Cold Day in the Sun

Erschienen: Oktober 2020

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen unter dem Titel Cold Day in the Sun; aus dem Englischen von Doris Attwood; Taschenbuch, 352 Seiten

ISBN: 9783570313732

Couch-Wertung:

7
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Julian Hübecker
Mit feministischen Einzügen

Buch-Rezension von Julian Hübecker Dez 2020

Holland ist eine grandiose Eishockey-Spielerin und geht hartnäckig gegen ihre Gegner vor. Allerdings spielt sie in einer reinen Jungenmannschaft und muss daher viel Gerede und Häme einstecken. Doch sie ist stark und selbstbewusst – bis Teamkapitän Wes ihr seine Gefühle offenbart. Und auf einmal muss sie mehr kämpfen als jemals zuvor.

„Ich habe hart gearbeitet, um meine Teamkameraden, meine Trainer, meine Eltern und sogar mürrische alte Knacker wie Pete und George nicht zu enttäuschen, aber am Ende habe ich damit mich selbst enttäuscht.“

Das erste Mal wird Halcyon Lake landesweit vorgestellt und die hiesigen Eishockey-Spiele ausgestrahlt. Für den kleinen Ort eine große Ehre, für Holland bedeutet dies jedoch eine große Herausforderung. Als einziges Mädchen in ihrem Eishockey-Team soll sie nämlich interviewt werden und sie weiß, dass Millionen Augen auf ihr ruhen werden. Nicht nur das, will sie es allen Zweiflern beweisen, dass ein Mädchen genauso Eishockey spielen kann wie ihre männlichen Kollegen.

Kompliziert wird es, als Wes ihr näher kommt und sie füreinander Gefühle entwickeln. Doch Holland will nicht, dass jemand davon erfährt, weil sie befürchtet, ihre Stellung im Team zu verlieren und die Unterstellung zu hören, sie wäre eine Ablenkung für die Jungs. Schließlich gibt sie jedoch ihren Gefühlen nach und ab da beginnen erst ihre Probleme…

Leidenschaftlicher Sport, knisternde Liebe und winterliche Kälte

Es ist eine klassische Liebesgeschichte, die Sara Biren garniert, aber sie überrascht dann doch mit mehr Inhalt. Zum einen ist da die Liebe zum Eishockey-Sport, die alle Protagonisten zu haben scheinen, insbesondere aber Holland. Zwar hat die Autorin nur wenig Sachverständnis in das Buch einbringen können, dennoch erfährt man ein paar Dinge über den Kufensport und wird von der Leidenschaft gepackt.

Zum anderen wird die Liebesgeschichte erheblich aufgeweicht durch feministische Einzüge, die Holland eine Herzensangelegenheit sind. Sie hat mit den Vorurteilen zu kämpfen, dass Frauen nicht so tough seien wie Männer und daher insbesondere in brutaleren Sportarten nichts zu suchen hätten. Biren bringt kleine Nuancen sexistischer Aussagen mit ein, die einen zum Nachdenken bringen. Holland transportiert ihren Konflikt zwischen der Liebe zum Sport und ihren Kampf um Gleichberechtigung überzeugend.

Die Liebe zwischen Wes und Holland hat zwar ein paar knisternde Momente, bleibt aber ansonsten recht flach und anspruchslos. Vor allem die ruhigen Kennenlernmomente mag man genießen, darüber hinaus taugen sie aber kaum, damit einem im kalten Winter wärmer ums Herz wird.

Fazit

Die Geschichte um Holland und Wes ist recht solide, aber nicht außergewöhnlich. Dagegen sind die feministischen und sporttechnischen Einschübe erfreulich, hätten aber durchaus mehr sein dürfen. Für eine kurzweilige winterliche Lesepause genügt das Buch allemal.

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