Erschienen: August 2019

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen unter dem Titel Sal; aus dem Englischen von Maria Hummitzsch; Hardcover, 352 Seiten

ISBN: 9783462051407

Couch-Wertung:

8

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Stefanie Eckmann-Schmechta
Sal will ihre Familie retten. Dafür würde sie sogar töten.

Buch-Rezension von Stefanie Eckmann-Schmechta Sep 2019

Sal ist 13 und ist ihr Leben lang schon verantwortlich für ihre kleine Schwester Peppa. Und nicht nur für sie, auch ihre alkoholkranke Mutter muss von ihr irgendwie in der Bahn gehalten werden. Sal ist tough und hat früh gelernt, Gefühle außen vor zu lassen, strategisch vorzugehen, um zu überleben.

Der drogenabhängige Lebensgefährte ihrer Mutter, Robert, vergreift sich regelmäßig an Sal und zwar immer dann, wenn die Mutter sich wieder in die Bewusstlosigkeit getrunken hat. Robert hält die labile Frau in einer bösartigen Abhängigkeit und wird damit mehr und mehr zur Bedrohung für Sals kleine Familie, die sie ganz allein beschützen muss. Als Robert ankündigt, auch ihre kleine zehn Jahre alte Schwester Peppa zu missbrauchen, weiß Sal was sie zu tun hat.

Sie plant den Mord an Robert und bereitet sich gleichzeitig auf die Flucht in die Wildnis vor, damit man sie und Peppa niemals finden wird.

Wunderschöne Natureindrücke, schreckliche Schatten der Vergangenheit

Sal hat tatsächlich einen ausgeklügelten Plan für ihre Flucht und für ihr weiteres Auskommen in der schottischen Wildnis – und wie alles, was sie sich fest vornimmt, funktioniert ihr Plan. Im Südwesten Schottlands im Naturpark Galloway, einer malerischen Landschaft mit Lochs, Mooren, Steinkreisen, Bachläufen und schroffen Abhängen, findet sie zusammen mit Peppa einen geeigneten Lagerplatz. Doch obwohl sie auch medizinisch alles Wichtige eingepackt hat, kann sie Peppa nicht helfen, als sie sich beim Fischen verletzt und dringend ärztliche Hilfe braucht. Zum Glück taucht Ingrid auf, eine Einsiedlerin aus dem Osten Deutschlands, die auf eine bewegte Lebensgeschichte zurückblicken kann und Ärztin ist.

Ingrid versteht die Mädchen und gewinnt ihr Vertrauen, kann Peppa wieder auf die Beine helfen und schafft es, Sal in ihrer Planung zu helfen und ihr gleichzeitig Sicherheit zu geben. Während sie sich gemeinsam auf ein großes Abenteuer einlassen, wird eine neue, kleine Familie erschaffen.

Doch sie können nicht für immer dort bleiben, das muss auch Sal irgendwann einsehen. Schließlich muss sie in die Realität zurück, egal was sie getan hat…

Eine eindringliche und lebendige Erzählung, ganz aus der Perspektive einer 13-jährigen

Das Debüt von Mick Kitson ist nicht als Jugendroman ausgewiesen. Aber die Art, wie er die 13-jährigen Sal ganz aus ihrer Sicht erzählen lässt, hat mich letztlich davon überzeugt, dass es gerade für Jugendliche ab 14 Jahren ein wertvoller und spannender Roman ist. Vorausgesetzt, sie besitzen genug Lesehunger, um die vielen Details, die Sal von ihrer Flucht in die schottische Wildnis erzählt, nicht als langatmig zu empfinden. Denn das sind sie zum Teil schon. Dennoch gehört es auch dazu, denn es sind genau die Dinge, die uns so nahe an diese zerbrechliche und zugleich starke Heldin heranrücken lassen. Und dazu gehört eben auch, dass sie uns erzählt, wie sie ein Schutzdach für das Feuer baut, wie es ihr ging, als sie das erste Tier getötet hat, um sie zu ernähren. Dass ein zu großes Beutetier auch kontraproduktiv sein kann und wie man es hinbekommt, dass das Feuerholz nicht nass wird. Denn letzteres ist sehr wichtig für die Moral, findet Sal.

Sal umkreist zunächst das eigentliche Drama – die Ermordung des Lebensgefährten ihrer Mutter und ihr Missbrauch – und zieht mit der Zeit ihre Kreise immer enger, wobei sie einige, für sie wichtige Dinge wiederholt. Mit der Annäherung an das Eigentliche entgleiten wir mit ihr in die Vergangenheit und kehren dann aber plötzlich wieder in die Gegenwart zurück, in der es nur noch heißt: Unentdeckt bleiben und Überleben! – irgendwie.

Daher wird es auch zu ihrer Besessenheit, nach Möglichkeit alles zu kontrollieren und vorauszuahnen. Sal reguliert ihr Maß an „Sich-Sorgenmachen“ auf 10 Minuten täglich und hat sich über einen langen Zeitraum all das Wissen angeeignet, das sie in der Wildnis brauchen.

Gefühle lässt sie nicht zu -  stattdessen kappt Sal immer mal ihre Verbindung zur Außenwelt, verschwindet, scheint sich selbst für diesen Augenblick der Stille zu verlassen.

Die Sprache ist ganz die einer Jugendlichen – aber ihr Blick auf die Welt ist der eines zutiefst desillusionierten Menschen

Sal verfügt über kein Maß an Selbstmitleid, das wäre hinderlich. Sie denkt nur an ihre kleine Schwester, die all dies nicht miterleben soll, und an ihre alkoholkranke Mutter, die sie irgendwie retten will. Die Sprache, derer sich Mick Kitson bedient, ist auf besondere Weise schlicht. Sie wirkt nicht „nachgemacht“ oder übertrieben einsilbig. Doch sie ist von einer Klarheit und Einfachheit, die wie ein mitgeschnittener Erlebnisbericht erinnert. Dennoch gelingt es ihm, zwischen den Zeilen Botschaften, Stimmungen und Bedeutungen einzubetten, die noch lange an Sal und ihr Schicksal denken lassen.

Fazit

Mick Kitsons Debüt über eine 13-jährige Überlebenskämpferin ist voller beeindruckender Momentaufnahmen. Die Kälte, die Schutzlosigkeit der beiden Mädchen wie auch die detailgetreuen Tier- und Landschaftsbeschreibungen stehen in einem spannenden Kontrast zur Geschichte der Heldin. Für alle, die neugierig auf ein ganz anderes Leben sind, ein echter Tipp.

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