Nacht ohne Sterne

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

Einst waren sie nur eine Gruppe von Kindern, die dem dritten Orden zur Ausbildung übergeben wurden. Nachdem sie die strenge Zucht des Ordenshauses durchlaufen hatten, wurden sie in den Krieg geschickt - und zur Legende. Obwohl auch sie die Niederlage nicht aufhalten konnten, wurden und werden sie vom Volk als Helden verehrt. So mancher von ihnen gab sein Blut und sein Leben im Kampf gegen die Aggressoren. Doch der Mann, der von seiner geheimen Gabe geleitet als legendärer Anführer in die Annalen einging, überlebte.

Nun ist Vaelin Al Sorna zurück, trägt sein Schwert in einem Leinenbeutel und hat sich geschworen, sich nie mehr in politische Ränke verwickeln zu lassen. Der König ernennt ihn zum neuen Herren des Turmes, so dass er seinen Plan, den verschollenen Gefährten nachzuspüren, nicht nachkommen kann. Währenddessen machen sich die feindlichen Volarier, durch dunkle Gaben unterstützt, daran, das Königreich zu erobern.

Aus Sicht von Vaelin al Sorna, Prinzessin Lyrna, der kirchlichen, Attentäterin Reva und Vaelins verschollenen Gefährten Frentis erleben wir mit, wie das Reich durch dunkle Gaben, Verrat und einer minutiös geplanten Invasion niedergeworfen werden soll. Einmal mehr scheint es an Vaelin zu sein, buchstäblich das Schwert in die Hand zu nehmen, um Böses zu verhindern und den Fall von Recht, Ordnung und Freiheit zu verhindern - auch wenn er dazu seine eigene dunkle Gabe nützen müsste und eigentlich nichts mehr sucht, als Frieden und Vergessen ...

Ryan schreibt verteufelt gut

Um es vorweg zu nehmen - die Lektüre des ersten Teils der Trilogie ist Pflicht, sonst wird man der Handlung dieses Mittelbandes nicht folgen können. Leider hat es der Verlag vorliegend versäumt, dem Leser eine Zusammenfassung des ersten Romans beizugeben, die das Zurechtfinden in den alternierenden Handlungssträngen sicherlich etwas vereinfacht hätte.

Mittels der abwechselnd die Bühne übernehmenden Hauptpersonen schildert der Autor uns den Verrat, die Invasion und Besetzung des Königreichs. Dabei kommt er seltsamerweise bis weit ins letzte Drittel des Bandes ohne große oder auch kleine Schlachtengemälde aus. Statt uns also mit martialischen Kämpfen, mit Blut und Leid zu fesseln, setzt er auf interessante Geheimnisse - und davon jede Menge - die sich uns nach und nach offenbaren. Dabei lässt er seine ganz eigene Magie auftreten.

Das sind keine allmächtigen Zauberer in spitzen Hüten, die ihre Zaubereien scheinbar mühelos aus dem Handgelenk wirken, sondern eher geschundene Männer und Frauen, die als Medium für zumeist unwillkommene Gaben dienen. Dass sie für die Nutzung dieser dann noch einen hohen Obolus zahlen müssen, macht ihren Unwillen, die Kräfte zu nutzen, verständlich. Die religiös begründeten Anfeindungen, denen sie ausgesetzt sind, erklären ihr Zögern auch nur zuzugeben, über die Gaben zu verfügen.

Immer deutlicher zeichnet sich der Widersacher ab, der hinter den vielfältigen, seit Jahrzehnten minutiös geplanten Angriffen steckt. Wer, oder besser was sich aber hinter dem Widersacher versteckt, bleibt zunächst noch offen.

So gering dosiert der Einsatz der magisch anmutenden Kräfte insgesamt auch bleibt, so prägt er doch die archaische Welt und ihre Figuren. Diese haben sich von den Kindern und Jugendlichen des ersten Bandes fortentwickelt. Die Erziehung und Ausbildung haben sie geprägt, die Kämpfe, der Verrat und die schmerzhaften, ja traumatischen Verluste taten ein Übriges, sie als Persönlichkeiten reifen zu lassen. So ist der legendäre Schwertkämpfer, der sein scharfes und spitzes Arbeitsutensil in einem Beutel mit sich herumträgt, ein Mann, dem man als Leser abnimmt, dass er nicht mehr kämpfen, nie mehr töten möchte. Dies ist für Leser jeglichen Alters gut nachvollziehbar und auch in sich logisch.

Dass das Leben auch feste Vorsätze oftmals umstößt, dass es zumeist anders kommt, als geplant, ist Bestandteil des Erwachsenwerdens und des Daseins. Insbesondere die Tatsache, dass die Kämpfe - spät und dann nie grell im Detail beleuchtet - nie im Mittelpunkt stehen, machen den Roman auch für jugendliche Leser interessant. Dass der Plot dann mit einem mehr als fiesen Cliffhanger endet, lässt die Zeit bis zum Erscheinen des abschließenden dritten Teils allerdings lang werden.

Fazit

So muss moderne Fantasy sein - frisch, ohne plakative Gewalt mit faszinierenden Figuren vollgepackt und unheimlich spannend!

Couch-Wertung:

8

Leser-Wertung

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Carsten Kuhr
Träume sind Rätsel in Bilder gegossen (S. 86)

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Mai 2016

Einst, vor langer Zeit, lebten sie alle in Einklang und Frieden miteinander. Doch dann begannen die Menschen die ihnen innewohnende Magie zu verleugnen, ja, Jagd auf alle magischen Wesen zu machen. Diese zogen sich in magische Refugien, die aus Träumen errichtet wurden, zurück. Die Menschen begannen sie zu vergessen.

Als es dann vor Generationen zum Zerwürfnis unter den Elfen kam, begann ein von beiden Seiten zunächst gnadenlos geführter Krieg. Erst die Errichtung einer undurchlässigen Grenze zwischen Valdurin, dem Reich des Lichts und der Unterwelt brachte einen brüchigen Frieden. Jetzt bröckelt Lyrians Wall der das Reich der Askari vor den Bharassar schützt, der Krieg könnte wieder aufflammen - mit verheerenden Folgen für alle Beteiligten.

Naya ist eine Halbelfin. Ihre verstorbene Mutter hatte sich in einen Menschen, einen Antiquar verliebt und wurde, ihm zuliebe, aus ihrer Heimat verstoßen. Von den allermeisten Elfen als Halbblut verachtet und gemieden hilft sie ihrem Vater in seinem Antiquariat in New York, geht mit ihrem Jugendfreund, Jaron dem Lichtelfen ins Kino und, wen wundert's, liest viel.

Seit einigen Wochen hat sie das Gefühl, dass jemand ihre Träume raubt. Eines Nachts setzt sie einen Zauber, den ihr die Hausfee Rosa geschenkt hat ein, um den Dieb auf frischer Tat zu erwischen. Statt eines Kobolds aber erweist sich einer der Dunkelelfen als der Dieb; Vidar, ein junger Mann, der gar merkwürdige Gefühle in Naya auslöst.

Dass sich unsere Halbelfe als Erbin Lyrions erweist und als Einzige die Macht hat, den Wall zwischen den verfeindeten Elfen wieder zu stabilisieren, den Status Quo aufrecht zu halten und so einen neuen Krieg der Schatten zu vermeiden, erweist sich als schwere Bürde. Zwei Elfen, der eine im Licht wandelnd, der Andere aus den Schatten kommend, buhlen um ihre Gunst, um die Zukunft der Welt ...

Dramatik meets Gefühl

Wer Gesa Schwartz' Karriere ein wenig mitverfolgt hat, der weiß, dass die Autorin mit Herzblut unterwegs ist. In ihren Romanen geht es vordergründig immer um Gefühle, dahinter aber hat sie immer eine weitere, tiefschürfendere Suche versteckt. Vorliegend geht es um den Drang nach Freiheit, den Mut Veränderungen anzustreben und natürlich um eine Frau zwischen zwei charismatischen Männern.

Das hält für die zumeist weiblichen Fans der Autorin genau das bereit, auf das sie bei einem neuen Buch von Gesa Schwartz hoffen sehr intensiv, gleichzeitig glaubwürdig verfasste Schilderungen der chaotischen Gefühlswelt der Protagonistin, jede Menge Dramatik und eine Prise Abenteuer.

Man taucht tief ein in das Leben, die Hoffnungen und Ängste von Naya, bibbert mit ihr ob der Aufgabe, die ihrer harrt, ist überrascht und bewundert gleichzeitig, wie sie mit den dramatischen Ereignissen umgeht und sich nicht unterkriegen lässt.

Dass sie als Hauptfigur nicht einfach unberührt durch die Fährnisse wandert, die ihr das Schicksal in Gestalt der Verfasserin auflegt, ist man gewohnt. Aber die Art und Weise, wie es Schwartz gelingt, uns mit und in ihrer Figur gefangen zu nehmen, uns hineinzuziehen, ist schon besonders.

Fazit

Wie schon in ihren bei Egmont-Lyx erschienen Romanen verbindet die Autorin gekonnt Romantik mit einer übernatürlichen Handlung, besticht mit wunderbar gezeichneten Figuren und unterhält voller Gefühl aber auch packend.

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