Dead Cat Bounce

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

Die Welt ist dem Untergang geweiht. Wie die Time Riders – drei junge, aus tödlichen Situationen rekrutierte Zeitreiseagenten – in ihrem letzten Abenteuer herausgefunden haben, wird die Menschheit an ihrem eigenen Dreck, der Umweltverschmutzung und Überbevölkerung kläglich zugrunde gehen.

Kurz bevor ein künstlicher, natürlich von skrupellosen Menschen hergestellter Virus die Menschheit des Jahres 2070 ausrottet, wollen rund 300 Auserwählte einen Neuanfang wagen. Die Reise soll ins Rom kurz nach der Herrschaft Caisers Caligulas zurückführen – allerdings stranden die Wissenschaftler mitten in der Herrschaftsperiode des verrückten Caesaren.

Das "echte" Rom

Unsere Time Riders bekommen die Auswirkungen des Eingriffs in die Zeit hautnah mit. New York verschwindet, wo Wolkenkratzer in den Himmel wuchsen gehen Indianer mit Tamahawks auf die Jagd.

Während Liam und Bob durch die Zeit zurückgesandt werden, bekommen die im Eisenbahnbogen verbliebenen Maddy und Sal Besuch – "Support-Units" tauchen auf und machen Jagd auf die Time-Riders. Im letzten Moment gelingt es ihnen, sich ins Rom des Jahres 54 n. Chr. zu versetzten – direkt hinein in die Schreckensherrschaft Caligulas ...

Nachdem unsere jungen Helden bereits die Dinosaurier besucht, Robin Hood geholfen und Abraham Lincoln kennen gelernt haben dürfen sie in vorliegendem Abenteuer das Römische Reich besuchen. Damit nicht genug, lüftet sich ein erstes großes Geheimnis um die Time Rider, wird der selbst verschuldete Untergang der Menschheit thematisiert und sehr deutlich auf die Gefahren und Folgen der Umweltverschmutzung, Klimaveränderung und Überbevölkerung hingewiesen.

Für die jugendliche Zielgruppe wichtiger aber dürfte die überzeugende Darstellung des Römischen Reiches sein. Hier lässt der Autor auch über den Auftritt der beiden Legionäre Catos und Macros aus der Rom-Serie Simon Scarrows viel Wissenswertes über das Leben zur damaligen Zeit einfließen. Insbesondere hat mich verblüfft, dass der Autor auch die wenig bekannten Schattenseiten des Lebens zur damaligen Zeit thematisiert – angefangen vom Sklavenhaltertum über Kreuzigungen, dem allseits herrschenden Gestank, die Verschmutzung des Tiber und damit einhergehend das Aufkommen von Seuchen – da wird nichts schön geredet.

Wie schon bislang gewohnt, erleben wir zum Teil blutige Kämpfe mit, wird die Gewaltdarstellung zwar nicht verherrlicht aber auch nicht in den Hintergrund verbannt. Wenn die künstlichen Units auf Jagd gehen, ihnen Gliedmaßen abgetrennt werden und das Blut sprudelt, hält sich der Autor in seiner Darstellung nicht zurück.

Fazit

Insgesamt gesehen ein insbesondere in Bezug auf die historischen Darstellungen, faszinierender Roman, der uns das Leben der Menschen Roms überzeugend nahe bringt, die Serie selbst deutlich voranbringt, aber wegen der Gewaltszenen nicht für Leser unter 14 Jahren geeignet ist.

Couch-Wertung:

8

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
12345678910

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 10
0 x 9
0 x 8
0 x 7
0 x 6
0 x 5
0 x 4
0 x 3
0 x 2
0 x 1
B:0
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Felix Oepping
<b>Wer ist gut und wer ist böse?</b>

Buch-Rezension von Felix Oepping Dez 2013

Jonah ist zwar gut in der Schule und auch sonst recht erfolgreich, aber sein Vater kümmert sich nur um seine Arbeit und beachtet ihn kaum. Doch eines Tages begleitet Jonah seinen Vater, der als Börsenmakler arbeitet, und bekommt die Chance seines Lebens: endlich kann er zeigen, was in ihm steckt! Und so entwickelt sich eine Freundschaft, die für ihn überaus lukrativ ist. Doch spätestens als er selbst in die Welt der Finanzspekulation einsteigt muss Jonah feststellen, dass es auch tiefe Abgründe gibt, in die man hinein fallen könnte. Und so entwickelt sich eine Jagd, bei der es nicht nur um Treue, sondern auch um Leben und Tod geht.

Jonah fühlt sich missverstanden. Er strengt sich zwar in der Schule an, aber die Aufmerksamkeit, geschweige denn Anerkennung seines Vaters kann er einfach nicht gewinnen. Wenn er ihn mal sieht, wenn er zuhause und nicht im Internat ist, beachtet sein Vater ihn kaum und ist selber ständig arbeiten, als Börsenmakler in einer großen Bank in London. Die Mutter ist vor langer Zeit gestorben, Geschwister hat Jonah auch nicht und so fehlt ihm eine Bezugsperson, jemand, der ihm Halt und Trost geben kann. Obwohl er ein sehr guter Läufer ist und auch größere Rennen gewinnt hat er nicht das Gefühl, dass sein Vater stolz auf ihn ist. Über die Arbeit seines Vaters weiß er wenig bis er darauf besteht, seinen Vater einen Tag lang begleiten zu dürfen.

Im Handelsraum der Bank stellt er fest, dass die Arbeit seines Vaters eher langweilig ist, weil er nur sichere Anleihen wählt und die risikoreichen und potentiell sehr lukrativen Börsengeschäfte scheut. Als ihn "der Baron" bittet, mit in den "Bunker" zu kommen taucht er ein in diese Welt der großen Profite und schnellen Autos, in eine Welt, in der alles möglich scheint und das schnelle Geld winkt.

Sein Vater heißt es gar nicht gut, dass er in diese Welt Einblick erhält und so bleibt es bei noch zwei weiteren Tagen, die Jonah als zwölfjähriger bei den großen Haien der Bank verbringt.

Doch der Baron sieht Jonahs außergewöhnliche Auffassungsgabe und bescheinigt ihm Talent und möchte ihn anwerben, damit er, wenn er alt genug ist, das Team des Barons vervollständigt. So entwickelt sich der Baron zu einem Mentor, den Jonah vorher nie hatte und den auch sein Vater nicht darstellen kann. Der Baron gibt ihm Bücher zu lesen über die Prinzipien des Börsenmarktes, lädt ihn zu Reisen im Privatjet ein, um gute Noten zu feiern, und so kommt es, wie es kommen muss: Als Jonah 18 ist, fängt er bei der Bank als Eigenhändler im "Bunker" an, was sein Vater zwar ganz und gar nicht gutheißt aber nicht mehr verhindern kann.

Doch nach nicht allzu langer Zeit muss Jonah einsehen, dass die Welt des Glanzes und der Luxusgüter nur scheinbar so makellos  ist und dass hinter den Kulissen mit teils unsauberen Methoden gekämpft wird. Als er sich dann auch entscheiden muss, seinem Vater beizustehen, als dieser sich schlimmen Anschuldigungen ausgesetzt sieht, geht es gar um Leben und Tod.

Ein Setting, das hochaktuell und dadurch so faszinierend und spannend ist

Nic Bennetts Thriller basiert lose auf der Finanzkrise von 2008, jedoch scheut der Autor, die Namen von real existierenden Banken zu verwenden. Es geht um die Welt der Reichen und Schönen und die Abgründe, die sich dahinter verbergen und um die Frage, wie viel Profit mit gutem Gewissen und legalen Mitteln möglich ist. Es wird sehr eindrücklich beschrieben, welche Sogwirkung immer größere Profite (bei immer größerem Risiko) ausüben können; damit stellt das Buch eine psychologisch gut beobachtete Erklärung dar, warum die Gier in uns allen steckt und blind machen kann.

In meinen Augen gelingt es Bennett sehr gut, eine spannende Geschichte zu entwickeln und gleichzeitig eine Charakterstudie und ein Schlaglicht auf eine Branche zu werfen, deren Geschäftspraktiken sehr zweifelhaft sind. Ohne jedoch den erhobenen Zeigefinger anklingen zu lassen. Die Geschichte hat bei mir starke Faszination ausgelöst und so wurde ich stark hineingesogen in die beschriebene Welt. Man kommt nicht umhin, mit Jonah mitzufiebern und weiß lange nicht, wie die Rollen von Gut und Böse verteilt sind bzw. ob sie überhaupt so klar sind.

Insgesamt ein sehr gelungener Thriller mit einem Setting, das hochaktuell und dadurch so faszinierend und spannend ist. Ein Buch, dessen Sog man sich nur schwer entziehen kann!

Fazit

Ein spannender Thriller über eine uns häufig fremde Welt voller Zahlen, viel Geld und doch auch tiefen Abgründen! Eine gute Empfehlung für jeden, den es in das "Haifischbecken" der Finanzwelt zieht.

Deine Meinung zu »Dead Cat Bounce«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
Schreibe den ersten Kommentar zu diesem Buch.