Sicherheit ist eine verdammt fiese Illusion

Erschienen: März 2020

Bibliographische Angaben

Hardcover, 384 Seiten

ISBN: 9783038800385

Couch-Wertung:

9

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Julian Hübecker
Schmerz gehört zum Leben - in jeder Form!

Buch-Rezension von Julian Hübecker Mai 2020

„Was denkt sich mein Körper denn bitte? Schmerz durch Schlüsselbeinbruch – du musst leider draußen bleiben. Messer auf dem Küchenboden – macht mir doch nichts aus! Aber du, scheißbeschissener liebeskranker, allumfassender Herzenskummer – herzlich willkommen! Hereinspaziert!“

Mia leidet an Analgesie oder Schmerzunempfindlichkeit. Super, werden die meisten denken, doch Mia ist zeitlebens auf der Hut. Als sie auf Jake trifft, muss sie feststellen, dass es nicht nur körperlichen Schmerz gibt, sondern auch den im Herzen. Diese Erfahrung bringt ihr eine neue Sichtweise und die Möglichkeit, mit einem Geheimnis aus ihrer Vergangenheit abzuschließen.

Sicherheit ist keine Garantie

Was bedeutet eine Welt ohne Schmerzen? Wie wunderbar wäre es, sich nicht mehr Sorgen machen zu müssen, den kleinen Zeh am Tischbein zu stoßen, oder vor Kopfschmerzen nicht mehr richtig denken zu können? Doch Schmerz ist wichtig, ist er doch ein Warnzeichen des Körpers, dass etwas nicht stimmt. Mia wünscht sich nichts mehr, als dass sie in diesem Sinne normal wäre.

Jake lebt in einem großen, prachtvollen Haus, das über die innere Zerrissenheit der Familie hinwegtäuscht. Sein Vater betrinkt sich Nacht für Nacht, lässt seine Unzufriedenheit an Jake, seinem kleinen Bruder und der Mutter aus. Ständig schreien sich die Eltern an, ein normales Leben ist nur noch eine ferne Erinnerung. Erlösung findet er im Fitnessstudio, wo er pumpt und trainiert, um seine Ängste und Sorgen zu vergessen.

Das besagte Fitnessstudio gehört ausgerechnet Mias Vater und so kommt es, dass die beiden sich begegnen und zueinander finden. Doch wie soll das funktionieren, wenn die eine keine Schmerzen fühlen kann und sich daher auch emotional abschottet, während der andere gefühlsmäßig überfordert ist? Und zwischen all dem steckt noch ein viel größeres Geheimnis, das Mia langsam, aber sicher aufzufressen droht, aus Angst zu erkennen, dass Schmerz nicht nur eine körperliche Seite hat.

Themenwahl: einmalig!

Was liebe ich Bücher, die Themen behandeln, die gesellschaftlich entweder ausgegrenzt sind oder wenig Beachtung finden. Die Krankheit der Analgesie gehört dazu, obwohl sie doch eine ganz neue Betrachtungsweise erlaubt, welche wichtige Funktion der Schmerz überhaupt hat. Auch dass Schmerz unterschiedliche Gesichter hat und dass emotionaler Schmerz genauso wehtun kann wie körperlicher, ist eine wichtige Lektion, die in dem Buch transportiert wird.

Zu Anfang kam ich tatsächlich schwer in die Geschichte rein, ohne wirklich benennen zu können, woran es lag – bis mir auffiel, dass Kyra Groh nicht etwas falsch gemacht hat, sondern verdammt richtig. Manchen Jugendbuchautoren fehlt das Einfühlungsvermögen sich in „jugendliches Verhalten“ hineinzuversetzen. Groh hat mit großer Authentizität ihre Protagonisten aufleben lassen, ihr Verhalten untereinander, ihre Gedanken und Sorgen sowie die Welt, in der sie leben. So bestimmen Netflix, Smartphones und Co. deren Alltag, sind Liebesfragen hoch dramatisch und insbesondere Jakes Art, mit seinen Problemen umzugehen, irgendwie „typisch jugendlich“.

Ich kann nur empfehlen, das Buch zur Hand zu nehmen und Mia bei ihrer nicht alltäglichen Krankheit zu begleiten (obwohl hier ein wenig mehr Input wünschenswert gewesen wäre), sowie Jake bei seiner familiären Krise. Obwohl ich dessen bildliche Interpretation auf dem Cover nicht nachvollziehen kann (schließlich trainiert er seit zwei Jahren intensiv), ist es die Geschichte, die absolut überzeugt.

Fazit

Das Thema Schmerz wird überzeugend und einmalig umgesetzt. Sicherheit ist eine verdammt fiese Illusion erinnert ein wenig an Bücher von John Green, und ist zumindest ebenso einfühlsam und lebensnah.

Sicherheit ist eine verdammt fiese Illusion

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