Sieh mich an: Jeder hat Narben. Manche sind nur besser zu sehen

Erschienen: Oktober 2019

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen unter dem Titel Scars Like Wings; aus dem Englischen von Henriette Zeltner; Hardcover, 416 Seiten

ISBN: 9783453272255

Couch-Wertung:

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Rita Dell'Agnese
Der Kampf um Normalität

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Nov 2019

Ava ist 16, aber schon seit ein paar Monaten kein normaler Teenager mehr – denn ein Brand hat ihr nicht nur ihre Eltern und ihre Cousine genommen, sondern auch ihren Körper entstellt. Seit Ava aus dem Krankenhaus gekommen ist, lebt sie bei ihrem Onkel und seiner Frau, den Eltern der im Feuer umgekommenen Cousine. Ava ist sicher: Die beiden würden sie liebend gerne gegen ihre tote Tochter Sarah eintauschen. Schuldgefühle quälen Ava. Schuldgefühle, weil sie überlebt hat.

Als die beiden Ava dazu überreden, wieder in die Schule zu gehen, ist das Mädchen überzeugt, dass es nur ein kurzes Gastspiel sein wird. Denn Ava ist bewusst, dass sie völlig entstellt ist und für die anderen Teenager als Zombie gilt. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Ava eine Selbsthilfegruppe besuchen muss, um psychische Hilfe zu finden. Doch so sehr sich Ava auch verschließt, es gibt ein paar Menschen, die Zugang zu ihr finden.

Da sind die unkonventionelle Piper, die ihm Rollstuhl sitzt und mit ihren Verbrennungen scheinbar viel besser zurechtkommt als Ava. Und Asad, der der neuen Schülerin ungekünstelte Freundschaft entgegenbringt. Aber es gibt auch andere: Mädchen, die Ava nicht nur ausgrenzen, sondern ihr auch möglichst viele Steine in den Weg legen.

Bedrückende Gedankengänge

Die Leserinnen und Leser erleben hautnah mit, wie stark Ava an allem zweifelt – am meisten an sich selbst. Das junge Mädchen sieht sich gefangen im Körper eines Monsters und weiß, dass es niemals wieder so sein wird wie früher. Was dieses Wissen mit ihr anstellt, erzählt Erin Stewart auf eine feinfühlige und höchst überzeugende Art. Sie lässt ihre Leser sehr nahe an die Protagonistin herankommen und die Gedankenwelt des Teenagers nachvollziehen.

Wohl bei jedem, der sich mit dieser Geschichte auseinandersetzt, wird deshalb früher oder später die Frage aufkommen: Wie würde es mir an Avas Stelle gehen? Damit erreicht Erin Stewart, was nicht jedem Autor gelingt: Sie lässt ihr Publikum zu einem Teil der Geschichte werden. Besonders bedrückend wird es, wenn Ava die Schmerzen beschreibt, die sie auf dem langen Weg zurück ins Leben durchstehen muss.

Fast flapsig – und dennoch überzeugend

Der Schreibstil Erin Stewarts ist beinahe flapsig, aber dennoch überzeugend. Er passt wunderbar zur Geschichte, ebenso zur Lebensphase der handelnden Teenager. Und er nimmt der an sich belastenden Situation etwas von ihrer Schärfe, ohne sie zu verharmlosen. So zieht das Buch einen in seinen Bann und lässt kaum mehr los – es ist eine ideale Lektüre, um sich an einem trüben Wintertag aufs Sofa zu verkrümeln und Zeit in der Welt von Ava und ihren Freunden zu verbringen.

Ein kleines Manko weist Sieh mich an dennoch auf: Die wundersame Veränderung einiger Personen ist des Guten zu viel und an sich völlig unnötig. Die Geschichte lebt von der Stärke der Protagonisten – um sie zu würzen braucht es keine zuckersüße Entwicklung.

Fazit

Sieh mich an ist ein in jeder Hinsicht starkes Jugendbuch, das Erwachsene genauso ansprechen kann. Es ist einer jener Romane, die man lange in Erinnerung behalten wird und der seine Leser sensibilisiert für Menschen, die anders sind.

Sieh mich an: Jeder hat Narben. Manche sind nur besser zu sehen

Sieh mich an: Jeder hat Narben. Manche sind nur besser zu sehen

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