Die Untoten

Erschienen: Mai 2020

Bibliographische Angaben

aus dem Schwedischen von Maike Dörries; Hardcover, 128 Seiten

ISBN: 9783961770588

Couch-Wertung:

10
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Lisa Reim-Benke
Schaurig-schöne Pflichtlektüre!

Buch-Rezension von Lisa Reim-Benke Jul 2020

Nach Nordische Wesen und Nordische Götter hat sich der schwedische Kinderbuchillustrator Johan Egerkrans der dunklen Seite der Sagen und Legenden gewidmet: den Untoten. In seinem neuen Bildband versammelt er düstere Wesen aus aller Welt; Blutsauger, Geister, Dämonen und was nicht sonst alles in der Nacht kreucht und fleucht. Hier begegnen wir den irischen Banshees, den nordischen Draugar, aber auch eher unbekannten Repräsentanten wie dem Lidérc aus Ungarn oder dem Umkovu, von dem sich die Zulu erzählen. Natürlich dürfen auch die klassischen Vampire, die rumänischen Strigoi, nicht fehlen und auch der Zombie bekommt ein Kapitel gewidmet. Und dank der Aufteilung in die verschiedenen Kontinente und Regionen kann man sich gezielt informieren, auf welche Gefahren man sich im Urlaub einstellen muss. Ein perfekter Rundumschlag und dank der herrlich schaurigen Illustrationen besonders einprägsam.

Kurz und knackig: Die Widergänger dieser Welt

Auch wenn die Betrachtungen der Untoten meist auf nur einer Doppelseite abgehandelt werden, sind die Artikel hervorragend recherchiert, sodass man bei nächtlichen Spaziergängen immer weiß, welches Wesen einen eventuell verspeisen, verfluchen oder aussaugen könnte. Zudem finden sich im ersten Teil des Buches praktische Informationen, beispielsweise wie man sich selbst vor einem Schicksal als Untoter schützen und sich bei entsprechender Begegnung wehren kann. Hier wird natürlich der Klassiker der Untoten-Abwehr, das Pfählen, behandelt, aber auch weniger bekannte Praktiken, wie das Einfangen in eine Flasche mit Blut, werden nicht außer Acht gelassen. Abgerundet wird das Sammelsurium mit einem Glossar und einer schönen Literaturliste, für all jene, die tiefer in die Thematik eintauchen möchten.

So hat man die lebenden Toten noch nie gesehen

Nun aber zu dem Punkt, der Egerkrans Werk so besonders macht: Seine Illustrationen sind nach den vorherigen zwei Bänden schon legendär, aber in diesem Fall packt er noch einmal ordentlich einen drauf. Man spürt seine Faszination für das Düstere und Grausige, die Bilder strotzen nur so vor Einfallsreichtum: Egerkrans weiß ganz genau, wie er seine Untoten am besten in Szene setzen kann. Hier wird nichts beschönigt, wo albtraumhafte Fratzen im Dunkeln lauern wird das auch gezeigt. Der Zeichenstil erinnert dabei an leicht zugängliche Märchenillustrationen, dennoch kommt das Unheimliche nicht zu kurz.

So schön manch einer dieses schmucke Buch finden mag, für Zartbesaitete ist es möglicherweise nichts. Man muss schon einen Hang zum Makabren haben oder sich für düstere Ästhetik begeistern können. Denn neben weißäugigen Gestalten und halb verwesten Monstern finden sich auf den Bildern auch mal brutale Szenen. So bekommt man eindrucksvoll gezeigt, woher Vlad der Pfähler seinen Namen bekam …

Fazit

Dieser Prachtband ist ein Schatz! Zumindest für alle Fans düsterer Kunst und unheimlicher Legenden. Wer leicht zu Albträumen tendiert, sollte trotzdem mal einen Blick hinein riskieren. Schließlich sind das alles nur Märchen, um kleine Kinder zu erschrecken … oder?

Die Untoten

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