Zusammen wie Schwestern

Erschienen: März 2019

Bibliographische Angaben

Erschienen unter dem Titel Sisters in Sanity; aus dem Englischen von Stefanie Schäfer; Hardcover, 281 Seiten

ISBN: 9783841422392

Couch-Wertung:

7

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Rita Dell'Agnese
Provokante Auseinandersetzung mit der Pubertät

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mai 2019

Brit ist 16, spielt in einer Punkband und steht mit ihrer Stiefmutter auf Kriegsfuß. Die Konflikte werden so gravierend, dass Brits Vater seine Tochter nach Red Rock bringt, einem Internat für „schwierige Fälle“. Brit wird in diesem Internat wie eine Gefangene behandelt. Wütend auf ihren Vater verweigert sie zunächst jede Kooperation, muss aber bald erkennen, dass sie sich damit in eine immer schwierigere Lage bringt. Erst durch die versteckte Hilfe von V, Bebe und anderen Mädchen beginnt sich Brit an die neue Situation zu gewöhnen.

Das seltsame Regime im Red Rock stößt Brit vor den Kopf. Die Mädchen werden schikaniert, gegeneinander ausgespielt und durch ein eigenwilliges Bestrafungs- und Belohnungssystem zu Denunziantinnen erzogen. Je tiefer Brit mit den Gepflogenheiten im Red Rock vertraut wird, desto klarer wird ihr, dass es sich hier um eine Einrichtung handelt, die bei näherem Hinsehen sofort geschlossen werden müsste. Doch die Öffentlichkeit wird gezielt getäuscht. Brit und ihre neuen Freundinnen versuchen durch einen Ausbruch auf ihre Situation aufmerksam zu machen.

Eigenwillige Auffassung von Erziehung

Es ist ein provokantes Buch, das die Autorin Gayle Forman hier vorlegt. Die schwierige Situation in Brits Patchwork-Familie – Brits depressive Mutter hat die Familie verlassen, der Vater gründete eine neue – und die Pubertät des Mädchens zermürben alle Beteiligten. Im Glauben, durch die Übergabe der Verantwortung an ein Internat etwas Gutes zu tun, sieht Brits Vater nicht genauer hin, als er seine Tochter im Red Rock unterbringt. Der Wunsch nach Ruhe lässt ihn die Augen vor der Realität verschließen.

Gleich bei der Einweisung in das Internat taucht die erste Situation auf, die die Leser stutzig machen müsste: Warum reagiert der Vater nicht auf die Form der Gewalt, mit der Brit empfangen wird? Immer wieder streut die Autorin Szenen ein, die das Verhalten des Vaters in Frage stellen. Die eigenwillige Auffassung von Erziehung und auch von der Schwererziehbarkeit der Mädchen – deren „Verbrechen“ besteht in nahezu allen Fällen einzig in Formen von Anderssein – stellt eine eigentliche Provokation dar, die gerade in den Augen des anvisierten Publikums drastische Züge annimmt. Es stellt sich zuweilen die Frage, ob Gayle Forman durch ihr Werk das jugendliche Publikum warnen und zu einem angepassten Verhalten anregen möchte, indem sie aufzeigt, wie schnell es passieren kann, dass die Dinge aus dem Ruder laufen.

Schwarz-weiße Zeichnung

Leider bedient sich die Autorin etlicher Klischees, die zwar durchaus unterhaltenden Charakter haben und in die Mainstream-Meinung passen, doch bleibt dabei die Vielschichtigkeit der Charaktere wie auch der ganzen Story auf der Strecke. Brit ist zwar eine schwierige junge Frau, aber in ihrem ganzen Wesen im Prinzip ein liebes Mädchen. Die missgünstige Schwiegermutter möchte das Problemkind ihres Mannes loswerden, um mit ihm und dem gemeinsamen kleinen Sohn eine heile Familie zu bilden. Die Mädchen im Internat lassen sich in zwei Gruppen teilen: die Guten, die Brit zur Seite stehen und die Bösen, die durch ihre Intrigen und Gemeinheiten dazu beitragen, das seltsame System der Schule aufrecht zu erhalten. So lassen sich alle Figuren mühelos in Schwarz und Weiß einteilen, Graustufen sucht man vergeblich.

Süffig geschrieben

Unterhaltungswert hat Zusammen wie Schwestern aber auf jeden Fall. Die Autorin schreibt süffig, die Szenen sind kurz und gut aufgebaut, es gibt kaum Längen im ganzen Roman. Wer sich in die Geschichte vertieft, bleibt in der Regel hängen, bis die letzte Seite gelesen ist. Hier aber bleiben dann doch einige Fragen offen. Viele Themen werden angesprochen, aber nicht weiter ausgeführt. Das Buch wirkt letztlich etwas unreif, etwas zögerlich und in manchen Bereichen unwirklich. Das mag aber daran liegen, dass sich hier eine klare Abbildung der US-amerikanischen Denkweise präsentiert, die nicht mit der europäischen Gesellschaft übereinstimmt.

Fazit:

Gayle Forman spricht wichtige Themen an, geht dabei aber nicht richtig in die Tiefe. Sie zeigt die psychische Gewalt im Internat auf, macht Mechanismen sichtbar, die zur Entzweiung der Mädchen führen und zeigt auch die Kraft echter Freundschaft auf. Doch bleibt sie zu vage an der Oberfläche, nutzt zu viele Klischees und lässt die Charaktere ohne Ecken und Kanten. Die Autorin dürfte ihrem jugendlichen Publikum hier durchaus mehr Vielschichtigkeit zutrauen.

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