Wir sehen alles

Erschienen: November 2019

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen unter dem Titel We See Everything; aus dem Englischen von Uwe-Michael Gutzschhahn; Hardcover, 288 Seiten

ISBN: 9783499218316

Couch-Wertung:

9

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Thomas Breuer
Unter ständiger Beobachtung

Buch-Rezension von Thomas Breuer Mär 2020

Das Gefühl, beobachtet zu werden, kann nerven. Es macht nervös. Mal sind es die Eltern, Lehrer oder sogar das eigene Handy. Doch wie lebt es sich in einer Stadt, die von unbekannten Gegnern mittels Drohnen überwacht wird? Für Lex gehören diese Drohnen zum Alltag.

Big Brother is watching you!

Lex wohnt im sogenannten Streifen, dem zerbombten Rest von London. Der Teenager durchwandert die Trümmer und Ruinen der Stadt und lebt in den Tag hinein. Der Anblick von Drohnen ist für ihn alltäglich.

Nach einem Anschlag auf Lex‘ Vater, ändert sich für den jungen Mann einiges. Sein Vater gehört zum Corps, welche den Streifen beherrschen und den Widerstand in diesem unbenannten Konflikt bilden. Lex wird ebenfalls in den Krieg hineingezogen und erfährt so, welche Macht sein Vater besitzt und somit auch er.

Alan ist Anfang 20 und hat seinen ersten Job. Auf einer Militärbasis soll er zum Drohnenpiloten ausgebildet werden. Ein großer Aufstieg für den jungen Mann, der immer noch bei seiner Mutter lebt. Als leidenschaftlicher Gamer wurde ihm keine rosige Zukunft vorausgesagt. Doch mit diesem Beobachtungsjob sieht er sich schon in seiner eigenen Wohnung ein selbstständiges Leben führen. Alans Mutter hingegen befürchtet ihr Sohn habe seine Seele verkauft. Neben seiner Hauptaufgabe #K622 zu beobachten, überwacht Alan auch dessen Familie. Darunter auch einen Jungen im Teenageralter.

Gott sieht alles!

In der Kindheit wird gerne eingebläut, dass, egal was man macht, wohin man geht und mit wem man spricht, Gott alles sieht. In diesem Falle erzählt er dann alles den Eltern. Mit den Jahren begreift man zwar, dass kein höheres Wesen einem nachspioniert, dennoch kann sich heutzutage niemand wirklich unbeobachtet fühlen. Empört kritisieren wir Handys, Kameras und Drohnen uns zu überwachen, während wir leichtgläubig jedwede Information der Welt auf einem Silbertablett servieren.

Für Lex ist die Situation noch dramatischer: Seine Bewegungen werden von fliegenden Maschinen genauestens verfolgt. Er sieht die Geräte und hört sie über seinem Kopf surren. Wer ihn beobachtet, ist Lex schon längst egal, obwohl ihm bewusst ist, dass er jederzeit von einer dieser Drohnen getötet werden kann. Trotz dieser fliegenden Damoklesschwerter versucht der Teenager seinen Vater mittels Botengänge zu unterstützen, was ihn in noch größere Gefahr bringt.

Blinder Gehorsam?

Schon in der Vergangenheit konnte das Militär mit Geld und Macht junge Außenseiter in ihren Bann ziehen. Alan ist nur Beobachter und macht im Grunde nichts Böses – er nimmt Befehle entgegen und gibt seine Beobachtungen an höhere Stelle weiter. Da er im Laufe der Handlung jedoch auch die Waffenfunktion der Drohnen nutzen darf, macht sich langsam sein Gewissen bemerkbar. Soll er jeden Befehl befolgen?

Sutcliffe liefert mit seinem Roman Wir sehen alles nicht nur zwei interessante Protagonisten, sondern auch erschreckende, zum Nachdenken anregende Szenarien. Wie lebt es sich in einem Kriegsgebiet, wo die ständige Bedrohung über einen schwebt? Kann überhaupt ein normales Leben geführt werden? Wann verbietet es mir die eigene Moral, blind jeden Befehl auszuführen? – Womöglich auf Kosten von Menschenleben.

Die faszinierende Handlung lädt zum Lesen ein. Sie zeigt Hoffnung, Liebe und die Suche nach Glück, die mit einem Klick zunichte gemacht werden kann.

Fazit

Wir sehen alles ist ein ergreifender Jugendroman, der seine Leser zu Diskussionen anregt. Dennoch ist der Schwermut, den dieser Roman beinhaltet nicht jedermanns Sache.

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