Bannwald

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

Sie alle haben einen Traum; sie wollen Seeker werden, mit ihren jahrelang geschulten Fähigkeiten im Kampf den Unterdrückten und Schwachen beistehen, für ein wenig Gerechtigkeit sorgen. Am letzten Tag vor ihrer Prüfung werden sie ein letztes Mal von ihrem Ausbilder gnadenlos getestet und trainiert.

Quin, John und Shinobu sind bereit für ihren großen, den größten Tag ihres Lebens. Als der endgültige Test beginnt, ahnen sie nicht, dass ihr großes Ziel vielleicht gar nicht so erstrebenswert ist, wie sie, die alle aus alteingesessenen Familien der Seeker kommen, gedacht haben. John, der Mann, an den Quin ihr Herz verloren hat fällt durch die Prüfung, die anderen Beiden bestehen und gehen in ihren ersten Einsatz; eine Mission, die ihnen alle jemals gehegten Illusionen über die Gerechtigkeit ihrer Kämpfe nimmt. Am selben Tag den Geliebten verloren, ihren Vater, das Oberhaupt der Seeker entmystifiziert und den Glauben an ihre Mission verloren – kann es für Quin noch schlimmer kommen ... ?

Das Buch, wieder einmal der Auftakt einer neuen Reihe, beginnt mit einem packend beschriebenen Schwertkampf der mich von seiner Ausgestaltung her, an die Anfangssequenz der begeisternden Richard Leser Verfilmung der drei Musketiere erinnert hat. Da wird in einer staubigen Scheune gefightet, messen sich junge Kämpfer mit ihrem Ausbilder

Einen ersten Hinweis darauf, dass wir uns aber nicht etwa, wie man unterstellen könnte, in einer archaischen Welt befinden, bekommen wir durch die Beschreibung der Waffen. Die Schwerter bestehen aus einem intelligenten Metall, das durch die Gedanken der Kämpfer geformt wird und unterschiedlichste Formen annehmen kann. Bald wird deutlich, dass uns die Autorin in eine zukünftige Welt entführt, in der es zwar imposante Erfindungen gibt, in der aber auch altbekannte Probleme und Verhaltensweisen auf uns warten.

Entwicklungsroman gepaart mit Urban-Fantasy

Aus der Sicht von vier Protagonisten erzählt, entfaltet sich nach und nach eine Geschichte, die sich neben der spannend aufgezogenen Handlung vornehmlich mit ernsten Themen beschäftigt. Es geht um enttäuschtes Vertrauen, um Liebe, Verlust, Neid und Verrat. Des Weiteren widmet die Autorin sich der Entmystifizierung der Eltern – vorliegend ist insbesondere Quins despotischer Vater zu nennen – und um die Suche nach dem eigenen Weg der den Jugendlichen bevorsteht.

Das sind durchaus ernste, schwere Themen, die Dayton hier in ihren Plot eingearbeitet hat, ja, die diesen über weite Strecken prägen. Durch die unterschiedlichen Erzähler gewinnt die beschriebene Welt an Kontur, wird in ihrer Ausgestaltung sehr plastisch. Auch die Charaktere per se sind detailreich ausgearbeitet, ihre jeweilige Motivation ebenso klar, wie nachvollziehbar aufgebaut. Auch wenn gerade im Mittelteil ein paar Längen auf uns warten, las sich der Roman spannend und flüssig bis zum mitreißenden Finale durch.

Der erste Band von Die Stunde des Fuchses – Die Clans der Seeker ist der Beginn einer modernen Urban-Fantasy-Legende, die dem Leser interessante Gestalten präsentiert, nachdenkenswerte Ansätze anbietet und sich um das Erwachsenwerden und Eigenverantwortung dreht.

Couch-Wertung:

7

Leser-Wertung

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Carsten Kuhr
Romeo und Julia aus dem Sternenvolk

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Jul 2015

Einst waren sie eine der machtvollsten Stämme des Sternenvolks. Ihre weiße Magie befähigte sie, Wunden zu heilen und für Gesundheit und Wohlstand zu sorgen. Dann geriet ihre Macht in Vergessenheit. Seitdem leben die Leonen unterdrückt und geknechtet im Bannwald. Ihre despotischen Herren und Meister, die Tauren unterdrücken sie gnadenlos. Sie müssen ihre kargen Gaben, Beeren und Nüsse die sie mühsam gesammelt haben, als Zeichen ihrer Unterwerfung bei den Tauren abgeben, selbst wenn sie dadurch hungern.

Robin gehört zu ihnen. Im Haus des Anführers ihres Stammes wächst sie auf, nachdem ihre Mutter, die sich mit einem Tauren eingelassen hat und von diesem ermordet wurde, gestorben ist. Dass sie die Kräfte ihres Vaters geerbt hat, ahnt sie nicht, als sie zum ersten Mal dem Tauren Emilian begegnet. Dass sie sich in den Vollstrecker der Tauren, den künftigen Anführer der Tauren, verliebt, war ebenso wenig vorherzusehen, wie dass ihr Vater einen heimtückischen Plan hegt – einen Plan, der ein Opfer vorsieht ...

Viel Romantik gepaart mit packend beschriebenen Auseinandersetzungen

Julie Heilands Bannwald, einmal mehr der Auftaktroman einer kleinen Reihe, richtet sich an einen Leserkreis, der mit den Panem Romanen und Urban Romancies groß geworden ist.

Es geht einmal mehr um ein Paar, das gleich dem großen Vorbild von Romeo und Julia aus unterschiedlichen, einander misstrauisch, ja ablehnend beäugenden Kreisen kommend, ihrer Liebe bewusst wird und versucht ihr Glück, allen widrigen Umständen zum Trotz, zu finden.

Aus Sicht der Ich-Erzählerin erleben wir zunächst das einfache Leben der Waldbewohner mit. Sie, die von der Hand zum Mund leben, die im Einklang mit den Tieren und der Natur existieren, können ihre Unterdrücker weder verstehen, noch bekämpfen. Die Tauren sind brutal, egoistisch und übermächtig. In ihren hochtechnisierten Villen leben sie von der Arbeit der ahnungslosen Menschen, die von den Sternenbildvölkern nichts ahnen.

Nach und nach erschließt sich uns die Lebensweise der verschiedenen Stämme, erleben wir die maßlose Ausbeutung und Unterdrückung der Leonen mit. Warum sie, die einstmals über mächtige Kräfte verfügt haben, so tief gefallen sind bleibt zunächst ein Rätsel.

Die Liebesgeschichte bietet jede Menge durchaus nachvollziehbarer und nie übertrieben beschriebener Gefühle, so dass fürs Herz so einiges dabei ist. Dabei kommt aber auch die Action nicht zu kurz. Immer wieder kommt es zu Anfeindungen, muss sich Robin tätlicher Angriffe erwehren. Dass und wie sie mit dem Anführer der Tauren verbunden ist, ob und wie sie das schwere Schicksal ihrer Leidensgenossen mildern kann, das darf ein Jeder selbst nachlesen.

Fazit

Ein Roman, der Romantik mit interessanten Geheimnissen verbindet, der Kämpfe beschreibt, aber auch Platz für die Charakterdarstellung der wenigen handlungsrelevanten Figuren hat.

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