Alles, nur kein Surfer Boy

Erschienen: April 2020

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen unter dem Titel The way to game the walk of shame; aus dem Englischen von Ivana Marinovic; Taschenbuch, 384 Seiten

ISBN: 9783570311554

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Sabine Bongenberg
Fast Food zum Lesen

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Mai 2020

Manchmal bringen Partys eigenartige Pärchen hervor: Nämlich die, die sich sternhagelvoll näher gekommen sind, die sich normalerweise nicht einmal mit dem Hintern angucken würden und jetzt auf einmal eng umschlungen in der Ecke stehen oder liegen. Genau das ist Taylor Simmons passiert und das ist ziemlich peinlich, bezeichnet man sie doch sonst oft und gerne als die „Eiskönigin“.

Taylor weiß genau was sie will, hat ihre Uni schon ausgesucht, wird mindestens als Jahrgangszweitbeste abschneiden und dann – so etwas: Sie wacht mit Bad Boy Evan McKinnley auf und der ist nicht einmal berühmt für seine guten Noten, sondern für seine diversen Affären, für seine Affinität zu Drogen, für seine Null-Bock-Einstellung zur Schule und nicht zuletzt dafür, dass er ziemlich heiß aussieht… zugegeben. Dennoch – es kann nicht sein, dass Taylors guter Ruf ausgerechnet mit „so einem“ beschädigt wird und so entsinnt sie einen Plan, nach dem dieser einmalige Ausrutscher durch ein festes Miteinandergehen entschuldigt wird. Und da sie sowieso Jura studieren will, wird das alles vertraglich abgesichert.

Eher leichte Literatur

In meiner nicht allzu weit zurückliegenden Jugend – hüstel – hießen sie Julia, Romana oder Bianca, konnten im 14-Tagesrhythmus am Büdchen erworben werden und ich hatte, dank einer Freundin, die sie mir oft auslieh, regelmäßigen Nachschub. Damals kannte man sie als Groschenromane und eine Bekannte meiner Mutter, die Deutschlehrerin war, fiel fast tot um, als sie sah, dass ich diese Dinger las. An diese spezielle Literatur fühlte ich mich auch bei Jenn P. Nguyens Roman erinnert.

Der „Held“ der Geschichte besticht durch klischeemäßig faszinierend graue Augen, einen gestählten Surferbody, mit dem er die Heldin Taylor durch die Brandung zu tragen vermag, wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, über alles zu „kichern“, was sie sagt, sei es nun halbwegs lustig oder nicht. Beide leben in einer eigenartigen Welt, in der man Fehler nur mit zusammengebissenen Zähnen durchsteht, etwa einer Nacht mit dem Surferboy im Suff, worauf ein Vertrag geschlossen werden muss, obwohl beide sich doch irgendwie voneinander angezogen fühlen. Natürlich stellt sich der angebliche Bad Boy alles andere als Mistkerl heraus.

Ungenutztes Potenzial

Natürlich kann sich der Leser zu Recht fragen, warum jemand so dämlich ist, mit irgendwem einen Vertrag über irgendetwas zu schließen, was ihm vollkommen egal ist und grundsätzlich auch noch ohne Konsequenzen bleibt. Die beide Helden mussten irgendwie zusammengebracht werden und bei dem weiblichen Klassengenie und einem eher normal gestrickten, mehr freizeitorientierten jungen Mann scheint das auf „normalem“ Weg wohl absolut unmöglich zu sein.

Mit dem ganzen Hin und Her, dem gegenseitigen Bekehren und den Heimlichtuereien verschenkt Nguyen dann auch noch andere Aspekte der Handlung, die möglicherweise vielleicht nicht so ganz an den Haaren herbeigezogen oder konstruiert gewirkt hätten. Interessant wären zum Beispiel die Geschichten der beiden Väter der Helden gewesen, wird doch der von Taylor kurz und schablonenartig als permanenter Fremdgänger, der Gottseidank irgendwann die Familie verlassen hat, und der andere als Kleinkrimineller, der bedauerlicherweise irgendwann die Familie verlassen hat, dargestellt. Mich hätte auch interessiert, warum Taylor unbedingt in die Fußstapfen ihres Stiefvaters treten will, warum es unbedingt die von ihr um jeden Preis auserkorene Columbia-Universität sein muss und warum sie bei allen schulischen Erfolgen ihr Licht ständig so unter den Scheffel stellt, aber auch diese Fragen bleiben im Dunkeln.

Fazit

Jenn P. Nguyen hätte durchaus das Material gehabt, um einen tieferen und immer noch spannenden und hübschen Liebesroman zu schaffen. Diese Chance hat sie aber leider kaum genutzt, entstanden ist ein Roman mit klischeehaften Figuren, einer nur schwerlich glaubhaften Handlung und einer soliden schwarz-weiß Zeichnung von Teenagern, Freunden und Konkurrentinnen. Auf der Plusseite ist zu verzeichnen, dass die Dialoge mit Esprit und Witz verfasst sind.

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