Manchmal möchte ich mich totlachen

Erschienen: Dezember 2019

Bibliographische Angaben

Taschenbuch, 224 Seiten

ISBN: 9783570310625

Couch-Wertung:

9

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Rita Dell'Agnese
Der Kampf gegen die Verzweiflung

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Feb 2020

Der 16-jährige Nils wünscht sich nichts mehr, als so zu sein wie andere Teenager auch; mit Träumen und Plänen für die Zukunft. Dann aber kommt die Diagnose: unheilbar an Leukämie erkrankt. Die Ärzte machen kein Geheimnis daraus, dass die Tage von Nils gezählt sind. Das lässt den Jungen in ein tiefes Loch stürzen. Hin und her gerissen zwischen Wut, Verzweiflung und Galgenhumor versucht der Junge mit der Situation fertig zu werden – mit mäßigem Erfolg.

Auch die Nähe seiner Eltern erträgt er kaum, obwohl er sich insgeheim nach genau dieser Nähe sehnt. Seine Auseinandersetzung mit dem Tod bekommt eine neue Seite, als Nils auf der Krebsstation Helene begegnet. Auch Helene sind nur noch wenige Wochen gegönnt. Zusammen vermögen die beiden todkranken Teenager ihr Schicksal anders anzunehmen und lernen, mit dem nahen Tod umzugehen.

Manchmal kommen die Tränen

Es gibt einige Romane, die über Krebs bei Kindern und Jugendlichen berichten. Viele sind berührend und nehmen ganz schön mit. Auch Manchmal möchte ich mich totlachen gehört in diese Kategorie und bewegt sich dort weit oben an der Spitze. Die beiden Autorinnen bedienen nicht einfach Klischees und beleuchten den Krebs von Seiten der Angehörigen, sie setzen die Todgeweihten klar ins Zentrum.

Nils darf die ganze Palette an Gefühlen durchleben, die einen Menschen in der dunkelsten Stunde befällt. Und diese Gefühle sind so intensiv in Worte gepackt, dass sie für den Leser greifbar, erlebbar und nachvollziehbar sind. Manchmal kommen die Tränen, fühlt man den Kloß im Hals und möchte das Buch einfach aus den Händen legen. Nicht etwa, weil es schlecht wäre, sondern weil man hofft, damit das Sterben der beiden Protagonisten aufhalten, hinauszögern zu können.

Zum Nachdenken angeregt

Der Roman lässt wohl kaum jemanden kalt. Er regt zum Nachdenken an und dazu, sich mit dem Thema Tod auf eine ganz andere Weise auseinanderzusetzen. Die Intensität, mit der die Worte daher kommen, reißt mit. Es ist berührend, mitzuerleben, wie sich Nils versucht gegen das Schicksal aufzubäumen, obwohl ihm bewusst ist, dass er keine Chance hat. Dass die Geschichte kein Happy End bieten wird, ist von Anfang an klar, überraschend ist, dass sie zwar traurig macht, aber doch irgendwie versöhnlich endet. Die Autorinnen haben viel Feingefühl für die Situation bewiesen und nehmen alle mit auf eine bewegende Reise.

Fazit

Manchmal möchte ich mich totlachen ist ein wunderbares, wenn auch trauriges Buch über Krebs, Verzweiflung und Tod. Es ist nicht nur für Jugendliche ab 14 Jahren ein intensives Leseerlebnis, sondern auch für Erwachsene. Sprachlich wie auch vom Plot her kann der Roman absolut überzeugen.

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