Bunker Diary

Erschienen: Januar 2014

Bibliographische Angaben

  • dtv, 2013, Titel: 'The Bunker Diary', Originalausgabe

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9

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Felix Oepping
Eintönigkeit und Routine als Folterinstrumente

Buch-Rezension von Felix Oepping Mär 2014

Ein Unbekannter sperrt sechs Menschen in einen Bunker, gibt sich und seine Ziele nicht zu erkennen. Die Unbekannten müssen zusammen leben und dabei einige Streitigkeiten bewältigen und versuchen, sich nicht in den Wahnsinn treiben zu lassen. In ihrer Aussichtslosigkeit wirkt die Situation dabei wie ein Spiegel, der ihnen vorgehalten wird und sie hinterfragen ihr ganzes Leben oder verweigern sich dem. Also eine existentielle Situation, die an keinem spurlos vorbei geht. Die Sinnlosigkeit macht alles noch viel schwerer, gar unerträglich.

Linus ist 16 und lebt auf der Straße. Er ist aus dem goldenen Käfig seines Elternhauses geflohen, um die wahre Welt zu erfahren und um endlich mal irgendwo dazu zu gehören. Doch eines Tages möchte er einem blinden Mann helfen und wird entführt. Er wacht in einem Bunker auf, wie er später herausfindet. Es gibt keine Fenster, das Licht geht von 24 bis 8 Uhr aus und morgens um neun kommt ein Fahrstuhl, der abends wieder hochfährt. In jedem der sechs Zimmer sind Kamera und Mikrofon in die Decke eingelassen, ebenso in Küche und Bad.

An seinem dritten Tag im Bunker bringt der Fahrstuhl ein neunjähriges Mädchen, Jenny. Genau so wie er im Fahrstuhl in den Bunker kam. Auch sie wurde entführt, kann über den Entführer aber ebenso wenig sagen wie Linus. Jenny kommt auf die Idee, dem unbekannten Entführer mit einem Zettel eine Liste von Dingen zu schicken, die sie gerne hätten. Und so bekommen sie am nächsten Morgen mit dem Fahrstuhl Essen, aber keine weiteren Informationen zum Zweck oder Sinn der Entführung.

In der Routine, die schnell eintritt, kommen nach und nach noch Fred, Anja, Bird und Russell. Alle sind unterschiedlich alt und haben andere Lebensgeschichten.

Eintönigkeit und Routine als Folterinstrumente

Die einzige Ablenkung ist der tägliche Fahrstuhlbesuch, der neues Essen bringt und das leere Tagebuch, das jeder in seinem Zimmer liegen hat. So ist Bunker Diary auch das Tagebuch von Linus, das er in seiner Zeit schreibt. Daher erfährt der Leser nach und nach seine Lebensgeschichte ebenso wie die der anderen, soweit sie sie erzählen. Und schnell geht es um die essentiellen Fragen des Lebens: Habe ich alles richtig gemacht? Wie hätte ich mein Leben anders leben sollen?

Mehrere Fluchtversuche der Insassen werden von dem Entführer, der komplette Kontrolle über sie hat, abgewehrt, indem er sie betäubt. Danach werden sie durch Sirenen, Regen aus der Decke oder Essensentzug bestraft. Und eines Tages fängt der Entführer an mit ihnen zu spielen. Oder warum sollte er sie sonst gegeneinander aufhetzen? Tut er das überhaupt? Oder werden alle nur paranoid?

Bunker Diary ist in seinem Setting simpel und doch außergewöhnlich spannend: Die Intentionen des Entführers bleiben die ganze Zeit im Dunkeln, über ihn kann man nur Mutmaßungen anstellen. Die Charaktere sind unterschiedlich, was zu Konflikten führt und doch haben sie alle die gleichen Ängste und Fragen. Das sorgt für eine stets spannende und unvorhersehbare Lektüre, nicht zuletzt weil der Entführer scheinbar willkürlich handelt.

Insgesamt ist Bunker Diary sehr spannend und doch in seiner Ausweglosigkeit von vornherein vermeintlich vorherbestimmt. Die Fragen, die sich nicht nur Linus stellt und die menschlichen Schicksale, die sich offenbaren, haben mich berührt und häufig zum Nachdenken angeregt.

Fazit

In Bunker Diary werden verschiedenste Persönlichkeiten in ihrer kompletten Verletzlichkeit dargestellt, was zu einem Leseerlebnis führt, nicht nur für Jugendliche ab 14, sondern für jede Altersgruppe.

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