Das Buch der gelöschten Wörter - Der erste Federstrich

Erschienen: April 2020

Bibliographische Angaben

Broschur, 416 Seiten

Band 1 von 3 aus der Das Buch der gelöschten Wörter-Reihe

ISBN: 9783404179800

Couch-Wertung:

6

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Kirsten Kohlbrei
Auf den Seiten eines Buches steht eine Geschichte, hinter den Seiten findet sich eine eigene Welt

Buch-Rezension von Kirsten Kohlbrei Aug 2020

Hope Turner ist Anfang vierzig, lebt in London und arbeitet für eine Internet-Partnervermittlung. Hierfür erstellt sie Fake-Accounts und chattet mit den Kunden unter vorgegebener Identität. Bei ihr selber läuft es privat auch nicht besonders. Nachdem ihr Freund sie vor zwei Jahren verlassen hatte, brauchte sie lange, um die Trennung zu verkraften. Einen aktuellen Partner oder einen Freundeskreis gibt es nicht. Was ihr jedoch wirklich zu schaffen macht, ist die Krankheit ihrer Mutter Vivien, denn zeitgleich mit Hopes Beziehungsende begann bei ihr eine frühe und seltene Form der Demenz, die aus der einfühlsamen lebenslustigen Frau eine hilflose und verwirrte Person werden ließ, die nun in einem Pflegeheim in der Nähe ihrer Tochter lebt.

Begegnung mit der Welt der Bücher

An einem Frühlingstag wird Hope auf dem Weg zu ihrer Mutter von einem Regenschauer überrascht und sucht Zuflucht in der Buchhandlung Mrs. Gateway's Fine Books. Sie liebt Bücher und liest leidenschaftlich gerne, vor allem die Romane von Jane Austen. In dem kleinen dunklen Laden fühlt sie sich trotzdem nicht recht wohl. Zwischen den Bücherregalen bemerkt sie einen Mann, dessen gutes Aussehen und die Weltversunkenheit, mit der er dort in einem alten Sessel sitzt und liest, sie fasziniert.

In den darauffolgenden Tagen chattet sie für die Dating-Plattform häufig mit Rufus, der ebenfalls ein Literaturfan ist und den sie daher über die Arbeit hinaus, persönlich immer anziehender findet. Trotzdem erschrickt sie, als er sich kurzfristig mit ihr treffen will und sie dann auf der Straße abpasst. Als Rufus dann auch noch mit ihr zu dem merkwürdigen Buchladen geht, wo die Ladenbesitzerin Mrs. Gateway sie schon erwartet, ist Hopes Verwirrung komplett und wird durch die Geschichte, mit der er sie konfrontiert nur noch verstärkt. Er will sie nämlich glauben lassen, dass nach der Entdeckung des Internets sämtliche online geschriebenen gelöschten Wörter weiterexistieren. Außerdem erzählt er von der Möglichkeit nicht nur gedanklich, sondern auch physisch in eine Geschichte, eintauchen zu können.

Ein geheimer Bund und ein schützendes Buch

Hope lässt sich widerstrebend auf einen Versuch ein. Dazu wählt sie ihr Lieblingsbuch Stolz und Vorurteil und Rufus beginnt ihr daraus vorzulesen bis sie einschläft. Als sie wieder zu sich kommt, befindet sie sich scheinbar wirklich im Setting des Romans. Und nicht nur das. Hinter den Mauern eines herrschaftlichen Landsitzes befindet sich ein Hightech-Sicherheitstrakt, der die Zentrale des Bundes beherbergt. Der Bund ist eine Organisation von Menschen und Romanfiguren, die die Macht der online gelöschten Wörter aufhalten wollen, gegründet von dem Autor, der festgestellt hat, dass ein unbekannter Feind die gelöschten Wörter wiederverwendet und damit schreckliche Vorfälle in der realen Welt geschehen lässt.

In der Zentrale wird das „Buch der gelöschten Wörter“ aufbewahrt, das auf magische Weise alle Wörter, die in böser Absicht geschrieben worden sind, sammelt und regelmäßig bereinigt.

Hier kommt Hope ins Spiel, die aufgrund ihres Namens Turner, über das ihr bisher verborgene Talent verfügt, die schlechte Bedeutung der Wörter, ins Gute zu wandeln. Als Hope vor dem Tisch mit dem Buch steht, begreift sie, dass ihr das alles wirklich passiert. Ihr gelingt das Buch sensationell, mit nur einer Wandlung, komplett zu säubern. Damit erfüllt sie nicht nur die kühnsten Hoffnungen des Bundes auf Rettung, sondern wird gleichzeitig als Mitglied akzeptiert.

Fantastisches Szenario ohne Sogwirkung

Mary E. Garner ist das Pseudonym der Autorin Mirjam Müntefering, das sie sich für ihr Schreiben im Fantasy-Genre gewählt hat. Garner ist abgeleitet von „to garn“, bedeutet also in etwa herumspinnen...

Die Idee, in die Handlung eines Buches einzutauchen, ist zwar nicht unbedingt neu, hat aber eigentlich Potenzial. Die gewählte Variante mit der Ergänzung um die Bedeutung des Internets, überfrachtet die Geschichte jedoch, wirkt abstrus und gleitet stellenweise ins Lächerliche ab.

Ein Fantasy-Roman ist so gut, wie die Gegenwelt, von der er erzählt.

Garners Bücherwelt ist zwar sehr komplex - hier ist das Glossar im Anhang sehr hilfreich - und weist auch interessante Komponenten auf, aber an vielen Stellen überwiegt das Konstruierte.

Dass die Romanfiguren abseits der Handlung ein Eigenleben führen, bietet sicherlich Erzählstoff, aber dass die Geschehnisse in der Buchwelt Auswirkungen auf den Originaltext haben, erscheint fast ein wenig respektlos vor der Leistung des Schriftstellers. 

Die Märchenfigur Frau Holle, als Bundesvorsitzende, Dr. Faust, der forensische Untersuchungen anstellt, auch die Charaktere überzeugen nicht wirklich. Und Hope liefert durch ihr Alter von 42 Jahren sowie ihre Lebenssituation wenig Identifizierungsmerkmale für die anvisierten Leser.

Da Garner zudem aus Gründen des Urheberrechts für die Ausflüge in die Bücherwelten nur Bände längst verstorbener Autoren verwenden konnte, erwecken die erwähnten Titel wie Bambi oder Lassie und Verfasser wie Shakespeare oder Tolstoi ein wenig den Eindruck, als wäre an der Zielgruppe vorbei geschrieben worden.

So verpufft die Vorfreude, die der Band als dicker Pageturner mit heimeligem Cover suggeriert, leider allzu schnell und kann auch durch einen flotten Schreibstil und eine sympathische  Protagonistin nicht erfüllt werden.

Fazit:

Die fantastische Buchwelt des Romans fesselt den Leser nur bedingt. Vor allem da die Ausgangsidee absurd und somit wenig reizvoll erscheint.  Gelingt es, dieses Manko auszublenden, liest sich  „Das Buch der gelöschten Wörter“ annehmbar unterhaltsam. Von Mary E. Garner als Trilogie angelegt, endet „Der erste Federstrich“ mit einem Cliffhanger, der den zugeneigten Lesern in jedem Fall Lust auf den Folgeband macht.

Das Buch der gelöschten Wörter - Der erste Federstrich

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