You in Five Acts

Erschienen: September 2019

Bibliographische Angaben

aus dem Englischen von Stephanie Singh; Broschur, 336 Seiten

ISBN: 9783423740463

Couch-Wertung:

7

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Sabine Bongenberg
Es braucht ein bisschen, um in Fahrt zu kommen

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Okt 2019

Fünf Freunde haben einen gemeinsamen großen Traum – sie wollen einen Beruf ergreifen, der anderen versperrt ist: sie möchten Tänzer oder Schauspieler werden. Ihre Träume sind zu Greifen nah, denn mit dem Abschluss der Janus Academy für Schauspiel und Tanz haben sie die Möglichkeit, es weit zu bringen und sich in gefragte weiterführende und vor allem berühmte Schulen hineinzukatapultieren. Aber vor den Ruhm haben die Lehrer und die Schule die Abschlussprüfung mit öffentlichen Aufführungen gesetzt, und nur wer hier blendend abschneidet und das Publikum und die Jury begeistern kann, dem winken die begehrten Ausbildungsplätze.

Joy will als einzige schwarze Teilnehmerin mit dabei sein – und setzt ihre Gesundheit aufs Spiel; Ethan versucht durch die Regie eines selbst verfassten Theaterstücks zu kompensieren, dass das Leben selbst ihm übel mitspielt; Dave musste bereits bitter erfahren, wie vergänglich Ruhm ist; Liv entflieht dem Druck der Realität in eine andere Welt; und Diego hat als Latino mit alleinerziehender Mutter bereits eine harte Schule durchlaufen. Weitere Krisen und Dramen warten im Lauf des Abschlussjahres, denn auch wenn alle grundsätzlich gute Freunde sind, können sie sich doch ineinander verlieben.

Der Countdown zum neuen Leben

Una LaMarche schildert in You in Five Acts den Weg von fünf Tanz- bzw. Theaterabsolventen in ihrem letzten Schuljahr bis zur Abschlussprüfung. Die Handlung wechselt zwischen den unterschiedlichen Personen, die im Präsens von ihrem Leben und ihren Gedanken berichten und dabei immer eine ihnen besonders wichtige Person unmittelbar mit „Du“ ansprechen. Das ist anfangs durchaus gewöhnungsbedürftig, da der „Geduzte“ nur in seltenen Fällen namentlich genannt wird und der Leser aus dem Zusammenhang und der Geschichte herausfinden muss, wer hier gemeint ist. Neben einer Gliederung der Kapitel und der Vorwegstellung, wer gerade spricht, wird ein Countdown eingestellt, der die Zeit zum alles entscheidenden Moment der Geschichte anzeigt – und der aufgrund der mehrfachen Zeitangaben der unterschiedlichen Personen gelegentlich verwirrend wirkt.

Ein Mangel an Glaubwürdigkeit

Im Laufe des Romans kristallisieren sich die jeweiligen Personen mit ihren unterschiedlichen Wünschen, aber auch Problemen heraus. Joy stellt hohe Ansprüche an sich selbst und wird von ihren Lehrern besonders kritisch beäugt, da sie weder wegen ihrer Hautfarbe noch wegen ihres Körpers der klassischen Ballerina entspricht. Diese Problematik äußert sich zwar in verschiedenen kritischen Anmerkungen ihrer Lehrer, dennoch erfährt der Leser nicht, wie sie tatsächlich mit diesen umgeht, ob sie davon ihr Leben beeinflussen lässt oder warum sie ihre Meinung über die der anderen stellt. Sie ist auch diejenige, deren Körper seinen problemlosen Einsatz verweigert und die nur noch unter Schmerzen gehen – geschweige denn tanzen – kann.

Hier erscheint es immer wieder eigenartig, wie diese Heldin die Schmerzen im Bedarfsfall verdrängen und dennoch eine glänzende Leistung präsentieren kann, wenn sie sich doch vorher bemühen musste, sogar beim normalen Gehen ein Humpeln zu unterdrücken. Auch wenn sicherlich Adrenalin in der Lage ist, einiges aus einem Menschen herauszuholen, so erscheint diese Konstruktion doch fragwürdig. Nicht nachvollziehbar ist auch, warum sie – die angehende Tänzerin – sich die Aussagen ihrer Lehrer zu ihrem Gewicht sehr zu Herzen nimmt, aber dann auch in der Lage ist, die Frage der Ernährung komplett hinten anzustellen. Natürlich wäre diese Einstellung wünschenswert – glaubhaft ist sie leider nicht.

Stimmig und realistisch ist dagegen die Darstellung ihrer Freundin Liv, die immer weiter in die Drogenabhängigkeit rutscht, der es aber mit verschiedenen Tricks gelingt, das zu vertuschen und ein normales Leben vorzuspielen.

Ein Ende mit vielen Emotionen

LaMarche stellt alle Akteure mit ihren unterschiedlichen Geschichten und Erfahrungen vor, zeigt, wer den anderen etwas vormacht, aber auch, wie sich deren Leben im Kontrast dazu tatsächlich gestaltet. Damit erschafft sie eine anfangs etwas langatmige, sich aber immer weiter aufbauende und steigernde Geschichte, die einen nicht mehr loslässt. Dennoch bleibt die Autorin in verschiedenen Bereichen an der Oberfläche, an anderen zeigt sie jedoch sehr viel Tiefe und Emotion.

Das Buch endet mit einem Paukenschlag über die Dinge im Leben, die am wichtigsten sind und mit Helden, die an ihrer Geschichte gereift sind und einige Träume umsetzen konnten, aber dafür andere zurücklassen mussten. Das letzte Wort hat eine Akteurin, die es geschafft hat, ein wichtiges Ziel umzusetzen, dabei aber etwas Wichtiges verloren hat, und das ist mit schlichten Worten so herzzerreißend geschildert, dass auch der Leser nicht anders kann, als mitzuleiden. Es ist kein schönes Ende, das sich hier präsentiert, aber eines, das für viele US-Amerikaner letztendlich Realität ist.

Fazit

Ein lesenswertes Buch mit sich steigernder Spannung über mögliche Wege zum Ruhm und über das, was am Ende wirklich wichtig ist.


 

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