Schlusstakt

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

Eine verheerende Katastrophe hat die Erde heimgesucht. Im Krieg wurden weite Landstriche verheert, das Land verseucht. Die wenigen Überlebenden haben sich mühsam an die neuen Lebensumstände angepasst und ein Commonwealth gegründet. Man wollte, noch ganz unter den Eindrücken der Katastrophe, alles besser machen. Aus allen Jugendlichen sollten die Besten, die Intelligentesten und Versiertesten ausgewählt werden, die nach der Auslese genannten Prüfung weiter unterrichtet werden, um das Land nach Abschluss des Studiums gerecht in eine friedliche Zukunft zu führen.

So zumindest hatten es die Gründer geplant, allerdings scheint im System einiges im Argen zu liegen. Eine Rebellenorganisation hat sich insgeheim gebildet, die Kolonisten haben es deutlich schwerer zu studieren, werden misstrauisch beäugt und gegängelt, die Auswahl ist im wahrsten Sinne des Wortes mörderisch.

Die erste Hürde hat Cia dabei genommen – zusammen mit ihrem Freund Tomas hat sie die gnadenlose Auslese überlebt und sich nach Bestehen aller Prüfungen für das Studium in Tosu Stadt qualifiziert.

Alle anderen überlebenden Studenten aus den achtzehn Kolonien, in die Nordamerika zerfallen ist, haben ihre Erinnerungen an die dramatischen Geschehnisse während der Auslese verloren, nur Cia und Tomas erinnern sich an die traumatischen Geschehnisse. Nun gilt es zunächst nicht aufzufallen, sich in den Universitätsbetrieb nahtlos einzugliedern und den ihr zugeteilten Studiengang – ausgerechnet Regierung – zu verinnerlichen.

Zu Beginn lernt sie für die Prüfung am Ende der Einführungszeit befürchtet sie jedoch, dass bei Nichtbestehen nicht - wie behauptet - Arbeit in den Kolonien des Commonwealth droht, sondern sie, wie so viele ihrer Kameraden, spurlos verschwinden wird.

Bald schon merkt Cia, dass sie unter Beobachtung steht – und dieses Mal hat sie keinen Tomas an ihrer Seite, auf den sie bauen, dem sie vertrauen kann ...

Auch der Mittelband liest sich wie aus einem Guss und unheimlich faszinierend

Gut ein Jahr ist es nun her, dass Joelle Charbonneau und der Penhaligon-Verlag uns den ersten Teil der Trilogie angeboten hat. Was sich zunächst wie eine Kopie von Tribute von Panem anmutete, das überzeugte während der Lektüre des Auftaktbandes Leser und Kritiker gleichermaßen. Sicherlich gab es Parallelen zu Panem, doch die Ich-Erzählerin, ihre detailreich und in sich logisch aufgebaute Welt mit ihrer Historie, zog den Leser in die mehr als packend beschriebene Handlung. Schnell wurde deutlich, dass die Anleihen bei Panem, wenn überhaupt, nur in Ansätzen vorhanden waren, dass die Autorin ihre eigene Geschichte zu erzählen hatte.

Im zweiten Band, der als Mittelband naturgemäß zumeist etwas behäbiger daherkommt, konzentriert sich die Autorin darauf, uns ihre Gesellschaft näher darzustellen und weitere Geheimnisse und Figuren einzuführen. Wer also erwartet hat, dass das unheimlich hohe Tempo, die Dramatik und die actionreichen Vorkommnisse weiter gehen, sieht sich getäuscht. Statt dem packend geschilderten Kampf ums Überleben geht es geheimnisvoller zu, beherrschen Mysterien den Plot. Das soll aber nicht heißen, dass der Roman seine Leser weniger in seinen Bann ziehen würde.

Nach wie vor folgt man als Leser der so sympathisch gezeichneten Heldin gerne in ihre Welt, versucht mit ihr sich an der Universität zurechtzufinden und hinter die Kulissen zu blicken. Dabei entwickelt sich die Protagonistin deutlich erkennbar weiter, wird ihr Charakter durch die durchlittenen Gefahren geformt. Man kann sich als Leser sehr gut in diese Figur hineinversetzen, ist vom Mut, aber auch von der Zielstrebigkeit Cias beeindruckt.

Fazit

Mit Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben erwartet den Leser ein Mittelband, der nicht nur die Lücke zwischen packendem Einstieg und rasanten Finale der Trilogie darstellt, sondern uns mit notwendigen Informationen, neuen Figuren und merklichen Fortentwicklungen verwöhnt - und die Zeit bis zum Frühjahr 2016, wenn der abschließende Teil erscheinen soll, lang werden lässt.

Couch-Wertung:

8

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Melanie Reichert
Wer sich nicht an die Regeln hält, der fliegt raus ... oder stirbt ...

Buch-Rezension von Melanie Reichert Jul 2015

Vicky kann es immer noch nicht fassen: Sie ist eine der letzten 50 Teilnehmer, die das Castingformat Germany´s MegaStar bestreiten dürfen. In Phase drei der Show finden sich die verbleibenden Sänger auf einer idyllischen Insel der Malediven ein, die neben Luxus auch eine schöne und doch ursprüngliche Landschaft zu bieten hat. Schnell wird klar, dass der Konkurrenzkampf nur das kleinste Problem von Vicky sein wird, denn die Regeln, die ab nun gelten, sind hart und kaum einzuhalten. Nicht mal 24 Stunden sind vergangen, da passiert auch schon das Unerwartete: Vickys Freundin und Mitbewohnerin Carolin wird tot aufgefunden. Schlimm genug, dass sie gestorben ist, deutet auch noch alles auf Mord hin und die Inselbewohner stellen fest, dass ein Mörder mitten unter ihnen sein muss ... Doch wer hat ein Motiv? Gehört das vielleicht alles nur zur Show? Wird der Täter wieder zuschlagen?

Schlusstakt ist der erste (Jugend-)Thriller, den ich von Arno Strobel lese. Da ich schon viel Positives über den Autor gehört habe, bin ich umso glücklicher, dass diese Erwartungen vollends erfüllt wurden. Der Roman ist ganz klassisch in Kapitel unterteilt, wird aber immer mal wieder durch Rückblenden unterbrochen, die am Ende der Geschichte noch einen zusätzlichen Einblick in die Psyche eines Charakters geben. Diese Rückblenden sind zunächst dazu da, um die Spannung noch weiter in die Höhe zu treiben, weil sie im Verlauf der Geschichte erst einmal mysteriös erscheinen und man sich als Leser natürlich fragt, um wen es sich hier handelt. Besonders positiv ist mir der packende Schreibstil des Autors aufgefallen, denn ich habe das Buch regelrecht verschlungen. Man hat gar nicht gemerkt, wie die Zeit verging und hat sich immer wieder gedacht "Ach, ein Kapitel geht noch!".

Auch die Charaktere waren sehr einprägend und klar gezeichnet. So haben wir es zwar mit einigen Stereotypen zu tun (machtgeiler Produzent, unschuldiges Opfer, zartes Mauerblümchen, vermeintliche Zicke usw.), aber trotzdem hat Strobel es geschafft, ihnen Leben einzuhauchen. Für mich waren sowohl die Hauptcharaktere als auch die Nebencharaktere authentisch und ich habe jedem seine Rolle voll abgenommen. Auch die Informationen, die wir über das Leben der einzelnen erhalten haben, fand ich genau passend. So haben wir zwar insgesamt nicht viel erfahren, aber in der Situation (alle befinden sich in einer Wettbewerbssituation und wollen eigentlich nichts voneinander wissen), die herrschte, war es absolut richtig. Ich persönlich habe nichts vermisst und konnte mir doch ein klares Bild machen.

Das Setting wird auch entsprechend beschrieben und man kann sich für ein paar Stunden an einen traumhaften Strand auf ein kleines Eiland der Malediven entführen lassen. Manchmal hatte ich sogar das Gefühl, das Salz auf meinen Lippen zu schmecken oder das Rauschen der Palmblätter im Wind zu hören.

Wie schon erwähnt, hat mich die Geschichte richtig gepackt und erst zum Schluss wieder losgelassen. Mein einziger Kritikpunkt geht dahin, dass es mir insgesamt etwas schnell gegangen ist und ich von Anfang an den richtigen Riecher hatte, wer denn nun der Mörder ist. Hier hätte man vielleicht noch ein bisschen mehr Spannung aufbauen können, bzw. vielleicht noch ein kleines Verwirrspiel inszenieren können. Alles in allem bin ich aber mit der Spannung und dem Handlungsverlauf zufrieden.

Vom Verlag wird das Buch ab 14 Jahren empfohlen, was ich in diesem Fall auch so sehe. Dabei geht es mir eher weniger um den Mord (dieser wird nicht beschrieben, Gewalt ist also harmlos), als um den psychischen Hintergrund. Zum einen braucht man ein gewisses Verständnis, um den Druck der Teilnehmer zu verstehen, zum anderen sind einige Szenen dabei (gerade die Rückblenden), wo man vielleicht doch etwas reifer sein sollte, um sie voll zu erfassen.

Fazit

DSDS trifft auf das Dschungelcamp in idyllischer Umgebung. Charaktere, die Spaß machen und eine Story, die wirklich spannend ist. Ich kann eine klare Leseempfehlung aussprechen, weil ich ein paar packende Stunden mit diesem Jugendthriller verbringen durfte. Das war garantiert nicht mein letzter Strobel, denn ich habe nun Blut geleckt ...

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