Die Stille meiner Worte

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • Ueberreuter, 2018, Originalausgabe

Couch-Wertung:

9
Praktikabilität

Leser-Wertung

-
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Julian Hübecker

Buch-Rezension von Julian Hübecker Jul 2018

"All die ungesagten Worte in mir sind Verständnis und Unverständnis zugleich, sie sind Einsamkeit und Gesellschaft, sie sind mein Gefängnis und meine Freiheit."

Hannah kann nicht mehr reden. In ihrer Welt gibt es nichts mehr zu sagen, es ist alles zu banal, um es in Worte zu fassen, seitdem ihre Zwillingsschwester Izzys verstorben ist. Doch dann kommt Levi in ihr Leben und versteht all die Sätze, die ungesagt bleiben. Was geschieht, wenn Hannah bereit ist, ihren Verlust aufzuarbeiten? Kann sie Heilung finden, oder sie wird daran zerbrechen?

Über das einzigartige Verhältnis zwischen Zwillingen - und über den Schmerz des Verlustes

Die Verbindung zwischen Zwillingen soll eine ganz besondere sein: gleiche Vorlieben, ähnliche Gedanken und ein Band, das enger nicht geknüpft sein könnte. Doch was passiert, wenn einer der Zwillinge stirbt, wenn diese Beziehung plötzlich nicht mehr da ist und einfach nur noch Leere herrscht? Auf ganz berührende Weise geht Ava Reed das Thema an und nimmt den Leser mit in Hannahs Gedankenwelt. Denn ihre Zwillingsschwester Izzy stirbt durch einen grausamen Schicksalsschlag und lässt sie alleine zurück. Schock und Schuldgefühle führen dazu, dass sie auch noch ihre Stimme verliert, denn diese wurde stets durch Izzy vervollständigt.

Von nun an schreibt sie Briefe an ihre Schwester und verbrennt diese, um sie auf ihren Weg zu ihr zu bringen. Auch ihre Eltern müssen den Tod ihrer Tochter verkraften, doch vor allem haben sie damit zu kämpfen, Hannah, die sich immer mehr in ihre Welt zurückzieht und nur ihren Kater Mo teilhaben lässt, ins Leben zurückzuholen. Da sie sich nicht anders zu helfen wissen, beschließen sie, Hannah in das Internat Sankt Anna zu schicken, das sich auf traumatisierte Jugendliche versteht.

Natürlich ist Hannah gar nicht begeistert davon. Vor allem den Kontakt mit anderen Jugendlichen sowie deren Unverständnis fürchtet sie. Um die ersten Wochen in einem Kennenlern-Camp in der freien Natur zu überstehen, beschließt sie Mo heimlich mit hinein zu schmuggeln. Sie ist davon überzeugt, dass sie es ohne ihn nicht durchstehen wird. Doch mit der Zeit gewöhnt sie sich an die Umgebung und lernt andere Jugendliche kennen, mit denen sie sich zwar nicht unterhalten kann, die sie aber trotzdem verstehen.

Vor allem Levi hat es ihr angetan, der mit seiner besonnenen Art immer mehr Geheimnisse aus Hannah hervorlockt. Doch das größte Geheimnis kann Hannah niemandem anvertrauen: Die Wahrheit um Izzys Tod. Als ein Sturm das Camp heimsucht, scheint der Wendepunkt in Hannahs Leben gekommen zu sein.

Eine ergreifende Geschichte mit sehr viel Sehnsucht

Mit "Die Stille meiner Worte" hat mich Ava Reed überzeugen können, noch mehr ihrer Werke zur Hand zu nehmen. Es handelt sich um ein sehr mitreißendes Thema, das nicht viele so transportieren können, dass die Emotionalität beim Leser ankommt. Tatsächlich vermögen vermutlich nicht viele nachzuvollziehen, was Hannah in dem Buch durchmachen muss. Auch mir ging es über den Großteil so: Ich hatte das Gefühl, dass Izzy überall präsent war. Stets war sie in Hannahs Gedanken, musste Hannah sich ihr gegenüber erklären, manchmal sogar rechtfertigen, aber vor allem ihr ihre Gefühle mitteilen.

Diese allgegenwärtige Präsenz hinterließ eine unheimlich bedrückende Stimmung. Obwohl ich das Buch innerhalb eines Tages ausgelesen habe, hat mich diese Niedergeschlagenheit gebremst. Ich konnte die Trauer nachvollziehen, nicht jedoch dieses Gefühl von Besessenheit. Trotzdem hat mich Hannahs Seelenleben gepackt und mitgerissen. Leider habe ich mir nach der Qual, die sie durchmachen musste, "mehr" Auflösung erhofft, mehr von dem Prozess, der sie erlösen sollte.

Dafür war der Mittelteil im Verhältnis zu lang, der zwar wichtig für ihre Verarbeitung war, aber im Ungleichgewicht zum Schlussteil stand.

In der Gesamtheit bin ich aber froh das Buch gelesen zu haben, bin dankbar für die vielen ausgereiften Charaktere, die auf ihre unterschiedlichen Weise mit Hannahs Schicksal umgegangen sind und so menschlich agiert haben. Ava Reed ist eine talentierte Autorin, der es sich lohnt zu folgen.

Fazit:

Die drückende Atmosphäre war mir zu viel des Guten, obwohl die Trauer dadurch natürlich besser zu transportieren war. Denn das Buch war durchweg emotional und stimmungsvoll, die Charaktere alle nachvollziehbar. Ein Buch zum Weiterempfehlen!

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