und Handlungen sehr gut ausfüllt. Die Frage ist auch, ob in der Realität Hamzas Geheimnis auch so aufgenommen werden würde.

Fazit

Ein Jugendroman, der versucht mit scheinbar typischer Jugendsprache auf sich aufmerksam zu machen, um den Nerv der Zeit zu treffen, aber leider an der ein oder anderen Stelle damit zu klischeehaft bleibt und pauschalisiert.

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