Ludvig meine Liebe

Erschienen: Januar 2000

Bibliographische Angaben

Die Brüder Löwenherz, das sind Mik und Tony – allein gegen den Rest der Welt, ohne Mutter und mit einem alkoholkranken Vater. 

Der kleine Bruder Krümel und der tapfere Jonathan, das sind die Brüder Löwenherz von Astrid Lindgren. Hier geht es jedoch um Mik, und sein großer Bruder Tony hat mit Jonathan Löwenherz leider nicht viel gemeinsam. Er und sein alkoholkranker Vater sind Miks Familie, und schließlich kommt es so, wie es kommen musste:
Das Jugendamt wird aufmerksam.

Und so findet sich Mik vorübergehend bei seiner Tante Lena in Selet wieder, während das Jugendamt eine Pflegefamilie für ihn sucht. 
Selet ist ein klitzekleines Kaff. Auf der Schule sind gerade einmal ein Dutzend Schüler, 13 mit ihm - keine gute Zahl. 
Mik fühlt sich unwohl. Er ist das Alkoholikerkind, der Fremde, der mit den großen Ohren.

"Ich heiße Mik, und ich bin ... verdammt klein für mein Alter, meine Ohren sind das Einzige an mir, das wächst!" 
teilt Mik seinen neugierigen Klassenkameraden direkt mit. Doch obwohl der Ort ungastlich erscheint und die 161 Dorfbewohner merkwürdig sind, lebt er sich schnell ein. 
Lena hat ihn gern bei sich, und Mik fühlt sich in ihrem chaotischen Haushalt umgeben von 3000 Büchern, die nach und nach im Ofen landen, sehr wohl. Käsebrote und Milch, Umarmungen, Wärme, Ehrlichkeit, kein Sinn für Weihnachten, seine Mitschülerin Pi, ihre Freunde, die Entlaufende-Katzen-Geschäftsidee, die zerstrittenen Rentner-Zwillinge Bertil und Bengt, das Angeln, die Hechte … 
Das Leben in Selet ist interessanter als Mik gedacht hat, doch die sogenannte Einsamkeitsschlange wird er nicht so wirklich los.

Alles könnte so schön sein, doch dann findet das Jugendamt eine Pflegefamilie für ihn und der Horror beginnt von Neuem. 
"Ihr kriegt mich nicht!" ist Miks innerer Protest gegen das Jugendamt und gleichzeitig sein Herzenswunsch, bei Lena in Selet zu bleiben. Obwohl er nie den Mut verliert, fragt sich Mik doch immer häufiger, ob der Bösewicht in seiner Geschichte nicht doch gewinnen wird.

In klaren Worten und mit viel trockenem Humor erzählt Mikael (Mik?) Engström Miks Geschichte. Man lacht und weint, und trotz aller Skurrilität bleibt dieses Buch völlig authentisch. Die falsche Entscheidung des Jugendamts, die Bürokratie, bei der die menschlichen Werte schlichtweg vergessen werden, die scheinbar perfekte Pflegefamilie, in der Mik als Arbeitskraft missbraucht wird, seine Flucht und sein Erschrecken, als er erkennt, dass sein ehemaliges Zuhause nicht mehr existiert - all dies scheint mitten aus dem Leben gegriffen zu sein. 
Obwohl Mik nicht perfekt ist, Fehler macht und man als Leser auch mal komplett anderer Meinung ist, wünscht man ihm doch ein gutes Ende. Er hat das Herz auf dem rechten Fleck und so skurril sie auch sind, die 161 Dorfbewohner von Selet hat er durch seine natürliche Art in jedem Fall erobert! 
Doch gegen Regeln und Gesetze, das Jugendamt und die Bürokratie ist er machtlos …

FAZIT

Mikael Engströms reduzierter Erzählstil und sein trockener Humor vermitteln ungeheuer viel Gefühl. Man fühlt sich trotz aller Dramatik sofort wohl in seiner Geschichte, freundet sich problemlos mit Mik an und fiebert mit. Und man verliebt sich in die 161 Dorfbewohner, so verrückt sie auch sind! 

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Ein schwerer Fall von Liebe.

"Darf einem so warm und schwach im ganzen Körper werden, wenn man seinen eigenen Bruder ansieht? Darf das passieren, auch wenn er der hübscheste und netteste Junge im ganzen Universum ist? Ich kann nichts dagegen tun!" Trotz dieser Zweifel kann Amanda ihre Gefühle nicht verbergen, und auch Ludvig ist in Amanda verliebt. Die Spannung zwischen den Geschwistern wird immer stärker - bis sie ihren Gefühlen und ihrem Verlangen nachgeben. Eine leidenschaftliche, heimliche Liebe beginnt.

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