Fuck you Leben!

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • dtv, 2014, Titel: 'Trouble', Originalausgabe

Couch-Wertung:

8

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Rita Dell'Agnese
Was ist Freundschaft wert? FAZIT

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Jul 2015

Hannah gilt als heißer Feger – 10 von 10 Punkten gibt ihr Fletch nach dem letzten Sex. Und das macht Hannah auch für andere Jungs in der Schule interessant. Denn die 15-jährige scheint kaum Hemmungen zu haben, flirtet gnadenlos und versucht, nicht zu sehr zu dem angesagtesten Jungen der Schule, Tyron, zu schielen. Denn Tyron ist mit Marcy zusammen, einem Model, das ihren Freund eifersüchtig beobachtet. Also hängt Hannah mit ihrer besten Freundin Katie zwar zusammen mit den anderen im Park rum, findet aber nicht so richtig aus ihren trüben Gedanken heraus.

Gerade hat Hannah zu ihrem Entsetzen herausgefunden, dass sie schwanger ist. Sie weiß, dass sie niemandem verraten darf, wer der Vater des Kindes ist. Nicht mal mit Katie kann sie über all das reden. Seit Katie mit Rex zusammen ist, scheint Hannah für sie nur noch Luft zu sein. Wenn wenigstens ihr Stiefbruder Jay noch da wäre. Doch der ist abgehauen, studiert nun an einer weit entfernten Uni. Mitten in Hannahs Trübsal plumpst Aaron. Er ist ein seltsamer Typ. Neu an der Schule und auf eine unglaubliche Art cool, obwohl er doch ganz und gar ein Strebertyp ist. In einer schwachen Minute vertraut Hannah Aaron an, dass sie schwanger ist und dringend einen Vorzeigevater für das Baby braucht. Er bietet ihr an, die Rolle zu übernehmen. Hannah ahnt nicht, dass Aaron dadurch eine Schuld abtragen möchte, an der er fast zerbricht.

Soweit also die Story. Auf den ersten Blick geht es in Pratts Roman um eine Teenagerschwangerschaft. Erst, wenn man sich mit der Geschichte auseinander setzt, merkt man, dass die Schwangerschaft zwar ein tragendes Element ist – nicht aber die Hauptsache der Geschichte. Denn die wirkliche Basis ist das Thema Freundschaft. Und zwar in all ihren Facetten. Zunächst ist da mal die Freundschaft zwischen Hannah und Katie, die zu bröckeln beginnt, als Katie es schafft, in den Dunstkreis von Marcy aufgenommen zu werden. Hannah spürt instinktiv, dass sie Katie nicht mehr vertrauen kann, als sie es dennoch tut, liefert ihr diese den schmerzhaften Beweis dafür. Dafür entpuppen sich Anj und Gideon, bisher eher am Rande von Hannahs Bewusstsein angesiedelt, als Freunde. Und Aaron, mit dem Hannah weder eine lange Geschichte noch sonst etwas verbindet. Aaron, der ein neues Leben aufbauen muss. Aaron, der in einem Altenheim einsame Menschen besucht. Aaron, der für die Avancen von Hannah unzugänglich scheint. Er bietet sich in einem Moment als Freund an, in dem Hannah sich von allen anderen im Stich gelassen fühlt.

Neben Freundschaft spielen aber auch Mobbing, Schuld und Alkohol eine Rolle. Die Autorin N. Pratt greift diese Themen höchst geschickt auf. Sie versteht es, Situationen in die Geschichte einzubauen, anhand derer sie die unguten Entwicklungen sichtbar machen kann, ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu heben. Mühelos können die jungen Leserinnen und Leser mitverfolgen, wie es zur Situation kommt, in der Hannah nun steht. Auch die Auseinandersetzung Hannahs mit dem wahren Kindsvater kommt zur Sprache, ebenso wie ihre Suche nach dem richtigen Weg.

Hannah scheint während ihrer Schwangerschaft zwar zu reifen, verhält sich aber dennoch so, wie man es von einer jungen Frau, deren Hormone Achterbahn fahren, erwartet. Stimmig sind auch die Reaktionen ihres Umfeldes – zumindest fast. N. Pratt versäumt es nämlich, die Probleme anzusprechen, die mit der Schwangerschaft einer 15-jährigen Schülerin zwangsläufig auftreten. Die Zukunftsperspektive bleibt absolut ausgeklammert, der Roman bleibt da klar auf der Linie des gerade Stattfindenden. Und hier gibt es den großen Kritikpunkt an Fuck you Leben! anzubringen. Die Teenager-Schwangerschaft wird zwar nicht gerade glorifiziert – doch stellt die Autorin die Situation in einem leicht rosa gefärbten Licht dar. Hannahs behütetes Leben im wohlhabenden Elternhaus ist nicht in Frage gestellt, die körperlichen Veränderungen sind allenfalls spannend bis belustigend. Auch die Weigerung des Kindsvaters, sich zu Hannah zu bekennen, bleibt eher eine Randerscheinung. Sie ist zwar unschön, aber für Hannah nicht ganz so niederschmetternd. Da bleibt die Autorin doch sehr stark an der Oberfläche.

Erzählt wird der Roman in wechselseitiger Ich-Perspektive. Zum einen ist es Hannah, die ihre Gedanken und Empfindungen teilt, zum anderen Aaron. Diese sich immer wieder ändernde Sicht auf die Ereignisse erzeugt Spannung und gibt in vielerlei Hinsicht ein wesentlich umfangreicheres Bild, als entstehen könnte, bliebe die Autorin bei einer einzigen Erzählperson. Die optisch gut voneinander getrennten Erzählperspektiven bilden eine überzeugende Einheit.

Fuck you Leben! ist ein gut geschriebener Roman, der nicht nur das anvisierte Zielpublikum von 14 bis 17-jährigen erreicht, sondern auch für Erwachsene eine spannende Lektüre darstellt. Die Verharmlosung der Teenager-Schwangerschaft stellt leider einen Negativ-Punkt dar, der die Frage aufwirft, wie sinnvoll es sein mag, Jugendlichen das Buch zu überlassen, ohne die Geschichte mit ihnen nachher zu reflektieren.

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