doppeltot

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Gerstenberg, 2014, Titel: 'Zwarte Zwaan', Originalausgabe

Couch-Wertung:

8

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Rita Dell'Agnese
Bis wohin geht Freundschaft?

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jul 2015

Rifka ist zwölf. Und sie ist ein Mädchen, das Grenzen auslotet. Mit anderen Menschen kommt Rifka nicht gut klar. Mädchen sind für sie Dummtussis, Jungs Lödeldödel. Ihre forsche Art wird von den anderen Kindern in ihrer Klasse dennoch bewundert, sie ist der unbestrittene King der Klasse. Eine Rolle, die Rifka gnadenlos für sich einfordert. Ganz anders ist Düveke. Das Mädchen aus behütetem Haus ist Rifkas Freundin. Und sie stellt niemals in Frage, was Rifka macht. Selbst die ausgefallensten Ideen akzeptiert Düveke.

Erst als Rifka beschließt, ihre eigene Beerdigung zu erleben, zögert Düveke. Sie versteht ihre Freundin nicht, hat ein ungutes Gefühl bei der Sache. Denn Rifka möchte ihre eigene Entführung inszenieren. Düveke weiß, dass sie sich den Erwachsenen nicht anvertrauen darf, obwohl ihr Rifkas Plan nicht nur verwegen vorkommt, sondern sie ahnt, dass er weit über alle Grenzen hinausgeht. Düvekes Bruder Olivier gibt seiner zwei Jahre jüngeren Schwester Halt. Seit Jahren ist er ihr Beschützer. Rifka spürt die Unsicherheit Düvekes und reagiert mit Druck auf sie. Das wiederum zwingt Düveke zu einer Entscheidung, die weitreichende Folgen haben wird.

Autor Gideon Samson geht mit seinem Roman doppeltot stark an Grenzen. Zum einen schafft er mit Rifka eine Figur, die in Jugendromanen nur selten anzutreffen ist. Sie sprengt jede Norm und verkörpert eine Art Mädchen, wie sie selten anzutreffen ist. Da Gideon seine Hauptfigur sehr ins Extreme laufen lässt, fordert er seine jungen Leserinnen und Leser stark. Rifka hat nichts Heldenhaftes an sich. Sie eckt an, fordert und spielt sich in den Vordergrund, ohne jedoch etwas anderes als schräge Ideen aufweisen zu können. Das ganze Persönlichkeitsbild Rifkas will nicht so recht zum Alter passen, das der Figur auf den Leib geschrieben wurde Je länger Düveke sich im Umfeld ihrer Freundin bewegt, desto stärker gerät sie in eine Art Abhängigkeit. Als Rifka von ihr Dinge verlangt, die gegen Düvekes Natur laufen, muss sich die zurückhaltende und unsichere Düveke überlegen, wie weit Freundschaft gehen soll und darf – und wo es besser ist, jemanden anderen einzuweihen. Diesen Konflikt arbeitet Gideon Samson sehr schön heraus. Er lässt Düveke so handeln, wie man es von einem bisher behüteten Mädchen in ihrem Alter erwarten mag. Und damit steht Düveke erneut in einem deutlichen Gegensatz zu ihrer Freundin Rifka.

Gideon Samson fordert seine Leser aber nicht nur mit dem stark gewöhnungsbedürftigen Charakter von Rifka, sondern mit dem gesamten Aufbau der Geschichte. Er hat sie in drei Teile unterteilt. Diese widmet er zeitlichen Einheiten: Davor, Während und Danach. Dreigeteilt ist auch die Sichtweise des Romans. Zu den Perspektiven von Rifka und Düveke kommt noch jene von Düvekes Bruder Olivier hinzu. Damit kommt sehr viel Bewegung in den Roman hinein. Möglicherweise etwas zuviel. Die ständigen Wechsel von Erzählperspektive und Zeitperspektive fordert intensive Aufmerksamkeit, sonst gehen die besonders schönen und aussagekräftigen Stellen des Romans verloren. Es passiert immer wieder, dass die eine oder andere Stelle nochmals gelesen werden muss, weil ihre Einbettung in den Verlauf der Geschichte nicht ganz glücklich ist. Die gewählte Form der Erzählung eignet sich eher für ein älteres Zielpublikum als für Zwölfjährige. Auch Rifka als Figur will nicht so richtig auf das Publikum passen. Hier dürfte man eher ein etwas älteres Publikum ansprechen, doch bleibt dann Rifka als gerade mal Zwölfjährige auf der Strecke.

Teilweise wettgemacht wird die leichte Überforderung durch eine wirklich gute Auswahl der angesprochenen Themen. Im Vordergrund steht dabei die Frage, was Freundschaft ist und was von einem echten Freund gefordert werden kann. Die Situation, in die Rifka Düveke treibt, gibt dem Autor viel Spielraum, diese Frage von verschiedenen Seiten her anzugehen und zu durchleuchten.

FAZIT

doppeltot ist ein nicht ganz einfacher Jugendroman, der hohe Ansprüche an die Leserschaft stellt. Dafür präsentiert der Autor eine ganz und gar nicht alltägliche Geschichte, die ihren Reiz hat. Allerdings ist die Geschichte nichts für empfindliche Gemüter. Eltern sollten deshalb zunächst selber einen Blick ins Buch werfen, bevor sie es jüngeren Leserinnen und Lesern überlassen.

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