Madison Mayfield - Die Augen des Bösen

Erschienen: Januar 2000

Bibliographische Angaben

Seitdem Geister, Schimären, Kreischer und Wiedergänger auf der Welt umgehen, hat sich mit der Bekämpfung der Erscheinungen ein eigener Wirtschaftszweig etabliert. Neben der großen Agenturen, deren Agenten den Kampf gegen das Übernatürliche in schicken Uniformen aufnehmen, hat sich auch eine kleine Agentur einen Namen gemacht. Anthony Lockwood hat im geerbten Anwesen seiner Eltern seine eigene Agentur eröffnet, die mit George, der für die Recherchearbeit zuständig ist und Lucy, die Geister nicht nur sehen sondern sich auch mit diesen unterhalten kann - sofern denn eine Erscheinung des dritten Grades vorliegt – personell eher schlank aufgestellt ist. Dafür ist der Ruf von Lockwood & Co nach den letzten Abenteuern tadellos, so dass sich auch die Behörde zur Erforschung und Bekämpfung Übersinnlicher Phänomene, kurz BEBÜP auf die kleine Agentur stützt.

Alles beginnt dieses Mal damit, dass ein Unternehmer, der damit beauftragt ist, einen Friedhof samt handfesten wie auch spirituellem Inhalt umzubetten, Lockwood & Co engagiert. Bei der Exhumierung der Särge stieß man auf einen verplombten Zinksarg, in dessen Inneren sich nicht nur die Überreste eines Totenbeschwörers befinden, sondern auch ein aus Gebeinen gefertigter Knochenspiegel. Ein Artefakt, das nicht nur das unbändige Interesse von Verbrechern, Spiritisten und des BEBÜP weckt, sondern das in der Folgezeit eine Spur aus Leichen hinter sich zurücklässt.

Im Wettlauf mit den Agenten der renommierten Fittes-Agentur suchen Lucy, George und Lockwood nicht nur den verschwundenen Knochenspiegel, sondern machen sich auch an die Aufklärung der rätselhaften Vergangenheit des Hexers, der das Artefakt herstellte. Dass sie dabei von einem etwas kapriziösen, um nicht zu sagen, hinterlistigen Skelettschädel unterstützt werden, erweist sich als glücklicher Umstand; warten doch ganze Horden von Geistern und Erscheinungen auf die Agenten ...

Bartimäus war gestern, hoppla, hier kommen die Geisterjäger

Jonathan Stroud dem Leser phantastischer Jugendbücher vorzustellen, das hieße nun wahrlich Eulen nach Athen tragen. Seine vier Bartimäus-Bände erreichten Bestseller-Status, Einzelromane bewiesen, dass er auch außerhalb eines vorlauten Dschinns zu unterhalten weiß.

Letztes Jahr begann er sowohl in seinem Heimatland, wie auch bei uns mit einer neuen Serie um eine kleine Gruppe von Geisterjägern. Die Grundanlage, dass nämlich Geister real sind und auf unsere Alltagswelt Einfluss nehmen, bot und bietet die Kulisse für die Beschäftigung mit allerlei gängigen Horror-Szenarien. Verfluchte Häuser, Geister, die am Ort ihres zumeist dramatischen und gewalttätigem Ablebens herumspuken, dazu eine Gruppe von jugendlichen Agenten, die sich mit diesen herumschlagen – Erwachsene verlieren die Gabe Geister zu sehen – zeigten, dass die Handlung ganz auf eine jugendliche Zielgruppe ausgerichtet wurde. Und so ist der Unterhaltungswert angesichts der temporeichen, abenteuerlichen Handlung groß.

Anders als bei den Bartimäus Büchern verfügt der Autor über drei ganz unterschiedliche Protagonisten, die er als Handelnde weidlich nutzt. So verschieden diese von ihrem Naturell auch sind, sie alle werden sympathisch und interessant gezeichnet, wobei jeder der Drei sein persönlichen Päckchen an Geheimnissen und dramatischen Ereignissen zu tragen hat. Hier wartet sicherlich noch Einiges auf den Leser.

Der Wettlauf mit den etablierten Agenturen gleicht einem Kampf des David gegen den Goliath, sorgt so für weitere Sympathie mit unseren wackeren Erzählern. Wenn es etwas gibt, was in den Pageturnern rund um Lockwood & Co zu kritisieren wäre, dann, dass sich unsere Jugendlichen nicht ganz altersgemäß verhalten. Zu abgeklärt, zu cool agieren sie, wobei der Autor dies mit ihrer Erfahrung aus ihrer Vergangenheit erklärt. Immer wieder legt Stroud in dem zweiten Abenteuer neue Spuren und Hinweise aus, um so die Handlung der nächsten Bände vorzubereiten, vergisst dabei aber seinen Plot nicht.

Fazit

Aufbauend auf das im ersten Band gelegte Fundament präsentiert Stroud uns ein packendes Abenteuer voller gruselnder Einfälle mit wackeren Helden, denen wir gerne in unserer sicheren Kemenate bei ihrer Begegnung mit dem Übersinnlichen über die Schulter schauen.

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Wenn der Nebel über London zieht ... London, 1890. Die 17-jährige Madison Mayfield lebt bei ihrem Onkel und ihrer Tante in einem pompösen Stadtpalais, nachdem ihre Eltern vor zweieinhalb Jahren bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen sind. Sie selbst hat diesen Unfall nur knapp überlebt, und seitdem wird sie in regelmäßigen Abständen von anfallartigen Visionen heimgesucht: Völlig herausgerissen aus dem Hier und Jetzt erlebt sie schreckliche Verbrechen hautnah mit. Allerdings kann sie immer nur die Opfer, nie den Täter erkennen. Mit aller Kraft kämpft Madison gegen diese Visionen an – bis sie eines Tages mit einem Zeitungsartikel konfrontiert wird, in dem einer der Morde, die sie vor Augen hatte, geschildert wird. Wie kann das sein?

Madison Mayfield - Die Augen des Bösen

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