Die Liga der Guten

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

Dunkle Flure, verlassene Zimmer, unheimliche Stimmen Cari ist das Hotel auf Piney Island nicht geheuer. Ihre bösen Vorahnungen werden schnell zur Gewissheit und es beginnt eine Hetzjagd auf Leben und Tod.Auch Jade und Deena ahnen Böses. Chuck möchte ihnen durch einen Telefonstreich beweisen, dass es in der Fear Street nichts zu fürchten gibt doch dann sind sie plötzlich in ein schreckliches Verbrechen verstrickt.Enthält die beiden Einzelbände Jagdfieber" und Falsch verbunden".

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Rita Dell'Agnese
Wann ist Gutes nicht mehr gut?

Buch-Rezension von Rita Dell'Agnese Mär 2014

Jan ist ein Looser. Er gehört, wie seine Freunde Mats und Andy zu den typischen Mobbing-Opfern der Schule. Denn die drei sind klein, stehen außerhalb der Gruppe und trauen sich in der Regel nicht, sich gegen die ständigen Übergriffe zu wehren. Doch eine Ohrfeige ändert alles. Jan mag die ständigen Angriffe nicht mehr hinnehmen und stellt sich offen gegen alle, die den Schwächeren zusetzen – aber auch gegen alle, die das hinnehmen, ohne genau hinzusehen. Mit seinem Auftritt und seinen Voten für Ethik und gegen Ungerechtigkeit verschafft sich Jan Respekt – und kommt schnell zu einer Art Gefolgschaft. Die jungen Menschen, die sich ihm anschließen, erwarten von Jan eine Art Anleitung für ein gutes Leben.

Um seiner Einstellung Nachdruck zu verleihen, gründet Jan die Liga des Guten, zieht in eine alte Fabrik und schart diejenigen, die sich um anschließen wollen, um sich. Seine Bedingung: Wer zur Liga dazu gehören will, muss sich vollkommen dem Guten verschreiben und darf keine Kompromisse eingehen. Was sich anfänglich bestechend anhört, wird bald zu einer großen Belastung. Nicht alles, was zunächst gut scheint, ist in der Ausführung auch gut. Jan kommt unter Druck. Es wird nicht nur immer schwieriger, die wachsende Gruppe zu leiten und auf dem ursprünglichen Kurs zu halten, die Definition des Guten will auch nicht mehr so recht gelingen. Mit wachsender Sorge beobachten Mats und Andy, wie sich Jan vollkommen verändert und nichts mehr an den einstigen Freund erinnert. Sie erleben, wie die Situation eskaliert und Jan die Kontrolle über den von ihm geschaffenen Mobb vollkommen entgleitet.

In Rüdiger Bertrams Roman schwingen Erinnerungen an Große Jugendbücher mit. So erinnert Die Liga der Guten in Ansätzen an das Große Experiment einer Schulklasse, die der Entwicklung auf den Grund gehen wollte, die zur Bildung von extremen Gruppierungen führt. Auch in diesem Roman entgleitet etwas, das zunächst als gute Idee schien. Jans Liga der Guten entwickelt plötzlich eine Eigendynamik und der Junge ist gar nicht mehr in der Lage, sich durchzusetzen. Diesen Prozess erleben die jugendlichen Leserinnen und Leser über den Erzähler Mats, der mit einer leicht rotzigen Art schildert, was passiert und wie er – der jugendliche Erzähler – mit den Ereignissen umgeht. Das macht es leicht, dem Roman zu folgen. Mats Schilderungen sind mal witzig, mal staunend und mal nachdenklich. Immer aber erfrischend und aus einer ungewohnten Perspektive. Das macht den Roman – obwohl die Story einige Fragezeichen setzt – zu einem spannenden Leseerlebnis. Allerdings scheint das Zielpublikum zwar vom Stoff her, nicht aber von der Erzählweise her im Fokus zu stehen. Mats Art, die Ereignisse zu schildern, dürfte sich eher an eine Leserschaft zwischen 12 und 14 Jahren richten. Besonders die obere Skala des vom Verlag angegeben Zielpublikums – also die jungen Erwachsenen dürften sich von der doch recht einfach gehaltenen Sprache jedoch eher abschrecken lassen.

Die Protagonisten sind gut gewählt. Jeder – ob in seinem eigenen Leben mit dem Thema Mobbing konfrontiert oder nicht – mag den Betrachtungen der drei Jungs folgen und versteht, wie es zu Jans Wunsch kommt, dem ständigen Druck etwas entgegen zu setzen. Sehr schön gelöst hat Rüdiger Bertram die Sache mit Jans Freunden, die das Geschehen aus einer abwartenden – vor allem aber distanzierten – Haltung heraus beobachten. Das langsame Auseinanderdriften der Freunde ist ebenso eine Folge von Jans Erfolg, wie die Veränderung, die im einstigen Looser vor sich geht. Dass Jan trotz seinen an sich guten Ideen in eine Richtung geht, die ihn immer weiter von seinen ursprünglichen Zielen entfernt, merken die Freund zwar mit der Zeit, sind aber nicht in der Lage, dagegen anzugehen.

Geschickt baut Rüdiger Bertram seine Geschichte um verschiedene Themenkreise herum auf. Zum einen ist Mobbing ein zentrales Thema, zum anderen aber auch die Frage, welche Dynamik eine schnell wachsende Gruppierung entwickeln kann und wie schwierig es letztlich ist, eine Gemeinschaft zu lenken, ohne mit Repressalien zu arbeiten. Die Leser können die wachsende Überforderung von Jan direkt mitverfolgen. Sie ahnen bald, dass die Situation eskalieren muss, was aber die Spannung auf den Verlauf nicht schmälert.

FAZIT

Rüdiger Bertram spricht in seinem Roman wichtige gesellschaftliche Themen an und präsentiert teils überraschende Ideen. Er hat daraus eine unterhaltsame und bemerkenswerte Story gemacht, die aber nicht auf der ganzen Linie zu überzeugen vermag. Besonders die Diskrepanz zwischen Thema und Erzählweise stößt etwas auf.

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