Immer wieder für immer

Erschienen: Oktober 2019

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen unter dem Titel Opposite of Always; aus dem Englischen von Nadine Püschel; Broschur, 416 Seiten

ISBN: 9783551583925

Couch-Wertung:

8

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Sabine Bongenberg
Die alte Frage nach dem „Was wäre wenn“ neu und schön erzählt

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Dez 2019

Sicher hat jeder von uns ein paar Geschichten im Kopf, bei denen er sich fragt: was wäre passiert, wenn…. Wenn ich mutiger gewesen wäre; wenn ich nicht das, sondern etwas anderes gesagt hätte; wenn ich mich getraut hätte, anzurufen. Bei Jack King stellt sich diese Frage seit längerem nicht mehr: er ist rettungslos in Kate verliebt, aber er befindet sich in einer Zeitschleife, und daher durchläuft er den Moment ihres ersten Kennenlernens und den nachfolgenden Sommer immer und immer wieder. Grundsätzlich ist das ja gar nicht schlecht, könnte man meinen. Er hat die Chance, sich in der Beziehung am allerbesten zu präsentieren und seine Schokoladenseiten herauszuholen. Aber unglücklicherweise ist das nicht der entscheidende Aspekt: Kate leidet an einer lebensbedrohlichen Erkrankung, und am Ende jedes durchlebten Sommers stirbt sie. Immer wieder.

Eine unausgesprochene Liebe

Justin A. Reynolds beschreibt in seinem Debutroman keinen Superhelden. Jack King, der hier als Ich-Erzähler aus seinem Leben berichtet, stellt sich als der „Spezialist für verpasste Gelegenheiten“ vor. Er ist der, der vieles anfängt, aber nichts richtig zu Ende bringt. Bezeichnend dafür ist vor allem eine Konstante in seinem Leben: Er ist seit langem in seine beste Freundin Jillian verliebt, hat sich aber nie getraut, ihr das zu gestehen, und jetzt ist sie mit seinem besten Freund zusammen.

Nun aber bekommt Jack die Möglichkeit, seine verpassten Gelegenheiten aufzuarbeiten, denn nach dem ersten Durchlauf seiner Liebesgeschichte mit der Studentin Kate wird er an den Ausgangspunkt der Romanze zurückkatapultiert und damit wieder auf „Los“ gesetzt. Jetzt könnte man aber befürchten, dass immer wieder dieselbe Geschichte – allenfalls mit kleinen Abweichungen – erzählt wird. Wer Und täglich grüßt das Murmeltier aus den 80ern kennt, der weiß, dass selbst dieser witzige Film irgendwann mit seinen Wiederholungen ein wenig nervte. Bei einem Roman dürfte das noch schwieriger sein, ist hier die Handlung doch eine wesentlich langsamere als die eines Films.

Dennoch ist Justin A. Reynolds diese Gratwanderung ausgezeichnet gelungen. Er zeigt ausgehend vom ursprünglichen Kennenlernen immer neue und spannend erzählte Varianten der Geschichte auf. Jack King ist dabei nicht immer ein Held oder Sympathieträger, und es gibt Versionen, da möchte man ihn schütteln. Dennoch ist es gerade bei den schlechten Entwicklungen schon fast tröstlich, dass die Geschichte – vermutlich – wieder auf Null zurückgesetzt wird. Obwohl: auch das weiß man nie genau.

Eine Geschichte mit vielen möglichen Enden

Reynolds erschafft in seinem Roman gute Sommer, die tragisch enden, mäßige Sommer, die tragisch enden und katastrophale Sommer, die – ich will mich nicht ständig wiederholen. Die Frage bleibt immer: Wie kann eine fast unvermeidlich erscheinende Katastrophe abgewendet werden? Hier entwickelt unser Held immer kreativere Lösungen und zeigt damit auch, wie dennoch die Gratwanderung zwischen neuer Liebe, alten Freundschaften und den besonderen Beziehungen in der Familie bewältigt werden kann.

Reynolds bietet in seinem Buch keine „Wunderlösung“ an, zeigt aber, dass möglicherweise auch einfache Ansätze zu einem guten Ende führen können, wenn diese beherzt verfolgt werden. Oder dass auch einfache Vernachlässigungen in eine Tragödie münden können.

Ein kleines Manko seiner Geschichte kann allenfalls darin gesehen werden, dass im ersten Durchlauf der Romanze einige – normale – persönliche Fallstricke auftauchen, die in den nächsten Durchläufen auf wunderbare Weise verschwunden sind. Hier konnte ich mich manchmal des Eindrucks nicht ganz erwehren, dass der Autor nicht bedenkt, dass die Liebesgeschichte nur für Jack eine bereits bekannte ist.

Fazit

Ein „Held der verpassten Chancen“ lernt zu erkennen, dass es die kleinen Schritte in die richtige Richtung sind, die Änderungen mit sich bringen und Dinge bewegen. Es braucht dabei nicht einmal Superkräfte, um Unabänderliches doch zu ändern – manchmal reichen schon Freundlichkeit und ein waches Herz.

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