Nelson Mandela

  • Gabriel Verlag, 2018, Originalausgabe
Nelson Mandela
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Lisa Reim-Benke
5

Jugendbuch-Couch Rezension von Lisa Reim-Benke Jun 2018

Inhalt top, Handwerk flop

Nelson Mandela ist einer der bekanntesten Freiheitskämpfer überhaupt. Dass dieser historischen Figur und der Zeit der Apartheid in Südafrika nun ein Jugendsachbuch gewidmet wurde, ist lobenswert. Dafür haben die Autoren Christian Nürnberger und Dr. Stephan Kaußen den Inhalt ihres schlanken Buches in zwei Teile gegliedert: der Erste beschäftigt sich mit Mandelas Leben, der Zweite behandelt den historischen Kontext und wirft einen fundierten Blick in Südafrikas Zukunft. Besonders der zweite Teil kann mit sachkundiger Recherchearbeit punkten. Kein Wunder, denn das Autorenduo ist auch im journalistischen Bereich tätig. Ob sich damit der bizarre Schreibstil erklären lässt?

Demonstrative Schmucklosigkeit

Gnadenlos eingedampft auf rund 100 Seiten (wobei Mandelas Leben selbst nur 30 Seiten gewidmet werden), präsentiert sich hier eine knappe, an manchen Stellen dennoch lehrreiche Darstellung vom Leben und Einfluss des südafrikanischen Freiheitskämpfers. Der ungelenke Schreibstil macht den Text jedoch zur nervlichen Geduldsprobe. Die sprachliche Leistung erinnert an die krampfhaften Versuche eines Dozenten, möglichst hip den jungen Studenten ein Thema zu präsentieren. Doch gerade dann ist meist das Gegenteil der Fall.

So gerät das interessante Leben Mandelas zur drögen Faktenansammlung. Da ist jeder Wikipedia-Artikel eingängiger. Auch die merkwürdige Verwendung von Ausrufezeichen macht das Ganze nicht wirklich besser. Die theatralisch aufgebauschten und ungewollt komischen Stellen lassen einen eher peinlich berührt, denn beeindruckt zurück. Gelingt es einem jedoch gegen den einlullenden Hauptsatz-Sound anzukämpfen, bleibt dann doch der ein oder andere interessante Fakt hängen.

Spannend ist die Frage, wie die Zielgruppe der 13-Jährigen auf die unbeholfene Satz-Montage reagieren mag. Schon in der Schule lernt man Aufsätze nicht so zu schreiben. Sehr schade angesichts der wichtigen Thematik, der sich das Buch verschrieben hat.

Fazit:

Ein ehrenwerter Versuch, der aber literarisch gesehen nur als Fehlgriff gewertet werden kann: Hat man mehr über Nelson Mandela und seine Zeit erfahren? Ja. Hat es Spaß gemacht? Nein.

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