Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln

Erschienen: September 2020

Bibliographische Angaben

Broschur, 464 Seiten

ISBN: 9783570313374

Couch-Wertung:

9

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Rita Dell'Agnese
Der lange Weg zurück ins Leben

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Sep 2020

Samuel ist der Neue. Als er in Maries Schule auftaucht, fühlt sie sich sofort von ihm angezogen. Den Neuen umgibt eine besondere Aura, er wirkt gelassen und selbstsicher. Als Samuel auch noch Maries jüngerer Bruder Theo beisteht, der von einem Mitschüler seit Monaten böse gemobbt wird, bekommt sie Samuel nicht mehr aus dem Kopf. Und ihm scheint es genauso zu gehen.

Das gefällt Samuels bestem Freund Tommi ganz und gar nicht. Samuel soll sich von seinem alten Freundeskreis fernhalten und je mehr Marie in seinem Leben eine Rolle spielt, desto einfacher fällt es ihm, sich dem Einfluss von Tommi zu entziehen. Für Theo ist Samuel mehr als nur Maries Schwarm und der Neue. Unbewusst fühlt sich Theo wieder stärker als vor dem Auftauchen des Neuen. Seit einem schlimmen Vorfall einige Monate zuvor ist Theos einstige Unbekümmertheit verschwunden und hat einer ständigen Panik Platz gemacht. Die drei jungen Menschen umkreisen sich und geben einander das, was dem anderen gefehlt hat. Doch ein Geheimnis aus der Vergangenheit hat die Kraft, alles zu zerstören.

Überzeugende Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt

Alle drei Protagonisten haben eine starke Verbindung zum Thema Gewalt. Autorin Adriana Popescu hat ihre Charaktere geschickt ausgewählt. Zum einen ist da Samuel, der mit der Gewalt im weiteren Sinne als Täter konfrontiert ist, zum anderen Theo, der ein klares Opfer von Gewalt wurde und dadurch in die Rolle als Mobbing-Opfer hineinschliddert. Und schließlich ist da Marie, die als Außenstehende ebenfalls eine Art Opfer ist, da sie ihr eigenes Leben dem Schutz ihres Bruder unterordnet, darunter aber zunehmend leidet, ohne einen Ausweg zu sehen. Zunächst lässt die Autorin die drei sich wie in einem geheimnisvollen Tanz umkreisen, um dann immer stärker in einem festen Netz zu landen, das sich zwischen den Dreien spannt. Subtil und mit starken Bildern führt die Autorin ihre Leser an das Thema heran und zeigt Hintergründe auf.

Interessanter Aufbau

Erzählt wird die Geschichte in der Ich-Form aus drei verschiedenen Perspektiven. In kurzen Abständen wechselt die Autorin den Erzähler und spinnt die Geschichte damit quasi dreidimensional. Die Leser erhalten ein tiefgreifendes Bild vom Geschehen, erleben manche Szene mehr oder weniger aus verschiedenen Perspektiven und bekommen unmittelbar mit, was die jeweilige Person empfindet und welche Gedanken sie so handeln lässt, wie sie eben handelt. Deutlich werden nicht nur Ängste, Liebe und Hoffnung, auch die Verletzlichkeit jedes einzelnen ist sichtbar und gut nachvollziehbar.

Die Eltern kommen nicht gut weg

Obwohl sich die Eltern der drei um ihren Nachwuchs bemühen – mit Ausnahme des Vaters von Samuel, der von Anfang an als Looser skizziert wird – vermögen sie vor dem kritischen Auge der Autorin nicht bestehen. Hier zeichnet sich auch einer der ganz wenigen Schwachpunkte des Romans ab: Die Autorin hebt den Mahnfinger gegenüber den Eltern allzu deutlich und lässt auch die Schuldzuweisung klar durchblicken. Das ist bedauerlich, da sie ansonsten absolut beim Thema bleibt und auf moralische Einspritzer verzichtet.

Fazit

Der Jugendroman Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln ist eine überzeugend vielschichtige Darstellung. Das Thema Gewalt wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und erklärt. Die Geschichte macht jedoch Mut, aus der Gewaltspirale auszusteigen, sei es nun als Opfer, Täter oder Betroffene. Adriana Popescu erzählt temporeich, einfühlsam und mit dem richtigen Quäntchen Witz.

Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln

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