In einem Boot

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • script5, 2013, Titel: 'The Lifeboat', Originalausgabe

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4

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Melanie Reichert
Ein Abenteuer, das so träge dahinplätschert, wie die Wellen an einem windstillen Tag

Buch-Rezension von Melanie Reichert Mär 2014

Zwei Jahre nach dem Schiffsunglück der Titanic: Die junge Grace hat gerade den wohlhabenden Henry Winter geheiratet und möchte mit ihrem Ehemann an Bord der Zarin Alexandra von Europa nach Amerika fahren. Grace schwebt nicht nur auf Wolke Sieben, sondern ist durch die Heirat auch ihrem Schicksal als Gouvernante entgangen. Alles könnte so schön sein, wenn nicht eine mysteriöse Explosion das Schiff zum Sinken bringen würde. Gerade noch rechtzeitig ergattert Grace einen der wenigen Sitzplätze in einem Rettungsboot. Von Henry fehlt jede Spur. Doch das vermeidliche Glück, durch das Boot gerettet zu werden, erweist sich als Trugschluss: Nicht nur den Launen der Natur müssen die Insassen trotzen, nein, auch die Überlebenden selbst erweisen sich nach kurzer Zeit als Gefahr – gefährlicher noch, als das tosende Meer …

Wir bekommen diesen Bericht in einer Rückblende aus Sicht der Protagonistin Grace erzählt. Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass sie aufgrund der Ereignisse im Boot vor Gericht steht und wegen Mordes angeklagt wird. Von ihren Anwälten hat sie den Auftrag erhalten, die Geschehnisse auf See in einer Art Tagebuch zu verfassen, was der Leser letztendlich zu lesen bekommt. Eine bessere Perspektive hätte die Autorin wohl nicht wählen können, da wir so direkt im Rettungsboot einen Platz erhalten und die Handlungen aus nächster Nähe mitverfolgen können. Was ich persönlich schade finde, ist, dass wir quasi das Ende schon ein Stück weit vorweg genommen bekommen. Nach dem Prolog war mir schon ein wenig der Wind aus den Segeln genommen worden, weil man genau weiß, auf was die Geschichte eigentlich hinaus möchte.

Ansonsten werden wir direkt in das Geschehnis hineingeworfen und müssen uns als Leser erst einmal orientieren. Ich wusste eine lange Zeit überhaupt nicht, in welchem Jahr wir uns gerade befinden. Erst sehr spät wird erwähnt, dass die Titanic gerade untergegangen ist und der erste Weltkrieg bevorsteht. Ich habe das eher als negativ empfunden, weil ich mir so die Umgebung und die Charaktere gar nicht richtig vorstellen konnte (Was haben sie an? Wie ist der Stand der Technik? Wie muss ich mir die Häuser vorstellen? usw.).

Grace ist eine junge und überaus starke Persönlichkeit – auf der einen Seite. Denn immerhin hat sie das Schiffsunglück überlebt und es bis ans Festland geschafft. Allerdings kann man bei ihr auch davon reden, dass sie ihr Fähnchen in den Wind hängt und sich dem Stärkeren unterordnet, um zu überleben. Das kann man ihr nun sowohl als Schwäche, als auch als Stärke auslegen. Das muss wohl jeder Leser für sich selber entscheiden. In vielen Situationen ist Grace einfach nur berechnend, teilweise sogar kühl. Gerade was ihre Gefühle zu Henry angeht, kann man wohl eher von Nutzen als von Liebe sprechen.

Da in dem Rettungsboot 39 Überlebende Platz finden, haben wir es mit ebenso vielen Nebencharakteren zu tun. Mir war von Anfang an klar, dass die Autorin keinesfalls auf alle Personen eingehen kann, aber dass so viele Gesichter und Persönlichkeiten einfach schwarze Löcher bleiben, fand ich mehr als schade. In meiner Vorstellung saßen dadurch viele graue Schatten im Rettungsboot, die nicht zum Leben erwacht sind. Auch die, die ein wenig Beachtung finden, weil sie für die Geschichte wichtig sind, sind eher farblos und werden nicht näher beschrieben. So weiß man als Leser eigentlich gar nicht, mit wem man es hier zu tun hat.

Der wohl größte Minuspunkt geht aber leider an die Spannungskurve. Von Anfang an war ich eher gelangweilt, als gefesselt. Vielleicht auch, weil ich (wie oben schon erwähnt) das Ende erahnen konnte. Ich musste das Buch definitiv zu oft aus der Hand legen, als dass ich es als spannend hätte einstufen können. Die Ereignisse plätschern dahin und lassen keine Spannung aufkommen. Die besten Beschreibungen sind noch die, die das Meer und das Klima näher betrachten. Die Umgebung auf See konnte ich mir nämlich tatsächlich lebhaft vorstellen, teilweise hatte man sogar das Gefühl, das Salz auf den Lippen schmecken zu können. Es werden viele Andeutungen im Laufe der Geschichte gemacht, die aber nicht aufgelöst werden – so etwas treibt mich zur Weißglut!

Das Buch kann ich ab 14 Jahren empfehlen, weil es eigentlich recht harmlos ist. Da es mehr auf die Psyche abzielt (Wie würde ich mich in einer solchen Situation verhalten?), sind darin so gut wie keine blutigen Szenen enthalten. Die Empfehlung ab diesem Alter, weil die Sprache der Zeit angepasst ist und man vielleicht ab und zu komplexer denken muss.

Fazit

Ein Buch, was ich nicht empfehlen kann. Blasse Charaktere treffen auf eine langweilige Story, die auch aus psychologischer Sicht keinen Blumentopf gewinnen kann. Die Idee an sich fand ich gut, weswegen ich das Buch auch unbedingt lesen wollte. Leider eine Enttäuschung für mich, die ich anderen gerne ersparen würde.

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