The Last True Lovestory

  • ONE
  • Erschienen: Januar 2017
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  • One by Lübbe, 2016, Titel: 'The Last True Lovestory', Originalausgabe
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Andrea Delumeau
9101

Jugendbuch-Couch Rezension vonMär 2018

Ein verrücktes Vorhaben

Teddy hat noch nie in seinem Leben so etwas Verrücktes gemacht. Aber er hängt sehr an seinem Großvater, der nach dem Unfalltod seines Vaters, als Teddy noch ein kleiner Junge war, bei ihnen einzog und Teddy aufzog, wie seinen eigenen Sohn. Da sich seine Mutter auf den Tod ihres Mannes hin in ihre Arbeit flüchtete und oft beruflich unterwegs war, war er die einzige konstante Bezugsperson in seinem Leben. Deswegen geht er das Risiko ein, nicht nur seine Mutter, sondern auch die Polizei und die Ärzte seines Großvaters auf den Fersen zu haben, um seinem Großvater dessen letzten Wunsch zu erfüllen, bevor die Krankheit bei ihm alle Erinnerungen auslöscht.

Teddy kennt Corrina aus der Schule, wo sie eine Klasse über ihm war. Jetzt ist sie mit der Schule fertig und träumt von einer Musikkarriere in New York. Bis zum "College" wartet sie als Straßenmusikerin auf den großen Durchbruch. Sie stammt aus Guatemala und fühlt sich total unverstanden von ihren "weißen" Adoptiveltern. Sie will nur weg aus L.A. und dieser Road -Trip würde sie ihrem Lebensziel, in New York Karriere zu machen, ein Stück näher bringen.

Teddy hat sie früher schon in der Schule angeschwärmt und so ein gemeinsames Unternehmen wäre nicht nur ihnen beiden dienlich, sondern könnte sie auch einander näher bringen. Corrina nahe zu sein, ist also ein weiterer triftiger Grund, warum er sich auf dieses Abenteuer einlässt.

Und Corrina muss auch mit, damit es überhaupt losgehen kann; denn Teddy hat keinen Führerschein.

Die Zeit drängt

Alles muss ganz schnell gehen, denn Teddys Mutter kommt in wenigen Tagen von einer Dienstreise wieder und das Auto muss bis dahin zurück sein, wenn sie nichts merken soll.

Im betreuten Wohnheim seines Großvaters schwindelt Teddy dem Personal etwas von einer Familienfeier vor und erreicht so, dass sein Großvater einige Tage "Freigang" erhält.

Leider kommen sie nicht so schnell vorwärts wie geplant und ihr vorgesehener Zeitplan kommt ins Wanken. Bald haben sie außer ihren besorgten Eltern auch die Polizei und Ärzte des Großvaters im Nacken. Wird es ihnen trotzdem gelingen, ihre Ziele zu erreichen? 

Obwohl Brendan Kiely noch nicht sehr viele Bücher geschrieben hat, (THE LAST TRUE LOVE STORY ist erst sein zweites Buch und sein viertes Buch wird dieses Jahr veröffentlicht) beherrscht er sein Handwerk meisterlich, weshalb seine Bücher auf der berühmten "New York Times-Bestseller-List" erschienen sind und mehrere wichtige Jugendbuchpreise in den USA gewonnen haben.

Die unprätentiöse Sprache und die ungewöhnliche Ausgangssituation nehmen den Leser schnell in den Bann und welches deutsche "Kid" verschmäht schon die Möglichkeit, das Leben in der fernen und für deutsche Leser fast exotischen "Traumstadt" L.A. näherkennenzulernen?

Sympathische Charaktere

Der Held des Buches, Teddy, wirkt in seinem Bemühen anrührend, sympathisch und sehr glaubwürdig. Es ist auf der einen Seite rührend, wie sehr er sich für seinen Großvater einsetzt. Doch darüber hinaus träumen doch viele Jugendliche davon, aus den vorgezeichneten Bahnen des Alltags auszubrechen und etwas Großes und Verrücktes zu tun, das ihre Umwelt beeindruckt.

Die Musik

Und dann ist da noch die Musik, die eine weitere Hauptrolle spielt und für die Grundstimmung des Buches bestimmend ist. Corrina kennt als Musikerin viele Musikstücke, die sie entweder auf ihrer Gitarre selbst spielt oder auf ihrem Handy abspielt.

Sie kennt auch die Klassiker der Rockmusik, die der Großvater kennt, und die ihn erden und beruhigen, wenn ihn seine Krankheit frustriert, schwermütig und zornig macht; dann erinnern sie ihn an seine Jugend und an seine Frau, die große Liebe seines Lebens, die diese Musik über alles liebte.

Der Wert der Familie steht im Mittelpunkt

Ungewöhnlich an diesem Jugendbuch ist auch, dass der von nationalistischen Parolen Amerikas oft zweckentfremdete Wert der "Familie" hier neu betrachtet wird. Teddy springt über seinen Schatten und kriecht aus seinem Schneckenhaus hervor, um seinem Großvater zu helfen, sicher nicht das übliche Verhalten eines Siebzehnjährigen. Auch schreibt er eine Chronik seiner Familie, in der er Alles festhält, was den einzelnen Familienmitgliedern passiert ist und somit versucht, gegen das Vergessen anzukämpfen.

Hervorzuheben ist auch die einfühlsame Beschreibung des Krankheitsbildes von Alzheimer, das dem Leser auf sensible Art nahegebracht wird. Das ist sehr wichtig, weil mit der zunehmenden Lebenserwartung der westlichen Welt die Wahrscheinlichkeit steigt, dass wir in unserem Umfeld mit dieser Krankheit konfrontiert werden.

Da der Großvater in Vietnam gekämpft hat und die Rockmusik, die im Buch so eine große Rolle spielt, in dieser Zeit geboren wurde, wird dem Leser ohne erhobenen Zeigefinger dieser Krieg und die damals herrschende Protest-und Aufbruchsstimmung nahegebracht, eine Zeit, die auch schon fünfzig Jahre her ist und den meisten Lesern nur abstrakt aus Geschichtsbüchern bekannt ist.

Fazit:

Ein ungewöhnliches Jugendbuch aus dem Alltag eines amerikanischen Teenagers, der sich auf die bisher größte Mission seines Lebens begibt. Ein mutiger Schritt, bei dem am Ende drei liebenswerte Charaktere gewinnen können. Das macht Spaß zu lesen und auf gute Weise nachdenklich.

The Last True Lovestory

Brendan Kiely, ONE

The Last True Lovestory

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