Licht und Schatten

Erschienen: Juli 2019

Bibliographische Angaben

Hardcover, 584 Seiten

ISBN: 9783407754622

Couch-Wertung:

8

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Lisa Reim
Der ultimative Kampf des Guten gegen das Böse

Buch-Rezension von Lisa Reim Aug 2019

Zoran Drvenkar ist einer der außergewöhnlichsten deutschsprachigen Autoren, die sich zurzeit in den Regalen den Buchhändler tummeln. Seine Bücher sind bekannt für originelle Ideen und einen poetischen Schreibstil. Nicht immer sind seine Werke so zugänglich, wie man es von einem Bestseller gewohnt sein mag, dennoch sind sie gerade deshalb etwas ganz Besonderes auf dem überschwemmten Buchmarkt.

Auch zu Drvenkars aktuellem Werk Licht und Schatten ist es gewohnt schwierig, den Inhalt auf den Punkt zu bringen. Vollgepackt mit grandiosen Einfällen und dem gewohnt anspruchsvollen Erzählstil präsentiert sich die Geschichte um die junge Protagonistin Vida. Sie ist ein Mädchen, auf dem die Hoffnung einer ganzen Welt liegt, denn sie allein besitzt die Fähigkeit, das Dunkel zu vertreiben und den Menschen das Licht zurückzubringen. Sie kann sogar mit den Toten kommunizieren und sie ins Licht führen. Begleitet von ihren mysteriösen Tanten und ihrem Vater versucht Vida, sich auf ihre Aufgabe vorzubereiten, doch ihre Gegner sind zahlreich und mächtig und wissen, wie sie sich zu tarnen haben, um sich in das Leben der Menschen zu schleichen.

Atmosphärisches Märchen

Eingebettet in das ländliche Russland Anfang des 18. Jahrhunderts beschreibt Drvenkar eine düstere Welt, archaisch, märchenhaft und entbehrungsreich. Das Buch lebt stark von der dichten Atmosphäre, man spürt von der ersten Seite an den Schnee, die Kälte und den lauernden Tod. In das behütete Leben von Vida schleicht sich zunehmend eine Gefahr ein, die zu Anfang kaum greifbar scheint, sich jedoch immer mehr zu einer allumfassenden Bedrohung ausweitet und der Geschichte eine Epik verleiht, die einen gebannt das beinahe 600 Seiten starke Buch verschlingen lässt. Seine Tiefe zieht das Buch dabei vor allem aus den grandiosen Antagonisten. Solch eine Vielschichtigkeit und Dramatik auf der Seite des Bösen ist selten geworden.

Drvenkars aktueller Roman kommt gewohnt anspruchsvoll daher, besonders die ersten 150 Seiten fallen als Einstieg recht schwer. Es wird viel gesprochen und erklärt, nur wenig gehandelt. Zudem stellt sich schnell das Gefühl ein, auf der Stelle zu treten, bei all den neugierigen Fragen, mit denen Vida ihre Tanten löchert. Die Infos mögen zwar ganz interessant sein, doch bei der Suche nach dem roten Faden helfen sie nur bedingt. Zumal Vida zunächst eine Protagonistin ist, der vornehmlich die Dinge einfach passieren, anstatt dass sie selbst handelt. Hat man die zähen Seiten jedoch hinter sich gelassen, zieht das Tempo an und wir steigern uns immer weiter in den Kampf zwischen Gut und Böse hinein.

Keiner erzählt so kunstvoll wie Zoran Drvenkar

Die Geschichte entfaltet sich sehr langsam, Drvenkar lässt sich viel Zeit mit dem Erzählen. Das ist auch gut so, denn so hat man mehr von dem außergewöhnlichen Erzählstil, der vor Erzählperspektiven und Handlungssträngen nur so strotzt. Wo andere Autoren schon längst ins Schwimmen geraten, fängt Zoran Drvenkar erst richtig an und scheut auch vor der Perspektive eines jungen Bären nicht zurück. Gegen die ungewohnte Sprache, die mitunter poetisch-kunstvoll daherkommt, sollte man sich deshalb auch nicht wehren. Denn dieser Autor weiß ganz genau, was er tut.

Was das Leseerlebnis jedoch erheblich trübt, sind die überdurchschnittlich vielen Rechtschreibfehler und stilistischen Schnitzer. Hier wird so oft „Sinn gemacht“ und „gewohnt“ mit „gewöhnt“ verwechselt, dass man den Frust oft angestrengt niederkämpfen muss.

Fazit

Zoran Drvenkars neues Werk ist fordernd erzählt und von epischer Tragweite. Der Anfang macht es den Lesern zwar etwas schwer, ganz zu schweigen von den sprachlichen Fehlern, die sich auf etliche Seiten geschlichen haben. Der meisterhafte Erzählstil entschädigt jedoch dafür. Fans dieses Autors wissen, was sie erwarten können. Und Neulingen sei gesagt: Dieses Buch mag anders sein als alle anderen, ist aber gerade deshalb besonders lesenswert.

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