Die Gabe der Auserwählten - Die Chroniken der Verbliebenen, Band 3

Erschienen: Januar 2017

Bibliographische Angaben

Mit "Das Herz des Verräters" legt uns die Autorin eine tolle Fortsetzung der "Chronik der Verbliebenen" vor. Trotz kleiner Schwächen gegenüber dem Auftakt hat mich auch dieser Teil absolut überzeugen können.

Neben der detailreichen Ausstattung (Übersichtskarte vorne, farblich passendes Cover + Details darauf) ist auch die Story an sich, wie im Vorgängerteil, wieder in verschiedene Perspektiven aufgeteilt. Während der Hauptanteil auf Lias Erzählung liegt, bekommen wir die Geschehnisse aber zwischendurch auch von Kaden, Rafe oder Pauline erzählt. Das hat vor allem den Vorteil, dass man als Leser stets an den Handlungen teilnehmen kann, weil die Charaktere ja bekanntlich nach Band eins getrennt wurden. Auch die Dynamik sammelt dadurch extreme Pluspunkte, weil man immer mal wieder neue Orte entdecken kann.

Lia ist nach wie vor ein absoluter Lieblingscharakter und beweist eine Stärke, die beispiellos ist. Dabei ist sie aber keineswegs perfekt. Auch sie macht Fehler oder lässt sich teilweise zu sehr von ihren Gefühlen leiten. Aber genau dieser Punkt macht sie sympathisch, weil sie dadurch extrem authentisch erscheint. Sie verliert ihr Ziel nicht aus den Augen und steht für die ein, die ihr am Herzen liegen - und dabei ist es ganz egal, aus welchem Volk der Betroffene stammt.

Die Nebencharaktere werden diesmal etwas zahlreicher, weil in Venda verschiedene Institutionen am Werk sind, die für die Story wichtig sind. Allerdings bedeutet das auch, dass man als Leser einige Namen um die Ohren gehauen bekommt, die ich nicht immer sofort zuordnen konnte - besonders auch deswegen, weil die Autorin größten Teils auf einen Rückblick verzichtet und bei mir eine längere Zeit zwischen Band eins und zwei lag. Nichtsdestotrotz spielt erneut jeder hervorragend die ihm zugedachte Rolle und fügt sich in das Gesamtbild ein. Bei diesem Teil kann ich mich nur schwer entscheiden, ob ich Rafe oder Kaden lieber mag. Fest steht, dass beide einen Platz in meinem Herzen haben.

Ein etwas schwerfälliger Einstieg, aber eine umso rasantere zweite Hälfte

Die zuvor erwähnten kleinen Schwächen beziehen sich hauptsächlich auf die Spannung in der ersten Hälfte. Ich muss zugeben, dass mir der Einstieg nicht ganz so leicht fiel (viele Namen, längere Zeit zwischen den Bänden) und die ersten 250 Seiten ruhig ein wenig komprimierter hätten dargestellt werden können. Ich möchte auf keinen Fall sagen, dass es langweilig war, aber ich bin natürlich vom ersten Band verwöhnt, bei dem andauernd irgendwelche Wendungen geschehen sind und man das Buch kaum weglegen konnte. Auch die Fortsetzung ist insgesamt sehr spannend, aber eben etwas schwerfällig zu Beginn. Die zweite Hälfte ist dafür umso rasanter und endet mit einem bösen Cliffhanger - was können wir froh sein, dass die beiden abschließenden Teile schon erschienen sind!

Während wir im ersten Band die fast schon märchenhaften Seiten von Terravin kennenlernen durften, werden wir in "Das Herz des Verräters" in ein absolut düsteres, von Hunger verzehrtes Venda entführt, dass eine wirklich schwermütige Atmosphäre beim Leser hinterlässt. Obwohl man sich eher unbehaglich fühlt, finde ich es grandios, wie die Autorin es geschafft hat, mich diese ganzen Emotionen spüren zu lassen, als wäre ich selbst vor Ort.

Die Liebesgeschichte rutscht bei diesem Teil ein wenig in den Hintergrund, da sich Lia und Rafe gegenüber nicht offenbaren können. Allerdings bedeutet das nicht, dass es sich um einen emotionslosen Roman handelt - ganz im Gegenteil. Wir haben drei Personen, die sich vor Sehnsucht verzehren und alles dafür tun, um die zu schützen, die sie lieben. Wirklich überaus gefühlvoll und teilweise sehr dramatisch.

Ich würde mich der Altersempfehlung des Verlags anschließen, allerdings soll gesagt sein, dass die Gewalt mit dem Wechsel des Ortes nach Venda mehr in den Vordergrund rutscht. Man sollte also nicht zartbesaitet sein und auch mit dem einen oder anderen barbarischen Ritual umgehen können. Auch die politischen Verstrickungen, die immer deutlicher werden, brauchen ein gewisses Verständnis.

Fazit:

Auch der zweite Band konnte mich absolut überzeugen und man MUSS einfach wissen, wie es mit Lia, Rafe und Kaden weitergeht. Tolles Charakterdesign, atmosphärische Schauplätze und jede Menge Emotionen, die einen in den Bann ziehen.

Couch-Wertung:

7
Praktikabilität

Leser-Wertung

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Melanie Reichert
Ein Ränkespiel um Macht und Gefühle entbrennt, bei dem nicht jeder ehrlich mit sich selbst ist.

Buch-Rezension von Melanie Reichert Aug 2018

Mit "Die Gabe der Auserwählten" legt uns die Autorin eine tolle Fortsetzung der "Chronik der Verbliebenen" vor. Obwohl es bisher der schwächste Band der Reihe ist, kann man das Buch doch nicht aus der Hand legen.

Zur tollen Gestaltung der Buchreihe und auch zum Perspektivenwechsel unter den Protagonisten möchte ich eigentlich gar nicht mehr viel sagen, denn das ist natürlich gleich geblieben im Vergleich zu den vorherigen Bänden. Wir lernen in diesem Teil wieder neue Kulissen und eindrucksvolle Orte kennen. Das ist eine der größten Stärken der Autorin, dass sie es immer wieder schafft, uns mit auf die Reise zu nehmen. Egal, ob wir uns mitten im Ödland befinden oder in einer eindrucksvollen Stadt, man bekommt dieses bestimmte Feeling, dass man als Leser mittendrin ist. Man kann den Wüstenstaub auf der Haut spüren, den Dreck aus den verwinkelten Gassen riechen oder die Geräuschkulisse kämpfender Soldaten förmlich hören. Daher möchte ich an dieser Stelle noch mal hervorheben, dass diese Story durch ihre Beschreibungen lebt und ein riesiges Lob aussprechen.

Lia hat mich auch in diesem Band überzeugen können, weil sie weiter an ihren Idealen festhält und das Wohl aller über ihr persönliches stellt. Das finde ich sehr beeindruckend, wenn man bedenkt, was sie bisher alles durchgestanden hat. Sie ist einfach ein sympathischer Charakter, dem man alles Glück der Welt wünscht. Auch wenn sie keine großen Sprünge machen kann, so versucht sie doch immer, das Beste aus der Situation herauszuholen.

Rafe lässt mich in diesem Band doch etwas ratlos zurück. Oft verhält er sich einfach nur - entschuldigt die Ausdrucksweise - wie ein Arschloch. Natürlich hat auch er viel durchstehen müssen, aber teilweise hatte ich den Eindruck, dass er sein eigentliches Ziel etwas aus den Augen verloren hat. Das ist wirklich schade, weil er bisher eigentlich derjenige war, den ich mir an Lias Seite gut vorstellen konnte.

Eine nicht ganz perfekte Reihe mit einem jedoch insgesamt hohen Suchtfaktor!

Wie schon erwähnt, ist dieser Teil der bisher schwächste für mich. Nicht, dass er irgendwie zäh zu lesen gewesen wäre, nein, das auf keinen Fall, aber trotz knapp 200 Seiten weniger im Vergleich zu den Vorgängern ist einfach nichts passiert. Die Charaktere drehen sich in ihrer Konstellation ständig im Kreis, insgesamt würde sich die Story auf einen Satz reduzieren lassen (wenn man es denn müsste). Man hat irgendwie den Eindruck, dass die Geschichte eigentlich auf drei Bände angelegt gewesen war, diese aber insgesamt zu umfangreich waren und man deshalb noch einen vierten "hineingequetscht" hat. Das ist natürlich nur mein Empfinden, nichtsdestotrotz habe ich gerne weitergelesen, was mit Lia, Rafe und Kaden passiert, weil die Reihe insgesamt einen hohen Suchtfaktor hat. Ich hoffe nun, dass wir im letzten Teil dann wirklich ein episches Finale geboten bekommen, denn in diesem Buch wird es schon in allen Richtungen vorbereitet.

Ich würde sagen, dass die Liebesgeschichte in "Die Gabe der Auserwählten" wieder eine größere Rolle spielt, da Lia und Rafe nun endlich vereint sind. Wir bekommen Probleme aufgezeigt, die sich entwickeln, wenn zwei unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinanderprallen. Besondern gelungen fand ich die Darstellung, wie Rafe sich im Laufe der Handlung verändert und was das mit der Liebe zwischen ihm und Lia anstellt.

Ich würde mich der Altersempfehlung des Verlags anschließen, besonders brutal geht es in diesem dritten Band zwar nicht zu, aber die politischen Verstrickungen rücken wieder ins Rampenlicht und intensivieren sich sogar noch.

Fazit:

Nachdem der dritte Teil ein bisschen schwächer war, freue ich mich wahnsinnig auf den finalen Band. Emotionen, die ihren Höhepunkt erreichen, neue Gefahren und ein wahnsinnig tolles Setting erwarten die Leser von "Die Gabe der Auserwählten".

Die Gabe der Auserwählten - Die Chroniken der Verbliebenen, Band 3

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