Wie der Vater, so der Tod

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • IVI, 2013, Titel: 'What She Left Behind', Originalausgabe

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9

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Rita Dell'Agnese
Das Spiel mit der Ungewissheit

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mär 2014

Sara ist 16 und lebt in einer Kleinstadt in den USA. Sie ist eine gute Schülerin und fällt kaum auf. Niemand ahnt, dass es in Saras Familie nicht zum Besten steht. Seit er durch eine Verletzung seinen Dienst als Polizist nicht mehr ausüben kann, hat sich Saras Vater zu einem Tyrannen entwickelt, der auch nicht davor zurück scheut, seine Frau zu schlagen. Als die Mutter Sara einweiht, dass sie fliehen möchte, ist das Mädchen schnell bereit, alles hinter sich zu lassen und mit ihrer Mutter ein neues Leben zu beginnen. Das umso mehr, als dass die ständige Unterdrückung zuhause bereits Saras Bruder Matt in den Tod getrieben hat. Überzeugt, das Richtige zu tun, wartet Sara am ausgemachten Treffpunkt auf ihre Mutter, die jedoch nicht kommt. Nach vielen Stunden vergeblichen Wartens kehrt Sara nach Hause zurück, wo ihr Vater davon redet, dass die Mutter zu einem Weiterbildungsseminar reisen musste und in nächster Zeit nicht zu Hause sein wird. Sara kann das nicht glauben, findet aber keine Hinweise darauf, dass der Mutter etwas passiert sein könnte. Trotzdem ist das Misstrauen des Mädchens geweckt, spätestens seit es herausgefunden hat, dass die Firma, bei der die Mutter arbeitete, gar keine Weiterbildungsseminare plante. Sara macht sich auf die Suche nach ihrer Mutter und gerät dabei immer näher an den Abgrund. Ohne sich dessen bewusst zu sein, stochert sie in einem Wespennest. Da hilft es ihr zunächst auch nicht viel, dass Alex, ein Junge, der ihr offen seine Verliebtheit zeigt, voll zu ihr steht.

Es ist interessant, wie Tracy Bilen mit der Ungewissheit spielt, in der sich Sara befindet. Anders als in vielen Romanen hat der Leser keinen Wissensvorsprung. Er muss also all jene Schritte nachvollziehen, die Sara auf der Suche nach ihrer Mutter macht und hängt mit ihr in der Luft, was den Verbleib der Mutter betrifft. Die Autorin baut die gespannte Stimmung, die zwischen Sara und ihrem Vater herrscht, sehr geschickt auf. Sie legt sich wie ein drückender Schleier über das Geschehen und nimmt auch den Lesern immer mehr den Atem. Obwohl sich der Vater als Tyrann zeigt, vermag es Tracy Bilen, ihm eine menschliche Note zu verleihen. Das tut sie, indem sie Sara als Erzählerin einsetzt, die auch immer wieder Rückblenden auf eine Zeit macht, in der die Familie noch glücklich war und Sara in ihrem Vater ein liebevolles Familienmitglied sah. Die ständige Atmosphäre von Angst und Unterdrückung zerstört nicht nur Saras Zuversicht, sondern setzt auch den Lesern zu.

Nicht ganz stimmig ist Sara allerdings als junge Erwachsene, die sie mit 16 Jahren ja bereits ist. Sie scheint wesentlich jünger und in ihrer anfänglichen Unentschlossenheit auch noch sehr unreif. Das widerspricht an sich der Schilderung, wonach Sara durch die schlimme Situation in ihrer Familie bereits sehr viel gesehen und erlebt hat und dadurch etwas reifer sein müsste. Der Tod des Bruders wie auch die ständige Misshandlung ihrer Mutter sind Themen, mit denen sich Sara ständig auseinander setzt – erstaunlich ist deshalb auch, dass sie sich als verhältnismäßig angepasste Schülerin erweist und nicht als rotznasige Göre auffällt. Hier lehnt sich die Autorin etwas weit vor.

Tracy Bilen schafft es, die Spannung nahezu über den ganzen Roman aufrecht zu erhalten und den Lesern es fast unmöglich zu machen, das Buch aus den Händen zu legen. Die Frage, was denn nun mit Saras Mutter passiert ist und ob sie überhaupt noch lebt, wird immer drängender. So drängend, dass dadurch die Protagonistin leicht in den Hintergrund gedrängt werden könnte – wenn die Autorin es nicht elegant schaffen würde, Sara immer wieder ins Zentrum zu stellen. Unter anderem durch die stetige Aufmerksamkeit von Alex, der sichtbar in Sara verliebt ist, kann sich der Leser auch ein Bild von der Heldin selber machen.

FAZIT

Wie der Vater so der Tod ist ein bedrückendes Buch über häusliche Gewalt. Besonders wird der Roman dadurch, dass die Autorin zwar die Gewalt als solche anprangert, aber auch darstellt, was diese Entwicklung in Gang gesetzt hat. Die überzeugenden Charaktere und die geschickt aufgebaute Spannung machen den Roman zu einer klaren Leseempfehlung. Zugreifen können nicht erst 14jährige, auch für reifere Teenager ab zwölf ist der Roman durchaus geeignet.

Wie der Vater, so der Tod

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