Hexengesicht

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2013, Originalausgabe

Couch-Wertung:

8

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Anna Fleckenstein
Eine moderne Interpretation der Hexenverfolgung

Buch-Rezension von Anna Fleckenstein Okt 2013

Tamara und Josephine könnten unterschiedlicher nicht sein. Josephine, genannt Jo, ist immer sehr auf ihr äußeres bedacht und macht nur den attraktivsten Jungs der Schule schöne Augen. Popularität und die neuesten Modetrends spielen in ihrem Leben eine wichtige Rolle. Tamara dagegen ist ein sehr spiritueller Mensch, sie glaubt an das Übernatürliche und arbeitet gerne mit Kräuterheilkunde. Ihr Kleidungsstil ist gewöhnungsbedürftig: Mit Batikkleid, Cape und Fledermausrucksack fällt sie auf, interessiert sich aber nicht dafür, was andere darüber denken.

Dass diese extremen Persönlichkeiten nicht besonders gut miteinander harmonieren, ist offensichtlich. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass beide nicht besonders begeistert sind, als sie auf Klassenfahrt von der überforderten Referendarin in ein Zweierzimmer gesteckt werden. Durch Zufall treffen sich beide am ersten Tag ihrer Reise in der alten Kirche des Ortes Walnik und entdecken ein altes Gemälde einer hübschen jungen Frau. Ihre linke Gesichtshälfte liegt jedoch im Schatten eines großen Engels. Mit einer Kerze beleuchtet Tamara die linke Gesichtshälfte der Frau, die völlig entstellt ist, und Jo filmt das Ganze mit ihrer Handykamera. Völlig entgeistert beobachten sie gemeinsam, wie sich die junge Frau auf dem Gemälde ihnen zuwendet.

Nachdem der erste Schreck überwunden ist, will Tamara sofort herausfinden, wer die Frau auf dem Bild ist, und was sie ihnen sagen wollte. Jo möchte mit der ganzen Sache jedoch nichts zu tun haben und ihren Ruf nicht dadurch gefährden, dass sie mit der seltsamen Tamara zu oft gesichtet wird. Doch ihr Handyvideo erlaubt es nicht, die Sache als Einbildung abzutun. Und da sich ihre oberflächlichen Freundinnen ihr gegenüber nicht sehr kameradschaftlich verhalten, schließt sie sich Tamara doch an.

Gemeinsam finden sie heraus, dass die Person auf dem Bild Friederike von Heinen ist, die im Jahr 1524 in Walnik als Hexe verurteilt und getötet wurde. Doch die Umstände sind sehr unklar und als die Mädchen im Stadtarchiv nach Informationen suchen wollen, wirft sie der Bürgermeister unwirsch raus. Trotzdem finden die beiden nach und nach immer mehr über den Fall Friederike heraus, vor allem weil Tamara ihr in Geistreisen wiederholt begegnet. Immer tiefer dringen sie in Friederikes Geschichte ein und merken gar nicht, dass sie sich in der Gegenwart selbst darin verfangen...

Heike Schulz schafft mit Hexengesicht eine spannende Geschichte über die Zeit der Hexenverfolgung. Geschickt spielt sie mit Gegenwart und Vergangenheit und flechtet das historische Thema in die Handlung ein. Dabei verrät sie nie zu viel auf einmal über Friederike, sondern immer nur Häppchenweise gerade so viel, dass die Geschichte fortlaufend spannend bleibt. Besonders interessant daran ist, dass man ihr Schicksal aus ihrer Sicht erfährt, weil Tamara in ihren spiritistischen Reisen immer in Friederikes Körper schlüpft und alles gemeinsam mit ihr durchlebt.

Insgesamt wird die Geschichte sogar aus drei Blickwinkeln geschildert, denn zusätzlich zu Friederike wird die Handlung mal aus Tamaras und mal aus Josephines Sicht erzählt. Hierdurch erhält sie eine ganz besondere Note. Die beiden Charaktere der Hauptrollen sind, wie schon an deren Beschreibung zu erkenne ist, sehr interessant und auch die weiteren Personen sind von der Autorin zeitgemäß und detailfreudig geschildert.

Neben der Haupthandlung spielt auch die Persönlichkeitsentwicklung von Jo eine wichtige Rolle. In ihr kämpfen die anfängliche Oberflächlichkeit und die bereits vorhandene Tiefe ihrer Person um die Oberhand. Am Ende gewinnt jedoch ihr gutes Herz, dass sie erkennen lässt, wer ein wahrer Freund ist und was richtig und falsch ist.

Fazit

Durch die Nähe zwischen Phantasie und Realität, den spirituellen Einschlag der Geschichte und die spannende Detektivarbeit entsteht eine ganz besondere Mischung, die dafür sorgt, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Das unglaublich fesselnde Finale macht es dann quasi unmöglich.

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