Schattenkrone - Royal Blood (1)

Erschienen: Januar 2017

Bibliographische Angaben

  • Fischer, 2016, Titel: 'Legacy of Kings', Originalausgabe

Couch-Wertung:

7

Leser-Wertung

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Carsten Kuhr
Mischung aus Reign und Game of Thrones

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Mai 2017

Alexander von Macedonien, besser bekannt unter seinem späteren Namen Alexander der Große, steht im Zentrum der Handlung. Erzählt wird die fiktive, um magische Aspekte aufgepeppte Jugend des späteren Eroberers. Stop! Stimmt das überhaupt?

Richtig, Alexander ist eine der Hauptpersonen des Auftaktbandes einer Jugendbuch-Fantasy-Trilogie einer Autorin, die bislang vornehmlich im historischen Roman veröffentlicht hat. Dieses geschichtliche Wissen und die Fähigkeit, historische Lebensumstände und Verbindungen plastisch und überzeugend zu schildern, nutzt Herman auch vorliegend. Aber zurück zur Frage; geht es - nur - um Alexander? Nein, nicht weniger als 7 - ausgeschrieben sieben ! - Sichtweisen und damit Erzähler erwarten den Leser.

Also, zunächst einmal haben wir Prinz Alexander, Alex wie er im Text heißt, ein junger Mann, mit einem körperlichen Handicap (große, schmerzenden Oberschenkelnarbe), das ihn in den Augen vieler seiner künftigen Untertanen für die Herrscherrolle disqualifiziert. Zeigt die Behinderung doch, dass sich die Götter von ihm abgewandt haben. Dazu gesellt sich mit dem Kämpfer Hephaestion, Alexanders bester Freund, ein Recke, der im Staub der Arena ebenso glänzt wie auf dem Feld der Ehre.

Prinzessin Cynane, die Halbschwester Alexanders nimmt seit frühster Jugend an der Ausbildung der Kämpfer teil. Daneben ist sie ein intrigantes Biest, das ihre Machtgelüste ausleben und sich rücksichtslos selbst an die Hebel der Macht bringen will - koste es, was es wolle! Katerina, genannt Kat, ist eine Waise aus einem kleinen Dorf in der Provinz mit einer magischen Gabe und einer Queste, die sie zwingt, die Hauptstadt, den Ort, an dem ihre Mutter ermordet wurde, zu besuchen. Jacob, Kats Pflegebruder, wurde auserwählt, für das Dorf an den Kampfspielen teilzunehmen - eine gefährliche Ehre, kamen doch die letzten Abgesandten des Dorfes, angesichts der gefahrvollen Spiele insbesondere für den Leib, in Leichensäcken zurück in ihre Heimat. Königin Olympias, Alexanders Mutter, verfolgt intrigant ihre eigenen Pläne.

Und schlussendlich Prinzessin Zofia aus Persien, die die Ehre hat, Alexander als Braut gegeben zu werden - obwohl sie doch einen ganz anderen Mann, einen Krieger aus ihrer Heimat liebt. Hoppala, da werden Erinnerungen - nicht nur was das Personenkarussell, auch was das politische Intrigenspiel anbelangt - an "Reign" oder "Game of Thrones" wach. Ja, man kann die Handlung als Mischung dieser beiden Erfolgsserien bezeichnen, und liegt dabei gar nicht weit daneben. Magische Kräfte regen sich wieder, nachdem sie für Generationen geschlafen haben, es geht um Intrigen, um Macht und um Sex, letztes aber wohldosiert und der Zielgruppe angemessen sehr gemäßigt.

Die Autorin nutzt den ersten Band ihrer Reihe weidlich, um uns die Welt vorzustellen, die Handelnden einzuführen und erste Konflikte, Geheimnisse und Handlungsbögen zu installieren.

Wie bereits angedeutet, liegt die Stärke der Autorin darin, dass sie uns die Welt der Antike plastisch beschreiben, erlebbar und nachvollziehbar macht. Das geht zunächst, insbesondere weil sie uns die vielen unterschiedlichen handlungsrelevanten Personen vorstellen muss, zu Lasten der Spannung. Es gilt die unterschiedlichen Handlungsperspektiven zu verinnerlichen, die Figuren einzuordnen, bevor die eigentliche Handlung, das Intrigenspiel, der Verrat und aufopfernde Kampf beginnt.

Allerdings nutzt die Autorin den Zufall als Helfer ihres Plots ein wenig zu gerne. Und auch sonst wartet wenig wirklich Überraschendes auf den Leser. Man erkennt unschwer die erfolgreichen und erprobten Versatzstücke von gängigen Bestsellern - die intrigante Schwester, die das Glück ihres Bruders unterminiert, die Mutter, die nur auf ihr eigenes Glück schielt, die Prinzessin die sich ihrer politischen Vermählung zu entziehen sucht - das ist alles nicht wirklich neu.

Fazit

Es bleibt ein etwas zwiespältiges Gefühl zurück. Zum einen wird der Leser mit mehr als einer Handvoll von Figuren fast erschlagen, bekommt dann aber ein recht realistisches Bild des antiken Griechenlands präsentiert, bevor das Intrigenspiel, das sich an großen Vorbildern orientiert, beginnt.

Schattenkrone - Royal Blood (1)

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