Ministry of Souls - Das Schattentor

Erschienen: September 2020

Bibliographische Angaben

Broschur, 352 Seiten

ISBN: 9783404209651

Couch-Wertung:

7
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Alexandra Fichtler-Laube
Düster und voller Spannung geht’s auf abenteuerliche Reisen zwischen Leben und Tod

Buch-Rezension von Alexandra Fichtler-Laube Dez 2020

Um 1850 gibt es in London neben einer neugegründeten Polizeibehörde ein weiteres Ministerium. Dieses jedoch ist nicht halb so angesehen, fungiert es doch eher im Untergrund und beschäftigt sich mit einem Lebensabschnitt, der nicht allzu sehr erwünscht ist: Die Soulmen sind damit beschäftigt, Geister von Toten einzusammeln und in die frisch entdeckte Zwischenwelt zu bringen, von wo sie dann in das ewige Jenseits reisen.

Doch nicht jeder Geist will akzeptieren, dass seine Anwesenheit im Diesseits eher stört und als dann noch das Böse auftaucht, geht der Spaß erst richtig los.

Der Tod als Mystik

Jack ist gerade in der Ausbildung zum Soulman und als ein Emir und seine Familie im Hof des Buckingham Palace ermordet aufgefunden werden, der Einzige zur Stelle.

Der Tod der Familie ist ungewöhnlich, und Jack kann gerade noch die Prinzessin retten, indem er sie in die Zwischenwelt bringt. Doch ihre Anwesenheit dort ist verboten, und das aus gutem Grunde: Sie zerstört die Zwischenwelt. Sie ist jedoch nicht die Einzige, die Zerstörung verursacht: Ein mystisches Wesen, zerfressen von Schmerz und Rache, versucht die ganze Welt zu zerstören.

Historische Wirklichkeit und Kritik an Expansion

Das Setting des Romans im historischen London ist sehr interessant. Es ist eine Zeit der Modernisierung: neugegründete Ministerien, der Einzug der Eisenbahn und die Idee einer unterirdischen Abwasserentsorgung. Und doch ist die Kluft zwischen Arm und Reich riesig. Täglich sterben die Armen an Unterernährung oder an mangelnder Hygiene, während die Königin und die Adeligen in ihren beheizten Häusern sitzen.

Weiterhin ist die Thematik des Commonwealth sehr präsent. Die Eroberungen Großbritanniens in Übersee führen zu Unabhängigkeitsbestrebungen, Unruhen in den Ländern und Kämpfen in der Bevölkerung. Die unterschiedlichen Interessen der herrschenden Klasse und ihrer Untertanen schaffen Gewalt und Hass.

Dieser Hass erschafft das BÖSE, eine übernatürliche Macht, die auf Zerstörung und Leid aus ist, unter dem Deckmantel von eigener Qual und Übel. Dieses BÖSE versuchen Jack, die Prinzessin und eine zauberhafte Katze zu verhindern.

Wechselhafte Begeisterung

Das Leben nach dem Tod ist schon immer für Menschen interessant gewesen und es gibt auf der ganzen Welt die unterschiedlichsten Ideen, wie dieses aussehen könnte. Akram El-Bahay hat eine sehr tröstliche, aber teilweise auch sehr komplizierte Welt erschaffen. Manchmal hat man das Gefühl, eine neue Gegebenheit wurde just dann erschaffen, als sie gerade gebraucht wurde.

Abgesehen von dem unglaublich grandiosen Figurenmix einer Katze mit einem ehemaligen Mitarbeiter des Soulmen-Ministeriums sind leider die Figuren von Jack und der Prinzessin noch nicht wirklich glaubhaft. Die urplötzliche Verliebtheit mit dem einhergehenden unverständlichen Verlangen der beiden zueinander lädt eher zum Augenrollen ein. Weiterhin scheint die Prinzessin noch sehr mit ihrer Emanzipation und Eigenständigkeit kämpfen zu müssen, sind doch ihre Gedanken sehr sprunghaft und oft unverständlich.

Fazit

Das Schattentor ist ein düsterer, teils witziger und spannender Roman voller geschichtlicher Hintergründe und Mystik. Wenn auch nicht ganz flüssig geschrieben, ist dennoch Potenzial vorhanden, im zweiten Band, der im Herbst 2021 erscheinen soll, gestärkte Hauptcharaktere entdecken zu können.

Ministry of Souls - Das Schattentor

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