Morgen wirst du sterben

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

Emily bekommt nach dem Abitur einen Brief von ihrer verstorbenen Mutter. In diesem Brief steht unter anderem das Heimatdorf ihrer Mutter: Hollyhill in England. Nicht einmal das wusste Emily davor. Kurzentschlossen bucht sie einen Flug und macht sich auf, das kleine Dorf zu finden und ihre Vergangenheit zu erforschen.

Doch im gottverlassenen Dartmoor in England angekommen, stellen sich die ersten Fragen. Warum scheint niemand Hollyhill zu kennen? Noch nicht einmal der Busfahrer kann ihr den Weg dahin weisen. Zu ihrem Glück trifft sie den netten, jungen Matt. Der hilft der verirrten England-Touristin Emily und bringt sie nach Hollyhill. Doch plötzlich ist er Emily gegenüber gar nicht mehr so freundlich wie am Anfang. Was hat sich geändert? Auch Emily ist verwirrt: Hat sie nicht schon einige Nächte, bevor sie nach England kam, von genau diesem Jungen geträumt? Wie kann das sein?

Obwohl sie im Dorf nett empfangen wird, hat Emily das Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt. Irgendwas scheinen die Dorfbewohner vor ihr zu verheimlichen. Nur nach und nach kommt Emily hinter das Geheimnis. Und wird dabei in einen mörderischen Plot verwickelt, den sie nur mithilfe von Matt und den anderen Dorfbewohnern entwirren kann. Und im Laufe dessen kommt sie der Vergangenheit ihrer Mutter viel näher, als sie es je gedacht hätte.

Zurück nach Hollyhill von Alexandra Pilz ist ein sehr nettes, romantisches Jugendbuch für junge Mädchen und Teenager. Es wurde in Deutsch verfasst und gehört deshalb nicht zu dem amerikanischen Einheitsbrei an Jugendbüchern, die in Unzahl über den Ozean schwappen. Aber die Geschichte lässt Deutschland bald hinter sich, um dann in England zu spielen. Viel englisches Lokalkolorit ist aber nicht auszumachen. Das Dorf, in das sich unsere Heldin begibt ist ja auch ein bisschen besonders und magisch.

Aber das weiß die Heldin am Anfang noch nicht. Der Roman beginnt wie eine ganz normale Liebesgeschichte, die dann langsam aber sicher in einen magischen Thriller übergeht. Dieser Wandel ist tatsächlich ein bisschen schwer nachzuvollziehen. Doch am Ende geht es ja nicht darum, dass die Physik des Übernatürlichen nachvollziehbar ist. Der Plot-twist, der die Flucht vor einem gefährlichen Mörder beinhaltet, kommt dennoch ein wenig überraschend.

Die geheimnisvolle Vergangenheit von Emilys Mutter ist der Ausgangpunkt der Reise. Auch wenn es ein bisschen unwahrscheinlich erscheint, dass Emily so gar nichts über ihre Mutter wusste (die schon früh verstorben ist), ist das doch ein spannender Einstiegspunkt. Leider werden Erklärungen teilweise zu lange herausgezögert, was dem Buch einige Längen gibt.

Emily selbst ist eine sehr sympathische Heldin, die am Anfang des Romans auch stark und selbständig agiert. Es war auch ihre Entscheidung, ganz allein nach England zu fliegen. Sie ist außerdem intelligent und kann sogar lustig sein. Allerdings wird sie durch ihre Verliebtheit ein wenig launisch und schusselig, vor allem, wenn Matt in der Nähe ist. Leider wird sie im Laufe der Zeit immer abhängiger von Matt und den anderen Dorfbewohnern, die ihr das Wissen um eine spezielle Magie voraushaben. Das ist sehr schade, weil die starke Figur so die Fähigkeit verliert, eigenständig zu handeln und immer mehr zur Begleiterin von Matts Abenteuer wird. Der bleibt auf lange mysteriös, aber nicht unsympathisch.

Fazit

Zurück nach Hollyhill ist auf weiten Strecken unterhaltsame und leichte Lektüre. Wie viele heutige Jugendbücher vereint es eine Liebesgeschichte mit einer magischen Komponente. Es liest sicher aber frisch und anders, vielleicht auch, weil das Original in Deutsch geschrieben wurde. Die Charaktere sind liebenswert, so dass sich jeder in die hineinversetzen kann.

Couch-Wertung:

7

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Felix Oepping
gelungener Thriller mit coolem Twist

Buch-Rezension von Felix Oepping Dez 2013

Sophia, Moritz, Julie und Philipp kennen sich nicht, leben in Düsseldorf, Hamburg und München und haben nichts gemeinsam. So würden sie denken, wenn sie sich kennen würden. Doch für alle hat der 2. Juli eine besondere Bedeutung, denn das ist der Tag, an dem sie sterben müssen, wenn sie den anonymen Drohungen glauben schenken.

Am 2. Juli werdet Ihr bezahlen!

Sophia, ihr Bruder Moritz, Philipp und Julie haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam, kennen einander nicht und sind auch sonst nicht wirklich zu vergleichen.  Sophia lebt im Schatten ihres Bruders, dem Überflieger, dem die Herzen zufliegen und sie selbst fühlt sich zu dick und nicht wirklich akzeptiert. Philipp ist Jungunternehmer und im IT-Bereich sehr erfolgreich, er lebt ein eigenständiges Leben in München. Julie steht in Hamburg kurz davor, auf der Schauspielschule anzufangen, nachdem sie bei ihrer Mutter ausgezogen ist, einer gealterten Sängerin. Und da gibt es noch die eingeschobenen, sehr kurzen Passagen eines Unbekannten, der bruchstückhaft erzählt, wie er in seiner Kindheit unter zwei Vätern leidet, von denen einer gewalttätig ist und dessen Mutter verrückt und in ein Heim kommt.

Der einzige für den Leser erkennbare Zusammenhang ist die Drohung, die alle trotz ihrer räumlichen Ferne gleichzeitig bekommen: Am 2. Juli passiert etwas Schlimmes!

Jeder der vier Personen hat für sich eine Theorie, wer dahinter stecken könnte, denn ein wenig  Dreck am Stecken haben sie alle, selbst der so perfekt wirkende Moritz. Doch wie sich Stück für Stück herausstellt, sind diese Theorien allesamt falsch und es gibt noch etwas ganz anderes, das unsere vier Protagonisten miteinander verbindet. Indem sie dieses Geheimnis lüften, lernen sie sich kennen und müssen zusammenhalten, obwohl sie sich zuvor noch nie im Leben gesehen haben, denn der 2. Juli rückt unaufhörlich näher...

Gina Mayer zeigt eindrucksvoll, dass man der Vergangenheit nicht davon laufen kann und sie einen irgendwann einholen wird.

In Gina Mayers Thriller geht es nicht nur um die diversen Probleme, die Jugendliche auf der Schwelle zum Erwachsensein begegnen, sondern auch um das schlechte Gewissen; und damit die Frage, wie man damit umgehen sollte. Letztendlich zeigt Gina Mayer eindrucksvoll, dass man der Vergangenheit nicht davon laufen kann und sie einen irgendwann einholen wird.

Durch ständig wechselnde Perspektiven entwickelt sich ein sehr enges Verhältnis des Lesers zu den Protagonisten, denn viele Leser dürften in jedem von ihnen ein Teil von sich wieder erkennen -  und sich mit deren Probleme mehr oder weniger identifizieren können.

Die Liebe ist genau so Thema wie Gruppenzwang, Freundschaft, enttäuschte Erwartungen und Vergebung. Durch die Innenperspektive der Personen lernt man als Leser viel darüber, wie unterschiedliche Erwartungen dazu führen, dass sich Menschen nicht verstehen und wie jeder einzelne eine Bürde mit sich trägt, mit der er fertig werden muss.

Der Thriller Morgen wirst du sterben fängt gemächlich an, entwickelt jedoch ein sehr gutes Tempo und ist im Mittelteil sehr mitreißend, sodass man das Buch kaum mehr aus der Hand legen möchte. Und wenn man von der Wissbegierde und Spannung getragen bis zum Ende liest wird man am Schluss mit einem sehr coolen Twist belohnt, den ich so nie und nimmer vorausgesehen habe, der das ganze Buch jedoch in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Natürlich verrate ich ihn hier nicht und auch ihr solltet nicht nachschauen, denn auch ohne dieses überraschende Ende handelt es sich hier um einen gelungenen Thriller.

Fazit

Ein gelungener Thriller mit spannendem Erzählkonzept und einem coolen Twist am Ende, der es durch einen tollen Mittelteil und ein sehr überraschendes Ende seine 7 Punkte verdient hat.

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