Bis die Zeit verschwimmt

Erschienen: Januar 2020

Bibliographische Angaben

Hardcover, 320 Seiten

ISBN: 9783522202695

Couch-Wertung:

8

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Rita Dell'Agnese
Wenn Dich die Trauer auffrisst

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mär 2020

Helene hat den Amoklauf in ihrer Schule überlebt. Nicht so ihre beste Freundin Cassie: Sie starb, erschossen von einem bis dahin unscheinbaren Jungen. Auch acht weitere Menschen – darunter ein Lehrer – sterben. In ihrer fassungslosen Wut über den Tod ihrer Freundin vergräbt sich Helene in ihrem Zimmer und weigert sich, weiter am Leben teilzunehmen.

Nur Eric, ein gemeinsamer Freund von ihr und Cassie, gelingt es ab und an, zu Helene durchzudringen. Doch auch er kann nicht verhindern, wenn Helene aus ihrem Kokon heraus bricht und verbal um sich schlägt; dabei nimmt sie keine Rücksicht auf andere Menschen.

Je intensiver sich Helene mit dem Amoklauf auseinandersetzt, desto mehr wächst in ihr die Überzeugung, dass Cassie und die anderen Opfer gezielt ausgewählt worden waren. Aber warum? Helene macht sich auf die Suche nach dem tatsächlichen Grund für die Tat – und findet dabei unter anderem einen ganz neuen Zugang zu Eric.

Schwer zugängliche Hauptfigur

So verschlossen sich Helene nach dem Amoklauf gegenüber ihrem Umfeld gibt, so wenig gibt sie auch gegenüber den Lesern preis. Autorin Svenja K. Buchner schafft es nur teilweise, Verständnis für Helene zu wecken und ihre Beweggründe und die inneren Abgründe offenzulegen. Helene kann – trotz durchaus nachvollziehbarem Schmerz – nicht so richtig zu einer Sympathieträgerin werden. Ihr patziges Verhalten, das wohl einer pubertierenden jungen Frau teilweise angemessen ist, kommt so sehr zum Tragen, dass man sich instinktiv gegen die Figur abgrenzen und schützen muss. Helene entwickelt sich zu einer rücksichtslosen Egoistin, die über Leichen geht, um ihr Selbstmitleid zu kultivieren.

Die Suche nach dem Warum

Sehr gut nachvollziehbar ist hingegen Helenes verzweifelte Suche nach dem Warum. Hier geht die Autorin sehr dicht an ihre Protagonistin heran und lässt ihre tiefe Verzweiflung in eine fast schon übersteigerte Aktivität umschlagen, um einen sfast schon zwanghaften Grund für den Tod ihrer Freundin zu finden. Die Autorin macht hier die verschiedenen Phasen der Trauerbewältigung sichtbar und nimmt die Leser mit auf diese Reise.

Einen guten Kontrast bilden die sich entwickelnden Gefühle für Eric, wodurch sich die Besessenheit etwas abmildert. Sehr gelungen ist auch der Mix zwischen Gegenwart und Vergangenheit, die die tiefe Verbundenheit der beiden Mädchen Helene und Cassie sichtbar machen.

Fazit

Der Roman Wenn die Zeit verschwimmt behandelt ein wichtiges Thema: Der Umgang mit Trauer. Auch wenn die Hauptfigur Helene etwas zu selbstmitleidig geraten ist, so ist sie doch ein gutes Beispiel dafür, wie die verschiedenen Phasen von Trauer bewältigt werden.

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Letzte Kommentare:
31.05.2020 12:40:56
leseratte1310

An Helenes Schule findet ein Amoklauf statt und Schüler und Lehrer sterben. Die fünfzehnjährige Helene verliert dabei ihre beste Freundin Cassie. Die Zeit bleibt für Helene stehen und alles gerät aus den Fugen.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Helene erzählt, so dass wir ihr ganzes Gefühlschaos hautnah miterleben können. Es gibt viele Gefühle in ihr: Wut, und Trauer, aber auch Schuldgefühle. Wieso konnte sie Cassie nicht beschützen? Helene geht ihren eigenen Weg, um zu verarbeiten, was geschehen ist. Mal ist sie furchtbar deprimiert, dann wieder versucht sie alle zu befragen, die irgendwie mit Cassie zu tun hatten. Doch wird sie jemals begreifen können, wie so etwas geschehen konnte? Ich konnte Helene verstehen, aber sie erschien mir auch als ein schwieriges Mädchen. Es gibt durchaus Menschen, die Helene helfen wollen, auch wenn sie manchmal nicht so recht wissen wie. Vor allem Erik hat mir gut gefallen, der reifer ist als Helene und der sie sehr mag. Aber auch Cassie ist ungeheuer präsent in dieser Geschichte.
Wie geht man mit Trauer um? Auf diese Frage gibt es wohl keine eindeutige Antwort, weil es sehr schwer ist und jeder seinen eigenen Weg finden muss. Ich habe mit Helene gefühlt, auch wenn sie oft etwas sperrig herüberkam.
Es ist eine sehr emotionale Geschichte, die berührt und nachdenklich macht. Lesenswert!

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