Maggie und die Stadt der Diebe

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

Eigentlich war Gina überzeugt, auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen. Doch dann kommt die unglückselige Party, auf der sie ihren Freund beim Knutschen erwischt - mit einer anderen. Für Gina bricht zuerst eine Welt zusammen, dann beschließt sie, ihr neues Single-Dasein zu genießen. Hilfe verspricht sie sich von ihrer besten Freundin Malena, der Single-Frau schlechthin. Nur, dass sich Malena ausgerechnet diesen Moment ausgesucht hat, um sich zu verlieben. Frustriert muss Gina miterleben, wie Malena dem Single-Dasein den Rücken kehrt - und ist plötzlich auf sich alleine gestellt. Dabei stellt sie fest, dass es ganz schön stressig ist, nicht in festen Händen zu sein.

An Verehrern mangelt es der jungen Frau nicht. Mr. Right scheint jedoch nicht drunter zu sein. Nach ein paar frustrierenden Erlebnissen ist Gina überzeugt: Männer sind Penner. Das wird nicht besser, als Malena erkennen muss, dass ihr Held ebenfalls in diese Kategorie einzureihen ist, weil er sie betrogen hat. Besonders hart trifft es da Gina, dass die Liebe zwischen ihren Eltern auch vorbei ist und eine Trennung ins Haus steht. Überzeugt, dass kein Mann es wert ist, ihm das Herz zu schenken, träumt Gina trotzdem noch immer davon, dem einen zu begegnen, der anders ist. Die ernüchterte Malena ist skeptisch. Die beiden Freundinnen schließen eine Wette ab, die Gina ganz schön unter Druck setzt.

Temporeich, witzig und unterhaltsam

Beziehungspflaster ist ein Roman, den man sich gönnen kann, wenn die Abende wieder dunkler werden und man sich alleine in eine Sofaecke kuschelt. Die Geschichte der beiden jungen Mädchen, die von schlechten Erfahrungen ernüchtert nicht mehr an die Männer glauben möchten, könnte aus dem Leben gegriffen sein. Nina Ponath geht ganz dicht an die Protagonistinnen heran. Zum einen erreicht sie das über die Ich-Erzählerin Gina, die in einem saloppen Unterhaltungston schildert, was sie erlebt. Zum anderen auch durch die fast greifbare Banalität der Story, die gerade dadurch aus dem Leben gegriffen sein könnte. Die Autorin schildert die Gefühle der beiden Mädchen auf eine Weise, die sie auch für jene nachvollziehbar macht, die gerade nicht in einer solchen Lage stecken wie die zwei.

Viele Szenen entlocken den Leserinnen - das Buch dürfte hauptsächlich Mädchen ansprechen - ein Lächeln. Andere lassen das Herz höher schlagen oder wecken Erinnerungen an eigene Erlebnisse. Dadurch wird Beziehungspflaster zu einer Lektüre, die viele Emotionen wach ruft. Dadurch, dass Nina Poth die beiden Freundinnen Gina und Malena zwar unkonventionell sein lässt, aber nicht so ausgeflippt, dass sie nicht mehr greifbar wären, macht sie sie zu Verbündeten der Leserinnen. Es wirkt bald so, als würde die beste Freundin der Leserin erzählen, was sie jüngst erlebt hat. Das erst noch in einer Sprache, die dem jugendlichen Alter der Erzählerinnen wie auch derjenigen, an die das Buch gerichtet ist, entspricht.

Fazit

Beziehungspflaster ist kein besonders tiefschürfendes Buch. Es ist aber ein lebendiges, ein witziges und ein unterhaltsames Buch. Was die Story erzählt, könnte man sich mehrfach von Freundinnen erzählen lassen, die ähnliches erlebten. Gerade dadurch wird der Roman zu etwas, das direkt auf die emotionale Ebene rutscht. Es sind nicht die ganz großen Gefühle, die da wach gerufen werden. Aber die ganz gewöhnlichen Alltagsgefühle, über die sonst kaum jemand schreibt. Dadurch bleibt die Geschichte sehr nahe am Publikum.

Couch-Wertung:

7

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Carsten Kuhr
Eine Waise mit geheimnisvoller Herkunft

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Nov 2015

Kinder in Waisenhäusern haben es gemeinhin nicht eben leicht im Leben. Ohne Eltern wachsen sie nur allzu oft ohne Liebe, ohne echte Bezugsperson auf, niemand kümmert sich um die Kleinen.

Das gilt auch für Maggie, doch dann wird das Mädchen von vermeintlichen Eltern aus dem Heim geholt - Eltern, die allerdings bestimmt nicht ihre Erzeuger sind!

Es gelingt Maggie zu fliehen, doch jetzt steht sie alleine und verloren im New York des Jahres 1870. Unbekannte mit roten Halstüchern, Mitglieder einer der vielen Verbrecherbanden verfolgen sie, nur der Hilfe einer der vielen Kinderbanden hat sie es zu verdanken, dass ihr zunächst die weitere Flucht gelingt. Dass ausgerechnet Dandy Dolan, einer der Verbrecherkönige der Stadt sie sucht, ist ihr ein Rätsel. Der Dandy, der sein Geld mit der Entführung von Kindern reicher Eltern macht, kann doch an ihr, einem Waisenkind kein Interesse haben?

Doch dann träumt sie von einer Zeit, als sie, damals als dreijährige, in New York lebte. Gemeinsam mit ihren treuen Freunden macht sie sich auf, das Geheimnis um ihre Herkunft und die Verbindung zum organisierten Verbrechen zu lüften - und stößt dabei auf zwei Legenden - dem Herrscher über die Unterwelt, dem Bowery Boy und dem legendären, eigentlich am Strick hingerichteten Meisterdieb Chung Ling ...

Eine in sich stimmige Geschichte

Gleich in seinem ersten Roman hält Patrick Hertweck eine rührende, gleichzeitig aber auch sehr spannende Geschichte für seine Leser bereit. In der Kulisse der Armenviertel New Yorks, in den 1870ern angesiedelt, berichtet er uns von Kinderbanden, die, um zu überleben, gezwungen sind, Ratten zu jagen, zu Betteln und Diebstähle zu begehen.

Das ist, gerade weil die damals herrschenden Zustände als etwas Alltägliches geschildert werden, für heutige Leser zunächst verstörend; zeigt es uns doch unmissverständlich auf, dass gerade Kinder immer zu den größten Verlierern bei Armut und Not gehören. Für Spiel und Spaß bleibt da wenig Raum, stattdessen geht es darum, in der Gemeinsamkeit Halt zu finden, sich in der Gruppe gegen die alltägliche Not zu stemmen.

Dass die Hauptpersonen - neben Maggie ist hier insbesondere ihr bester Freund Tom zu nennen - dabei sehr wirklichkeitsnah gezeichnet werden, ermöglicht es dem Leser sich in diese hineinzuversetzen und mit ihnen mitzufühlen.

Für das Abenteuer sorgt dann die Verwicklung mit den Verbrechern, die Suche nach Aufklärung der Entführung und damit auch die Suche nach Maggies Wurzeln. Maggie selbst ist als mutiges Mädchen nicht gefeit vor Furcht und Einsamkeit, also ganz real und überzeugend gezeichnet.

Die Auflösung der Rätsel bringen dann im Finale nochmals alle Handlungsträger zusammen, sorgen für Dramatik und Gefühle, bieten aber auch die Möglichkeit einer eventuellen Fortsetzung.

Fazit

Die anrührende Geschichte um das Waisenkind Maggie verbindet Spannung mit lebensechten Figuren und zieht den Leser mit seiner geheimnisvollen Atmosphäre in ihren Bann.

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