Throne of Glas - Die Erwählte

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

Die Welt und mit ihr die Götter werden untergehen. So weissagen es die Auguren, denn Gaia, die Erdgöttin wird erwachen und die Tore des Tartarus öffnen sich. Alle Hoffnung ruht auf sieben Halbgöttern, vier aus dem griechischen Camp Halbblut und drei aus dessen römischen Pendant. An Bord der Argus II machen sie sich, nachdem es einmal mehr zu ernsthaften Streitigkeiten der verfeindeten Götterkindern kam, auf in die Alte Welt. Während ihre Eltern auf dem Olymp zwischen ihrer griechischen und römischen Ausprägung hin- und herwechseln, und dabei ihre Aufgaben vernachlässigen, marschiert die römische Legion gen Manhattan.

Die Argus II und ihre Besatzung hat aber keine Zeit, den drohenden Konflikt zu entschärfen. Leo, Sohn des Hades wird von zwei Riesen in Rom gefangen gehalten und gefoltert. Wenn sie ihn noch rechtzeitig befreien wollen, dabei vielleicht gar die seit Jahrhunderten verschollene Statue der Athene, die erst den Streit der Römer und Griechen auslöste wieder finden wollen, müssen sie durch die Säulen des Herakles in das Mare Nostrum fahren. Doch vorher wartet der Wächter des Mittelmeers, einst der mächtigste Halbgott, nun ein göttlicher Wächter namens Herkules ...

Das Aufeinandertreffen der Halbblutkinder

Eigentlich nahm ich an, dass mit vorliegendem Band, immerhin bereits dem dritten der Reihe um Jason, Leo und Percy, der Zyklus abschlossen werden würde. Schon bald aber wurde deutlich, dass Rick Riordan noch zumindest einen weiteren Band vorgesehen hat. So beginnt die Handlung zunächst, dem Cliffhanger im zweiten Teil sei es gedankt, mit dem direkten Aufeinandertreffen der Halbblutkinder der beiden Götterfamilien. Es gibt ein Wiedersehen mit altbekannten Figuren, und natürlich darf auch ein sich anbahnender Konflikt mit jeder Menge "Kra-Bumm" nicht fehlen.

Aber, das alles lässt zumindest in der ersten Hälfte des Romans ein wenig das sonst gewohnte Tempo vermissen. Nicht dass es nicht faszinierende Ansätze und Entwicklungen geben würde, allerdings hatte ich ein wenig das Gefühl, dass der Autor sich nicht richtig entscheiden konnte, welche seiner Protagonisten er nun in den Mittelpunkt der Handlung stellen sollte. Percy oder Jason, für beide zusammen scheint die Argo II zu klein zu sein.

Interessanter Wechsel der Perspektiven

Erst als die Halbgötter Europa erreichen, nimmt das Tempo deutlich zu und packt die Schilderung den Leser wieder in gewohnter Manier. Allerdings, und dies ist auffallend, nehmen andere als die bisherigen Hauptpersonen den Leser bildlich gesprochen an die Hand.

Neben Leo ist hier insbesondere Annabeth zu nennen. geschickterweise wechselt Riordan immer wieder seine Erzählperspektive, lässt die unterschiedlichen Halbgötter die Geschehnisse aus ihrer jeweiligen Sicht beleuchten. Dieser Wechsel des Erzählers verschafft dem Autor die Möglichkeit, seinen Plot viel breiter aufzustellen und so jeden der sieben Halbgötter zu Wort kommen zu lassen. Allerdings führt dies dazu, dass wir, anders als bislang gewohnt, nicht mehr so leicht in die Haut unseres Helden schlüpfen können, um mit diesem zu bangen und zu triumphieren.

In der Alten Welt angekommen, geht es dann Schlag auf Schlag. Die Heldengruppe wird aufgeteilt und muss sich jeweils mit den fiesen Gegnern auseinandersetzen. Dabei fährt der Autor alles auf, was er im Depot hat. Als Handlungsorte dienen ihm das Kolosseum und die vergessenen, teils verfallenen Städte unter der Stadt in denen Riesen, Geister, Nereiden und die Mutter aller Spinnen auf unseren Helden warten. Natürlich gibt es Siege zu feiern, doch immer wieder auch Niederlagen wegzustecken und einen erneuten absolut nervenzerfetzenden Clifhanger zum Finale.

Fazit

Nach einem etwas stockenden Beginn geht es in Rom im Kampf unserer Helden, von denen vorliegend andere ins Visier rücken, gegen Gaia in die nächste Runde.

Couch-Wertung:

9

Leser-Wertung

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Melanie Reichert
Der Auftakt zu einer spannend-romantischen Fantasy-Serie

Buch-Rezension von Melanie Reichert Dez 2013

Mit gerade mal 18 Jahren hat Ardalans berüchtigte Assasinin Celaena Sardothien eigentlich alles erreicht: Ruhm, Ehre und Respekt. Wäre da nicht die Tatsache, dass sie vor einem Jahr durch Sklavenarbeit in den Salzminen zum Tode verurteilt wurde. Ans Aufgeben denkt sie nicht und hat so schon länger überlebt als ihre Leidensgenossen.

Eines Tages erscheint Chaol Westfall, der Hauptmann der königlichen Leibgarde, in Endovier und schleift sie vor den Kronprinzen. Dieser macht ihr ein Angebot, das sie nicht ausschlagen kann: Sollte sie in einem Wettstreit siegen und somit zum Champion des Königs werden, soll Chelaena nach vier Jahren frei sein. Natürlich gibt es einen Haken an der ganzen Sache, denn 23 weiteren Personen wurde das gleiche versprochen. Darunter befinden sich Mörder, Diebe, Söldner und andere Assasinen – der tödliche Wettkampf nimmt seinen Lauf. Dabei trachten sich nicht nur die Rivalen untereinander nach dem Leben ...

Alleine die Inhaltsangabe verspricht schon einen rasanten Auftakt in eine Fantasy-Jugendbuch-Serie – und sie hält absolut, was sie verspricht. Dass Sarah Maas uns  darüber hinaus noch so wunderbar erfrischende Charaktere beschert, ist ein zusätzlicher Bonus, der den Leser nur noch mehr ins Geschehen zieht.

Der Schreibstil der Autorin ist so mitreißend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag und ist dennoch leicht und locker zu lesen. Einziger Kritikpunkt ist da wohl, dass die Geschichte zu früh endet, denn man möchte unbedingt weiterlesen.

Die Dialoge zwischen den Protagonisten sprühen nur so vor Leben. Gerade wenn Celaena und der Kronprinz aufeinander treffen, ist uns der eine oder andere Schlagabtausch mit Wortspielereien und knisternden Untertönen gewiss – und genau das macht ungeheuer Spaß und bringt die Leser/innen nicht selten zum Schmunzeln.

Am besten haben mir aber die Charakterbeschreibungen gefallen. Schon auf den ersten Seiten scheinen die Protagonisten geradezu aus dem Buch herauszusteigen. Sarah J. Maas gelingt es mit leichter Hand, sie so glaubwürdig wie reale Charaktere wirken zu lassen. Das erzeugt eine Authentizität, die den Leser vergessen lässt, dass es sich um fiktive Personen handelt, so genau skizziert die Autorin sie in jedem Detail.  So gewinnt man auf der Reise durch die Geschichte echte Freunde mit denen man mitleiden, mitfiebern und mitfühlen kann. Gerade die drei Protagonisten – Celaena, Chaol und Dorian (der Kronprinz) machen eine starke Wandlung durch, die sehr nachvollziehbar geschildert wird. Dabei ist Celaena ein absolutes Stehaufmännchen, das sich nie unterkriegen lässt. Also ein starkes Vorbild für Mädchen, die starke, glaubwürdige Heldinnen mögen.

Insgesamt kann man zur Ihrer gesamten "Besetzung" nur sagen: Alle Charaktere – auch die Nebencharaktere - sind glaubhaft geschildert und ein jeder hat seine Eigenheiten, die ihn unverwechselbar machen. Dennoch versteht es Sarah Maas, ihre Darsteller geschickt und mit Bedacht in die Geschichte zu integrieren, um so ihre Leser nicht zu verwirren und hält so eine gewisse Dynamik aufrecht.

Dabei stehen die Fantasy-Elemente nicht unbedingt im Vordergrund. Dennoch ist von der Basis her noch einiges Fantastische vorhanden, wenn man den Kern der Geschichte betrachtet: Der König hat mit seiner Machtübernahme jegliche Magie ausgelöscht und so sind auch die magischen Wesen fast gänzlich aus der Welt verschwunden. Allerdings – das wissen Fantasybegeisterte natürlich - findet Magie immer ihren Weg und so muss der Leser nicht vollkommen auf ein paar magische Elemente verzichten.

Obwohl uns eine wirklich lesenswerte Beschreibung der Umgebung präsentiert wird, bleiben einem aber seitenweise, elegische Beschreibungen erspart. Dazu dient auch eine Karte zur besseren Übersicht. So hat der Leser die Landschaft jeder Zeit im Blick und kann sich so besser auf die Geschichte einlassen.

Innerhalb der Kapitel wird immer wieder zwischen dem Dreiergespann Celaena, Chaol und Dorian gewechselt, sodass man alle drei sehr gut kennen lernt und auch weiß, was in ihnen vor sich geht. Bei den vielen Geheimnissen, die jeder für sich herumschleppt, ist das auch notwendig, damit der Leser nicht auf der Strecke bleibt.

Die Spannung ist während der ganzen Story vorhanden. Lediglich die ersten 50 Seiten würde ich als Einstieg in die Geschichte sehen. Danach gibt es keine Einbrüche in der Spannungkurve – im Gegenteil: Zum Ende hin wird es noch einmal so richtig spannend und das Buch hält ein paar Überraschungen bereit, mit denen der Leser zu Beginn überhaupt nicht gerechnet hat. Keine Frage, dass man das Buch nur noch aus der Hand legt, wenn es unbedingt sein muss.

Von der Altersempfehlung her würde ich das Buch ab 15 Jahren empfehlen, weil es von den Liebesgeschichten her zwar relativ harmlos ist, aber man doch mitten im Kampfgeschehen ist bzw. Gewalt deutlich dargestellt wird (gerade ein Kampf gegen Ende des Buches hat es in sich).

Fazit

Der Auftakt zu der neuen Fantasy-Reihe von Sarah J. Maas hat mich rundum überzeugt und ich brenne darauf, endlich den zweiten Teil lesen zu dürfen. Die greifbaren Charaktere, die bildgewaltige Sprache sowie die hitzigen wie auch witzigen Dialoge schaffen ein Fantasy-Epos der besonderen Art. Eine klare Leseempfehlung – ohne Einschränkung!

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