Hörst du den Tod?

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

Es gab einmal eine Zeit, lange ist es her, da lebten auf der Erde Menschen, Zwerge, Elfen, Riesen und Drachen in Eintracht zusammen. Seit dieser Zeit aber hat sich Vieles verändert – und dies nicht zum Guten. Der grässliche Magnus, der erste einer ganzen Reihe von Zauberern mit diesem Namen, sorgte dafür, dass das friedvolle Miteinander der Vergangenheit anheimfiel, dass seine dunklen Horden Furcht und Schrecken verbreiteten. Eine Prophezeiung weiß davon zu künden, dass der schreckliche Magier von drei Kindern besiegt werden kann, die jeder über ein ganz besonderes Buch, ein zauberkräftiges Buch, verfügen.

Auftritt für unsere drei Geschwister. Als Waisen wuchsen sie, nachdem ihre Eltern entführt wurden in Heimen auf, dann fand zunächst Michael das Buch des Lebens, bevor Kate das Buch der Zeit fand. Nun ist es an Nesthäkchen Emma, die das Buch des Todes, auch unter dem Begriff das Buch Onyx bekannt, zu suchen. Immer verfolgt vom grässlichen Magier und seinen Helfern, führt der Weg sie zu der vergessenen Stadt der Riesen bis tief hinein ins Land der Toten.

Wer nun aber denkt, dass damit schon das Schlimmste überstanden ist, der sieht sich überrascht um. Denn auch im Land der Toten hat der grässliche Magier sein Schreckensregime errichtet, das Emma gefangen nimmt. Die jüngste der drei Geschwister steht vor ihrer gewaltigsten Aufgabe – sie muss die Seelen der Verstorbenen richten und begegnet dabei so manchem lieb gewonnenen Freund, der sein Leben im Kampf gegen das Unheil gegeben hat.

Spannung garantiert – gepaart mit glaubwürdigen Helden und einer eindringlichen Aussage

So geht es in diesem Buch, neben den spannend aufgezogenen Abenteuer in erster Linie um zwei große Themen – Verlust und Liebe. Alle drei Geschwister müssen akzeptieren, dass sie sich unter Umständen, um letztlich die Vernichtung der Welt aufzuhalten, selbst opfern müssen. Erschwerend kommt hinzu, dass sie schmerzhafte Verluste an Freunden und Unterstützern erleiden, so manches Mal fast verzweifeln.

Ihre Suche nach Geborgenheit und Sicherheit, nach den verschwundenen Eltern begleitet sie bis ins große Finale. So emotional ergreifend sich dieses auch anbietet, immer gelingt es dem Autor geschickt die Balance zwischen großen Gefühlen – Angst, Verlust, Tod auf der einen Seite und der Macht der Liebe auf der anderen – zu halten. Wer wirklich selbstlos liebt, der, so die Message, hat nicht vergebens gelebt, hat etwas Wichtiges erreicht in seinem Leben -gleich ob dieses kurz oder lang angedauert hat.

Diese Botschaft der Kraft der Liebe durchzieht die Kapitel dieses letzten Bandes der Trilogie, die sich um die jüngste der Geschwister rankt, wobei sich Emma als sehr tapfere und energische Heldin entpuppt. Mit dem Jenseits und dem Reich der Riesen hat sich der Autor zudem markante Bühnen für seine Handlung einfallen lassen, diverse Schlachten sorgen weiter dafür, dass Langeweile ein Fremdwort bleibt.

Fazit

Mit vorliegendem Band schließt Stephens seine Trilogie nicht nur folgerichtig ab, sondern verwöhnt seine Leser auch mit einem hollywoodreifen Schlachtenfinale und einer Botschaft, die getragen ist von der überzeugend geschilderten Kraft der Liebe.

Couch-Wertung:

8

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Rita Dell'Agnese
Irgendetwas läuft hier gewaltig schief

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Feb 2015

Linus ist verliebt. Lucy ist etwas ganz besonderes. Deshalb will er sie seinem Vater vorstellen. Doch als der nach Hause kommt, setzt er Lucy kurzerhand vor die Türe. Während Lucy davon ausgeht, dass ihre Herkunft der Grund für das abweisende Verhalten von Linus Vater ist, weiß es Linus besser. Es muss etwas passiert sein. Mit der Mutter, die seit einiger Zeit nicht mehr mit Linus und seinem Vater zusammen lebt. Und tatsächlich: Vom Vater erfährt Linus, dass seine Mutter entführt worden ist. Und er erkennt, dass er dieser neuen, furchtbaren Wahrheit hilflos ausgeliefert ist. Obwohl sein Vater Linus Patenonkel Frank einschaltet, einen BKA-Ermittler, scheint der Entführer ihnen immer eine Nasenlänge voraus zu sein. Für Linus, der bis vor kurzem noch einzig über seine Beziehung zu Lucy nachgedacht hat, ist die neue Situation fast unerträglich. Er versucht auf eigene Faust, dem Entführer Paroli zu bieten, muss dann aber erkennen, dass seine Möglichkeiten zu gering sind. Zudem erkennt er zu seinem Entsetzen, dass auch Lucy in Gefahr ist.

Es ist ein echter Thriller, den der Autor Andreas Götz hier seinem Publikum präsentiert. Das heißt, dass die Spannung das zentrale Element des Romans ist – und auch optimal eingesetzt wird. Geschickt verrät Andreas Götz immer mal wieder ein Häppchen über den Täter, ohne die Karten jedoch zu früh aufzudecken. Die gut konzipierte Story sorgt dafür, dass sich kaum ein Leser sicher sein kann, auf den Richtigen zu tippen. Immer wieder neue Wendungen lassen die Leser ganz schön in die Irre laufen und mehr als einmal entpuppt sich der vermeintliche Verdächtige als falsche Fährte. Hier zeigt Andreas Götz, dass er seinen Thriller mit Bedacht aufgebaut hat, und keineswegs nur ein jugendliches Publikum ansprechen kann. Denn die raffinierten Wendungen vermögen auch eine erwachsene Leserschaft zu fesseln.

Nicht nur der Plot, auch die gewählten Charaktere passen gut in diese Szenerie. Linus verhält sich über weite Strecken so, wie man es von einem Heranwachsenden erwarten würde. Hin und wieder sind Tendenzen zu einem Überhelden sichtbar, doch nimmt sich Andreas Götz immer wieder zurück und verhindert, dass es zu stark in diese Richtung läuft. Farblos, allerdings in sich stimmig, bleibt Lucy. Sie hätte durchaus mehr Konturen vertragen, ohne den Protagonisten Linus deswegen in die Ecke zu spielen. Nicht ganz warm wird der Leser auch mit dem unergründlichen Onkel Frank, der von Linus abgelehnt wird und ohne den es trotzdem nicht zu gehen scheint. Die farbloseste Figur aber bleibt Linus' Vater, dessen Rolle über den ganzen Roman hinweg nicht ganz so klar zum Ausdruck kommt. Dennoch stimmt das Zusammenspiel der einzelnen Charaktere und es entsteht ein nachvollziehbares und thematisch passendes Bild.

Die absolute Stärke des Thrillers liegt jedoch in der krankhaften Denkweise des Täters. Andreas Götz spielt gekonnt mit den queren Gedanken des Täters und beschreibt dessen Versessenheit, den Tod hörbar zu machen. Vieles in diesem Bestreben nach der Einzigartigkeit des Erlebnisses erinnert an den berühmten Roman von Patrick Süskind Das Parfum – Nur dass es dort um den Geruch und nicht um das Hören geht. In der Intensität der Schilderung und der Betrachtung dieses sehr speziellen Themas steht Götz dem berühmten Süskind überraschenderweise wenig nach, was den "Thrill" für die Leser natürlich erhöht.

FAZIT

Ein Thriller, der Jugendliche ab 14 Jahren anspricht und Erwachsene nicht außen vor lässt: Andreas Götz beweist, dass das möglich ist. Er legt einen spannenden Roman vor, der zwar in einzelnen Szenen etwas schwächelt, doch in seiner Gesamtheit durch ein gutes Konzept und eine gekonnte Umsetzung besticht. Das Wort "Spannungsliteratur" bekommt hier einen soliden Boden verpasst.

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