Nichts davon ist wahr

Erschienen: August 2019

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen unter dem Titel Pretending to be Erica; aus dem Englischen von Stephanie Singh; Taschenbuch, 304 Seiten

ISBN: 9783423718349

Couch-Wertung:

9

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Rita Dell'Agnese
Leben mit einer fremden Identität

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Okt 2019

Violet ist Erica. Das junge Mädchen wurde von ihrem Ziehvater Sal jahrelang dazu ausgebildet, in die Rolle der vor Jahren verschwundenen Erica Silverman zu schlüpfen. Sorgfältig hat Sal die Geschichte rund um Violet aufgebaut. Von den Entführern, die das damals vierjährige Kind als eigene Tochter aufgezogen haben und sie nun zurückließen. Sogar eine passende DNA-Probe kann Violet abgeben. Sal hat im Gefängnis dem Mörder von Erica ein Haarbüschel des Mädchens geklaut. Aber so gut Violet ihre Rolle spielt, so gibt es doch Leute, die misstrauisch sind. Denn vor Violet haben schon zwei andere Mädchen versucht, die Rolle der verschwundenen, reichen Erica zu spielen. Besonders die Klassenkameradin Taylor macht keinen Hehl daraus, dass sie der wiederaufgetauchten Erica nicht traut. Und auch der Austauschschüler Kerwin, der Erica deutlich den Hof macht, scheint zu ahnen, dass etwas nicht stimmt. Während sich Violet darauf vorbereitet, den Coup zu landen, wegen dem sie die Rolle von Erica übernommen hat, lernt sie James näher kennen. Und plötzlich beginnt sie, zu zweifeln und sich nach einem normalen Leben zu sehnen.

Faszinierendes Rollenspiel

Sehr schön arbeitet die Autorin Michelle Painchaud die Entwicklung der jungen Trickbetrügerin Violet heraus, die in ihrer Rolle als Erica erstmals mit dem ganz normalen Leben eines Teenagers konfrontiert wird. Violet lernt ein Leben kennen, dem sie zunächst mit Argwohn begegnet, in das sie sich aber immer stärker hineinbegibt und das in ihr Sehnsüchte weckt. Violet erzählt in der Ich-Form, was diese Entwicklung besonders gut zutage treten lässt. Sie verwandelt sich von der furchtlosen und geschickten Kriminellen zu einem jungen Mädchen voller Sehnsüchte und widersprüchlichen Gefühlen – so sehr, dass sie ihre Mission gefährdet.

Violet soll nämlich ein spezielles Gemälde stehlen, das sich im Besitz der Familie Silverman befindet und so gut gesichert ist, dass es bisher niemandem gelungen ist, an dieses Bild heranzukommen. Hier ist gleich einer der Schwachpunkte des Romans zu finden: Die Inszenierung scheint etwas weit hergeholt, selbst wenn fest steht, dass das Gemälde von einem Sammler für einen exorbitanten Betrag gekauft würde.

Die Geschichte an sich, jemanden darauf vorzubereiten, in die Rolle eines entführten Menschen zu schlüpfen, ist faszinierend, ebenso die Auseinandersetzung von Violet mit ihrer neuen Rolle als Erica. Sie muss dazu ihren impulsiven Charakter zügeln und ein sanftes Wesen zur Schau stellen. Die Leserinnen und Leser erfahren, wie schwer es der Protagonistin fällt, dieses Muster nicht zu durchbrechen. Einer Protagonistin übrigens, die trotz ihrer kriminellen Absichten durchaus sympathisch ist und der man schon nach kurzer Zeit wünschen würde, in der Rolle von Erica weiter verharren zu können.

Schillernde Persönlichkeiten

Michelle Painchaud beschränkt sich nicht darauf, die facettenreiche Violet zu beschreiben. Das Mädchen ist umgeben von Charakteren, die schillernder kaum sein könnten. Alle neuen Freunde haben mit ihrer speziellen Geschichte zu kämpfen, haben ungeahnte Talente und sind tragende Figuren im Roman. Die Autorin mischt eine bunte Gruppe zusammen, die aber bis auf wenige Ausnahmen in sich stimmig wirkt und deren Handlungen nachvollziehbar sind. Einzig der Austauschschüler Kerwin in seiner undurchsichtigen, sogar leicht schmierigen Rolle mag nicht so recht ins Bild passen. Das bestätigt sich im Verlauf des Romans. Kerwin ist eine Figur, die nur teilweise ins Geschehen passt, sein tatsächlicher Hintergrund aber wirft letztlich so viele Fragen auf, dass sie dem ganzen Roman etwas Schlagseite verleihen.

Gutes Erzähltempo

Die wenigen Wochen, in denen sich Violet in der fremden Identität bewegt, werden farbenfroh und lebendig geschildert. Michelle Painchaud schlägt ein gutes Erzähltempo an. Der Thriller liest sich flüssig, kommt weitgehend ohne Längen aus und bietet immer wieder neue Wendungen, die den Lesegenuss aufrecht erhalten. Auch wenn sich die eine oder andere Entwicklung schon früh im Roman abschätzen lässt, so ist es dennoch spannend zu erleben, wie sich das Ganze entwickelt. Dass Violet trotz ihrer Vergangenheit als Trickbetrügerin an der Seite des Ziehvaters Sal da und dort recht naiv auf die Umwelt reagiert, ist – nebst der konstruierten Geschichte mit dem wertvollen Gemälde – einer der einzigen Wermutstropfen dieses Romans.

Fazit

Nichts davon ist wahr spielt mit dem Wunsch vieler Jugendlicher, in eine andere Identität schlüpfen zu können. Die Autorin zeigt dabei eindrücklich auf, wie schwierig es tatsächlich ist, sich in eine andere Persönlichkeit zu verwandeln. Auch wenn es ein paar Aspekte gibt, die sich gegenseitig „beißen“, so ist der Thriller dennoch auf breiter Ebene glaubwürdig, feinfühlig und mit einer guten Portion Humor geschrieben.

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