Asphaltsommer

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • dtv, 2012, Originalausgabe

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7

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Yvonne Schulze
Keinem Menschen begegnet man vergebens

Buch-Rezension von Yvonne Schulze Dez 2012

Irgendwie läuft im Leben der 17jährigen Viebke gerade alles schief. Statt mit ihrem Freund Constantin die geplante gemeinsame Urlaubsreise nach Südfrankreich anzutreten, muss Viebke Sozialstunden in einer Seniorenresidenz leisten, nachdem sie bei einem Autodiebstahl geschnappt wurde. Dabei hatte ihre Beziehung zu Constantin gerade so wunderbar begonnen. Endlich gibt es da jemanden, der sie wirklich wahrnimmt. Zu ihrer alleinerziehenden Mutter hat Viebke ein sehr gespanntes Verhältnis, ihre Mutter zeigt kaum Interesse an ihr und pflegt lieber ihre Neurosen. Ihren Vater kennt Viebke nicht und die Mutter verweigert ihr diesbezüglich jegliche Auskunft. So leben die beiden mehr oder weniger nebeneinander her und gehen sich weitestgehend aus dem Weg.

Und nun hängt Viebke zu allem Überfluss auch noch in der Seniorenresidenz fest und die alten Leute gehen ihr auf die Nerven. Vor allem ein Bewohner geht ihr gewaltig gegen den Strich: der nervtötende, störrische Langhans, der sie ständig herumkommandiert. Irgendwann hat Viebke die Nase voll und verkriecht sich in einem herumstehenden Wohnwagen, der auch schon bessere Tage gesehen hat und schläft dort ein. Als sie wieder aufwacht, findet sie sich samt Wohnwagen mitten auf der Straße wieder und der Fahrer ist kein geringerer als der nervige Langhans, denn es war sein Wohnwagen, in dem sich Viebke verkrochen hat.

Langhans hat dem Seniorenheim den Rücken gekehrt und ist auf dem Weg nach Toulouse in Südfrankreich, genau dorthin, wo auch Constantin im Moment ist und Viebke sieht ihre große Chance, doch noch zu Constantin zu kommen, auch wenn sie mittlerweile befürchtet, dass er sich dort schon mit einer anderen getröstet hat.

So machen sich Langhans und Viebke gemeinsam auf den Weg nach Frankreich. Doch bei so einem ungleichen Paar sind die Schwierigkeiten vorprogrammiert und die Reise wird alles andere als einfach. Man glaubt kaum, dass das mit den beiden auf die Dauer gutgehen kann und es fliegen ständig die Fetzen. Doch erstaunlicherweise finden die beiden nach und nach eine gemeinsame Basis, es entsteht zwischen ihnen so etwas wie Freundschaft und Langhans wird für Viebke zu dem, was sie in ihrem Leben bisher schmerzlich vermisst hat: eine männliche Bezugsperson. Doch auch Langhans verfolgt mit seiner Reise nach Südfrankreich ein bestimmtes Ziel, denn es gibt für ihn noch ein paar Dinge zu regeln, die mit seiner Vergangenheit zu tun haben. Als Viebke Briefe einer gewissen Fenny findet, stellt sich schnell heraus, das sie Langhans´ erste Frau war, die im 2. Weltkrieg als Widerstandskämpferin hingerichtet wurde.

Es ist die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft, die die Autorin hier erzählt. Dabei geht es nicht nur um die gemeinsame Reise der beiden. Für Viebke ist es auch eine Reise zu sich selbst, während es für Langhans eine Reise in die Vergangenheit ist. Die Konfrontation mit Langhans` Vergangenheit wird für Viebke auch ein Blick über den eigenen Tellerrand. Sie, die sich bisher nicht groß für Geschichte interessiert hat, erkennt recht schnell, dass auch die Vergangenheit viel Spannendes und Interessantes zu erzählen hat.

Ein großes Manko dieses Romans ist jedoch, dass hier ein durchgehender Spannungsbogen fehlt und große Abenteuer wird man auch vergeblich suchen. Gerade im Mittelteil gibt es einige Längen, die es dem Leser schwer machen, bei der Stange zu bleiben.

Der Roman ist leider auch ziemlich überfrachtet. Es gibt Passagen, die die Erzählung aufbauschen, ohne für das Gesamtkonzept wichtig zu sein und manchmal nur Verwirrung stiften. Auf der anderen Seite werden wirklich wichtige Dinge, wie das Verhältnis Viebkes zu ihrer Mutter, von der Autorin ziemlich stiefmütterlich behandelt und man fragt sich am Ende, woher das plötzliche gute Einvernehmen zwischen den beiden kommt. Es gibt zu viele Ungereimtheiten und es bleiben auch zu viele Fragen offen, was nicht nur den Gesamteindruck des Romans beeinträchtigt, sondern auch den Leser unbefriedigt zurücklässt.

Fazit

Alles in allem ist "Asphaltsommer" eine mit Abstrichen schöne und lesenswerte Geschichte, eine gelungene Mischung aus Roadnovel, historischem Roman und Psychodrama, bei der auch dank der verbalen Schlagabtausche zwischen Langhans und Viebke der Humor nicht zu kurz kommt.

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