Am Ufer der Träume

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Ueberreuter, 2012, Originalausgabe

Couch-Wertung:

5

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Yvonne Schulze
Auswanderer-Roman nach althergebrachtem Muster

Buch-Rezension von Yvonne Schulze Dez 2012

Irland 1846. Die grassierende Kartoffelfäule beschert der Insel ein weiteres Jahr bitterster Not. Die Armenhäuser sind überfüllt und viele Iren verhungern oder fallen Krankheiten zum Opfer. Verschlimmert wird die Lage noch durch die englischen Grundherren, die in ihrer Gnadenlosigkeit viele Menschen zusätzlich ins Elend stürzen. So ergeht es auch der jungen Molly Campbell. Nachdem sie ihre Pacht nicht mehr bezahlen können, werden sie, ihre Schwester Fanny und ihre Mutter Rose von ihrem englischen Landherrn aus dem Haus gejagt. Mit ein paar wenigen Habseligkeiten und dem, was sie am Leib tragen, finden sie Unterschlupf in einer Höhle im Wald und ernähren sich mehr schlecht als recht von dem Wenigen, das die Natur zu bieten hat, bis Molly Bryan begegnet, der ebenfalls in den Wäldern lebt. Die beiden verlieben sich ineinander und mit seiner Hilfe gelingt es den Frauen, im Wald zu überleben. Doch mit den ersten Winterstürmen müssen sie in das verhasste Arbeitshaus ziehen, wenn sie überleben wollen. Das Leben im Arbeitshaus ist hart und voller Entbehrungen, was besonders der ständig kränkelnden Rose schwer zu schaffen macht. Doch sie haben einen Traum, der sie in dieser schweren Zeit am Leben hält: Amerika, wo sie sich ein besseres Leben erhoffen. Als sie endlich Plätze auf einem der Auswandererschiffe bekommen, ist Bryan spurlos verschwunden. Doch Molly ist fest davon überzeugt, dass er in Amerika auf sie warten wird. Die Mutter überlebt die Überfahrt nicht und als die beiden Schwestern in New York von Bord gehen, ist weit und breit kein Bryan zu sehen. Völlig auf sich allein gestellt müssen sie schnell lernen, dass auch in Amerika nicht alles Gold ist was glänzt. Doch Molly und Fanny lassen sich nicht unterkriegen.

Am Ufer der Träume ist eher ein All-Age-Roman als ein Jugendbuch und einer dieser typischen Auswanderer-Romane, wie man sie derzeit vielfach in den Buchläden findet und die alle mehr oder weniger dem gleichen Muster folgen; Romane über starke und mutige Frauen, die ihr bisheriges Leben hinter sich lassen und zu neuen Ufern aufbrechen. Doch zuerst begleitet der Leser in der ersten Hälfte des Buches Molly und ihre Lieben durch ihr entbehrungsreiches Leben in Irland, bevor es dann aufs Schiff, in die New Yorker Nähstuben und zuletzt in den Wilden Westen geht. Der Roman ist vollgestopft mit Themen und es passiert relativ viel und trotzdem vermag er nicht zu fesseln, was sicher auch an dem eintönigen und emotionslosen Erzählstil liegt.

Zielgruppe für diesen Roman sind in erster Linie die Leser, die von ihren Büchern pure Unterhaltung und schöne Geschichten erwarten, denen sie leicht folgen können, ohne groß mitdenken oder sich mit einer allzu komplizierten Sprache auseinandersetzen zu müssen. Der Autor erzählt eine nette Geschichte, in die man sich für ein paar Stunden entspannt fallen lassen kann und die sich dank der unkomplizierten Sprache flott lesen lässt. Lesestoff für einen verregneten Sonntag, mehr aber auch nicht. Denn wer beginnt, die Handlung zu hinterfragen, wird sehr schnell auf viele Ungereimtheiten stoßen.

Besonders auffallend ist die Eindimensionalität der Charaktere. Molly ist die typische starke Heldin, der alles mühelos gelingt. Mit dem Denken und Handeln des 21. Jahrhunderts ausgerüstet, wird sie vom Autor vor eine historische Kulisse gestellt und auf eine große Reise geschickt, wo sie dann allerlei Gefahren zu bestehen hat. Doch Molly hat alles im Griff, nichts scheint ihr etwas auszumachen, weder Hunger noch Kälte noch Krankheiten. Für jedes Problem wartet an der nächsten Ecke schon die Lösung. Und wenn Molly mal nicht weiterkommt, springt ihre attraktive Schwester Fanny ein, lächelt und klimpert mit den Wimpern und alle Männer sind sofort hingerissen und sie bekommt alles, was sie will. Zu viele Zufälle, zu viele Unwahrscheinlichkeiten, zu viele Klischees, wenig Realität und wenig Authentizität.

Unglaubwürdig ist auch die Liebesgeschichte zwischen Molly und Bryan. Warum sollte ausgerechnet die starke und mutige Molly, die alle Unwägbarkeiten des Lebens mit Leichtigkeit meistert, sich an einen Versager wie Bryan hängen und ihm jahrelang hinterher trauern? Einem Menschen, der unzuverlässig und nie da ist, wenn man ihn mal braucht? Der aus heiterem Himmel hier und da plötzlich wieder auftaucht und dem Molly die Arme sinkt als wäre nichts gewesen?

Fazit

Am Ufer der Träume ist eine durchaus nett erzählte, jedoch oberflächliche Geschichte mit farblosen Charakteren und einem Handlungsschema, wie man es mittlerweile aus vielen Büchern dieser Art kennt. Statt aus diesem doch ziemlich abgegriffenen Stoff etwas Besonderes zu machen, beschränkt sich der Autor auf die althergebrachten Muster und verschenkt damit einen Großteil des Potentials, das hier durchaus vorhanden gewesen wäre.

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