Fyre - Septimus Heap (7)

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  • Erschienen: Januar 2013

Es ist schon erstaunlich, was manche Menschen bei eBay nicht alles versteigern. Alte, kaputte Sachen finden da so manches Mal einen Käufer, warum der neue Besitzer für Abfall bietet, bleibt meist ein Mysterium. Auch Adrian ist ein solch etwas merkwürdiger "eBayer". Statt sich um seine nicht eben berauschenden Mathenoten zu kümmern, bietet er mit Hilfe der Kreditkarte seiner Tante, bei der er als Waise aufwächst, für einen alten Koffer mit ein paar unbeschriebenen Pergamentblättern. Dass er dabei Konkurrenten hat ahnt er zunächst nicht. Dass es sich bei seinen Mitbietern um den britischen Geheimdienst und skrupellose Gangster handelt noch viel weniger. Was sollen diese auch von einem Koffer mit leeren Blättern wollen?

Die Tatsache, dass Adrian den Zuschlag erhält verdankt er nicht zuletzt einem PC-Crash des Geheimdienstes. Dann aber beginnen die Ereignisse erst so richtig merkwürdig und gefährlich zu werden:
Seine Tante wird ermordet, er flieht, unterstützt von einem Ex-Agenten in die Schweiz, ein Unsichtbarer heftet sich ebenso auf seine Fährte, wie der britische Geheimdienst und so nebenbei macht er die Bekanntschaft einer faszinierenden Taschendiebin.

Was nur kann so wertvoll sein, dass Menschen dafür morden? Als Adrian die Blätter mit Zitronensäure behandelt, kommt er einem Geheimnis auf die Spur, das die Welt aus den Angeln heben könnte – Professor Victor Frankenstein und seine von den Toten zu neuem Leben erweckte Kreatur sind beileibe keine Erfindung gewesen – und die Blätter enthalten einen Hinweis auf den Ort an dem die Apparaturen und das Rezept zu Erweckung der Toten versteckt sind ...

Phantastisch angehauchte Thriller sind gegenwärtig in Mode in den Jugendbuchverlagen. Robert C. Marley klinkt sich in die Phalanx ein und macht dies vordergründig betrachtet sogar recht gut. Geschickt baut er seine Protagonisten auf. Insbesondere die beiden Jugendlichen – der eine ein Waisenknabe, die Andere eine Taschendiebin deren Eltern verhaftet wurden – decken den Mitleidsfaktor ab; ihr Begleiter, eine ehemaliger Geheimagent mit einem dunklen Geheimnis, sorgt für gefährliche Exotik, die Gegner werden als skrupellos und brutal porträtiert.

Vermengt hat dies der Autor mit der Frankenstein-Saga, ein wenig James Bond Flair und jeder Menge Action. Sogar ein wenig Humor findet seinen Platz im Text, der flüssig und spannend, wenn auch nicht ganz ohne Brüche abläuft. Was mir, insbesondere bei einem Jugendbuch vorliegend gefehlt hat, das war die lebensechte Zeichnung der Charaktere. Wenn ich als Heranwachsender meine einzigen Bezugspersonen aufgrund eines brutalen Mordes verliere, dann bin ich geschockt bis hin dazu, dass ich vor Furcht und Ausweglosigkeit gelähmt bin. Anders unser Adrian, der sich ganz ins Abenteuer stürzt, nicht reflektiert, geschweige denn zusammenbricht. Das ist unglaubwürdig und verhindert, dass das Buch wirklich Tiefgang bekommt. Demgegenüber erweisen sich die Gimmicks der Agenten als liebevolle Persiflage auf entsprechende Kinofilme und unterhalten gerade in Verbindung zu dem Frankenstein-Mythos bestens.

Fazit

Marley legt einen relativ oberflächlichen, aber sehr spannend zu lesenden Thriller vor, der Frankenstein mit 007 verbindet.

Fyre - Septimus Heap (7)
Fyre - Septimus Heap (7)
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Carsten Kuhr
8

Jugendbuch-Couch Rezension vonOkt 2013

ein überzeugender Abschluss der Reihe um Septimus Heap

Septimus Heap hat einen weiten Weg zurückgelegt. Geboren als siebter Sohn eines siebten Sohnes war ihm die Magie in die Wiege gelegt. Inzwischen ist er, nach vielen Abenteuern, die es zu überleben galt, der außergewöhnliche Lehrling der außergewöhnlichen Zauberin. Damit nicht genug, will ihn auch der Alchimist Marcellus Pyre nur zu gerne als Lehrling verpflichten. Zwar erlaubt die außergewöhnliche Zauberin, dass er einen Monat beim Alchimisten verbringt, doch die Magie für die Alchimie aufgeben, das soll er mitnichten. So beginnt er seine Lehrzeit, die etwas anders verläuft, als erwartet.

Eigentlich gilt es, den Ring Don Daniels zu zerstören und damit die beiden im Ring gefangen gesetzten Dunkelzauberer endgültig zu vernichten. Bevor man den Doppelgesichtsring aber denaturieren kann, muss zunächst das Alchimistische Feuer wieder entzündet werden. Und davor muss Marcellus zuerst die Hallen der Alchimie und die Stätte des ewigen Feuers säubern. Wer hierbei die Arbeit zu bewältigen hat, braucht man dabei kaum zu fragen – wozu sonst sind Lehrjungen schließlich da?

Doch dann geht einmal wieder alles schief, was nur schief gehen kann – der Ring mit dem Doppelgesicht, der eigentlich bestens von den Siegelwächtern bewacht werden sollte verschwindet; die darin gefangen gesetzten Dunkelmagier entweichen und nehmen von Neuem Gestalt an. Nun ist es an Prinzessin Janna, die Dunkelzauberer mit einem Zauberspruch des ersten außergewöhnlichen Zauberers Hotep-Ra wieder zu bannen – allein, der Zauberspruch ist unvollständig und auch der Geist von Julius Pike kennt den fehlenden Teil nicht.

So ist es einmal mehr an Septimus, die Welt vor dem Bösen zu retten – wenn es ihm denn gelingt ....

Sieben ist eine wichtige, eine magischen Zahl. Septimus – Lateinisch für sieben – ist der siebte Sohn eines siebten Sohnes, so ist es nur folgerichtig, dass die Autorin ihre Reihe um Septimus mit dem siebten Band abschließt.

Und sie fährt noch einmal auf, was ihr und den Lesern über die Jahre ans Herz gewachsen ist. Die Zauberin mit den spitzen, lila Schuhen, Obermagieschreiber O. Beetle, Hotep-Ra und Tante Zelda, Simon Heap und Lucy: Sie alle spielen bei der Öffnung der Feuerkammer eine wichtige Rolle. Offene Fäden werden verknüpft, Schicksale, wie das der Hüterin Tante Zelda, zu einem befriedigenden, wenn auch etwas traurigen Abschluss gebracht und der Weg Septimus´ - vom unbedarften Kind zum erwachsen gewordenen, verantwortungsvollen Zaubererlehrling - abgeschlossen.

Damit nicht genug, haben sich auch die anderen Figuren, die uns über die Bücher hinweg ans Herz gewachsen sind, fortentwickelt. Waren sie zu Beginn der Reihe noch impulsive Kinder, die in den Tag hineinlebten, so haben sie sich ebenso zu verantwortungsvollen Erwachsenen entwickelt. Gerade diese unauffällig in die Bücher hineinverwobene Entwicklung bildet einen der großen Pluspunkte, mit denen Sage ihre Leser überzeugt. Hier erleben wir folgerichtig und nachvollziehbar mit, wie unsere Figuren erwachsen werden, wie sie aus ihren Fehlern lernen, sich gerade auch aus schwierigen Situationen denen sie ausgesetzt waren, weiterentwickeln und Verantwortung übernehmen.

Verpackt hat die Autorin dies einmal mehr in eine packende Handlung volle Wendungen, Geheimnisse und Tempo. Dass sie dabei, wie üblich, ohne große Gewaltschilderungen auskommt macht das Buch und die Serie nur noch empfehlenswerter.

Fazit

Mit Fyre legt Angie Sage einen überzeugenden Abschluss ihrer Reihe um Septimus Heap vor, in der sie noch einmal alle lieb gewonnenen Figuren auftreten lässt, die begonnenen Entwicklungen zu einem logischen Ende führt und den Leser einmal mehr mit erstaunlich wenig Gewaltdarstellung an die Seiten bannt.

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