Raum 213

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • Loewe , 2013, Titel: 'Room 213', Originalausgabe

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4

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Almut Oetjen
Scream 213

Buch-Rezension von Almut Oetjen Mär 2014

Die siebzehnjährige Liv Harrington sieht auf Katie Mandersons Party, wie ein ihr unbekanntes Mädchen ihren Freund Daniel vor den Augen anderer Gäste küsst. Gedemütigt verlässt sie das Haus. Während Liv überlegt, wie sie nach Hause kommt, weil in der Nacht kein Bus mehr fährt, wird sie von einem Jungen angegriffen, der aber schnell wieder verschwindet. In der Schule begegnet sie ihm erneut. Sie erfährt, dass es sich um einen ehemaligen Schüler der Eerie High handelt, Ethan Hobbs, der vor zwei Jahren ein schreckliches Erlebnis in Raum 213 hatte und Patient in einer psychiatrischen Klinik war.

Raum 213 ist ein ominöser Raum in der Schule, der seit Jahrzehnten nicht genutzt wird, angeblich, weil beim Bau Leitungen falsch verlegt wurden.

Liv erhält eine kryptische elektronische Nachricht. Wenig später sieht sie im Baumhaus in ihrem Garten ein ermordetes Mädchen. Die Tote heißt Rachel Brokkolone und war zu Lebzeiten Ethans Ex-Freundin. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Ethans Entlassung aus der Psychiatrie und dem Mord? Ist Ethan der Täter? Welche Rolle spielt Liv in der Geschichte? Soll sie das nächste Opfer sein?

Die Protagonisten

Raum 213 hat drei Hauptfiguren: Liv, Jessie und Ethan. Die nachtblinde Liv ist eine angenehme Figur, von Angst getrieben handelt sie wie Mädchen in einem handelsüblichen Teenie-Horrorfilm.

Ethan changiert in seiner Figurenfärbung zwischen Täter und Opfer, motiviert vielleicht durch seinen Klinikaufenthalt. Er leistet auch nicht wirklich einen Beitrag, durch den Liv ihn besser verstehen könnte, was erst einen Teil ihrer Probleme hervorruft. Die Leser sind in einer Liv ähnlichen Situation, was die Einschätzung Ethans betrifft. Liv scheint ihren Bruder Jessie nicht so gut zu kennen, wie sie glaubt, und er selbst bemüht sich, schwer einschätzbar zu wirken.

Weiteres Personal, wie Livs Freund Daniel und ihre beste Freundin Mai Lin, sind konturarm, andere stereotyp. Livs Freund seit Kindertagen, Toby Stragenza, wird beschrieben als Informationswunder der Eerie High, als der am besten aussehende Junge an der Schule, der zum Leidwesen aller Mädchen leider schwul ist. Jessies neue Freundin ist überdreht, überaus hipp und schlank, jedoch nicht schlau. Trish ist das absolute It-Girl der Eerie High.

Der Plot

Die Geschichte, die zwei Erzählebenen (die Haupthandlung; die zwei Jahre zurückliegenden Ereignisse in Raum 213) aufweist, folgt weitgehend der standardisierten Logik aus einem Teenie-Horrorfilm. Sie wird selbstbezüglich erzählt und ähnelt Filmen wie der Scream-Serie von Wes Craven. Liv als mögliches Opfer reflektiert diese Rolle in Medienschlagzeilen: "17-Jährige auf dem Heimweg von Party betäubt, vergewaltigt und ermordet." Oder sie erinnert sich an Teenie-Horrorfilme: "Er spielt mit mir. Er quält seine Opfer, bevor er sie tötet". Am nächsten Tag spricht sie darüber mit ihrer besten Freundin in der Cafeteria. Die den Schülern bekannte Geschichte aus der Vergangenheit, über den Jungen der vor Raum 213 gefunden wurde, wird diskutiert. Der Roman verwendet dieses Motiv und führt die Leser in die Irre. Als Liv sich später in Bedrängnis fühlt, erinnert sie sich daran, "was die Bullen in Filmen immer sagten". Es gibt sogar eine Fluchtszene, in der die einzelnen Türen als verschlossen aufgezählt werden.

Zeitgemäß wichtig sind natürlich das Handy, SMS, E-Mails, iPod, Facebook und Google. Wer seine Teenie-Horrorfilme gesehen hat, weiß in dem Moment, in dem Madella da Silva aus dem Sheriffs Office zu Ethan sagt: "Ich nehme Sie fest wegen Mordverdacht.", dass Ethan mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht der Killer ist. Selbstbewusst sagt er einmal zu Liv, er sei in dieser Geschichte der klassische Bösewicht.

Bis zum Ende bleibt die Identität des Killers im Dunkeln. Nahezu jeder könnte in Frage kommen. Eine der Grundfragen des Romans ist offenbar die, wem man trauen kann: dem, über den andere Menschen reden, dem, den man lange kennt, oder dem, der zur Familie gehört?

Die Kapitel sind kurz, die Sätze sind kurz, die Sprache ist einfach, es gibt häufige Szenenwechsel, der Text insgesamt liest sich wie ein mit wenig Aufwand in Romanform gebrachtes Drehbuch. Zum Ende hin wird der Tathergang zusammenfassend beschrieben und eine einfache psychologische Erklärung geliefert, die vielleicht an Alfred Hitchcocks Psycho erinnern soll.

Etwas undurchsichtig

Raum 213 ist eine Buchreihe, die auf vier Titel angelegt ist: Harmlose Hölle ist der erste Band. Weder ist etwas über die Autorin zu erfahren, noch scheint der Originaltitel (Room 213) bibliographisch nachweisbar, nicht in deutschen, nicht in englischsprachigen Verzeichnissen. Auch der Link von der deutschen Amazon-Seite auf das Original führt auf alle möglichen Bücher, jedoch nicht auf das angegebene. Die Ereignisse haben sich, glaubt man dem Hinweis in der Vorbemerkung des Romans, tatsächlich so zugetragen, die Autorin soll aus Maryland kommen, wo sich die Eerie High befinden soll. Zwar gibt es die Postleitzahl, aber keinen Ort Eerie und keine Eerie High. Die Autoren- und die Herausgeberfiktion beziehen sich hier nicht auf den Inhalt des Buches allein, sondern offenbar auf das Gesamtpaket. Liest man die Kurzinhaltsangaben der bevorstehenden Bände, scheint die Serie den gleichen zentralen Handlungsort zu haben, aber jeweils wechselndes Personal. Deshalb wird im ersten Buch nicht geklärt, was es mit Raum 213 auf sich hat.

Fazit

Amy Crossings Roman Raum 213: Harmlose Hölle erzählt eine Geschichte, wie sie sattsam bekannt ist aus Teenie-Horrorfilmen, wobei die Autorin dem erzählerischen Grundmuster verhaftet bleibt.

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